Westfalen-Blatt 04.03.2026
Französische Gastschülerinnen und Gastschüler des Gymnasiums zu Besuch im Rathaus.
„Bienvenue à Steinhagen!“
STEINHAGEN (anb) „Bienvenue à Steinhagen!“ Bürgermeisterin Sarah Süß hat 26 Gastschülerinnen und -schüler des Steinhagener Gymnasiums und ihre Lehrkräfte am Dienstagvormittag nicht nur auf Französisch begrüßt, sondern ihnen auch die Gemeinde in ihrer eigenen Sprache nähergebracht. Bei der anschließenden Fragerunde wechselten Gäste wie Gastgeberin dann aber ins Deutsche.
Denn die Jugendlichen aus Sablé-sur-Sarthe, in Nordfrankreich in der Nähe von Nantes gelegen, lernen an ihren Schulen Deutsch als Fremdsprache und konnten Fragen stellen. Diese zum Beispiel: „Warum haben Sie sich entschieden, Bürgermeisterin zu werden?“ Weil sie gerne in Steinhagen lebe und sich nicht nur ehrenamtlich, sondern hauptberuflich dafür einsetzen wolle, dass alle Generationen gut hier leben könnten, erklärte Sarah Süß.
Der Empfang im Rathaus zeigte aber auch, dass die französischen Gäste sehr interessiert an Politik und dem Weltgeschehen sind. Mit Blick auf die Krisen und den Krieg im Iran wies Sarah Süß auf die besondere Bedeutung der Verständigung in Europa hin: „Es ist wichtig, dass es Möglichkeiten wie diesen Austausch gibt und man sich kennenlernt. Die Historie zwischen Deutschland und Frankreich ist voller Spannungen und Feindschaft. Aber heute versteht man sich gut. Dass wir in Europa gute Verbindungen haben, ist umso wichtiger, wenn in der Welt so viel Unsicherheit ist.“
Auch der Besuch von 28 Steinhagener Schülerinnen und Schülern aus den neunten und zehnten Klassen im Januar in Sablé-sur-Sarthe war bereits von politischen Gesprächen geprägt, sagte Lehrerin Annika DeBacker, die mit ihrer Kollegin Gabriele Knapp den Austausch begleitet. Miteinander über Politik sprechen – ein wichtiger Faktor also.
Doch natürlich wollen die Gäste neben den Leuten auch das Land kennenlernen. Und so geht es an diesem Mittwoch ins Heinz-Nixdorf-Forum in Paderborn, am Donnerstag nach Bremen. Zudem stehen Unterrichtshospitationen auf dem Programm und am Freitag eine Sprachanimation und Projektarbeit zum Leben deutscher und französischer Jugendlicher. Samstagabend geht es dann zurück nach Frankreich.
