Westfalen-Blatt 14.07.2026
1.000 Gäste und super Stimmung: Steinhagener Gymnasium wird „25“
Eine Schule feiert sich selbst mit einer Mega-Party

von Annemarie Bluhm-Weinhold
STEINHAGEN (WB). 1.000 Gäste und eine Mega-Stimmung im Bielefelder Lokschuppen – was für eine Party zum 25-jährigen Jubiläum des Steinhagener Gymnasiums. Da zeigte sich auch ein Fernsehstar beeindruckt: „Irgendwie seid Ihr krass!“, rief Kika-Moderator Ben in die Menge.
Das Gymnasium selbst ist zum Jubiläum wenig vorzeigbar: Überall Bagger und Beton, denn die Schule wird gerade in großem Stil erweitert. Über eine Gala zwischen Bauzäunen musste man also gar nicht nachdenken. Und das war vielleicht sogar gut so. Der Lokschuppen bot die perfekte Party-Location, damit Schüler, Lehrer, Eltern, Ehemalige, Ehrengäste, Freunde und Unterstützer ausgiebig feiern konnten.
Der Schulgong, der symbolträchtig um 20.01 Uhr zum Gala-Programm läuten sollte, hatte sich zwar ein bisschen verspätet. Aber Schulleiter Stefan Binder war pünktlich zur Stelle, begrüßte Ehrengäste, dankte dem Orga- sowie dem Technik-Team und natürlich dem Förderverein, der die Gala gesponsert hat, und übergab dann das Mikro an Moderator Ben Blümel.
Ben bekennt: „Ihr seid mein Vorbild!“
Viele der Anwesenden kennen ihn nicht nur aus dem Kika kennen, sondern auch von drei Live-Auftritten an der Schule. 2011 und 2014 hat er zwei Eco-Partys moderiert und 2018 mit dem SteinGy auch noch den Energiesparmeister-Titel gefeiert. Einmal hatte das ZDF sogar live berichtet. Der Berliner Promi kennt also die Schule in der ostwestfälischen Provinz. Und liebt sie offenbar. „Ihr seid mein Vorbild!“
Ben nahm das Publikum mit auf die „Space Odyssee“ – klar, mit seiner ungewöhnlichen Form spielt das Gymnasium gerne mal. Und so lautete beim Flug durch die Historie eine Frage an die Gäste der ersten Talkrunde, Altbürgermeister Klaus Besser, den damaligen Schulleiter Josef Scheele-von Alven und seine Stellvertreterin Christa Wille-Möller: „Wie seid Ihr zu dem UFO gekommen?“Und alle die später Geborenen lernten zum Beispiel, dass es damals einen Architektenwettbewerb gab, dass die ersten Klassen im Container unterrichtet wurden, dem zwei Wochen vor Schulbeginn noch die Rückwand fehlte, und dass die ersten Fünftklässler, wenn sie denn ein Instrument beherrschten, zur eigenen Einschulung spielen mussten (oder durften) – es gab ja kein Schulorchester.
Klaus Besser machte auch klar, dass die Bevölkerung hinter dem UFO stand. „Das haben wir immer als Alleinstellungsmerkmal betrachtet“, so der Altbürgermeister, der auch betonte: „Mit dem Gymnasium haben wir in die Zukunft der Gemeinde investiert. Wir wollten eine optimale Bildung für unsere Kinder.“ Ein Satz, der so ähnlich eine ganze Weile später im Programm erneut fiel, als Ben mit Bürgermeisterin Sarah Süß und der stellvertretenden Schulleiterin Katja Wiertz über Schule heute und das gigantische Erweiterungsprojekt des SteinGy sprach: „Wir sind wahnsinnig stolz auf diese Schule. Dass so viele Eltern ihre Kinder hier anmelden, ist es wert, die Schule zu erweitern“, so die Bürgermeisterin.
Tolles Video: Mit der Drohne hat Ex-Schüler Manuel Stockhecke einen spektakulären Flug über die Baustelle, die zudem im Zeitraffer gezeigt wurde, und durch das Gebäude aufgenommen.

Hinaus ins Leben – mit schönen Momenten
Vermutlich war es weniger die einzigartige Form der Schule, sondern mehr der Geist, der in dieses Gebäude einzog, der eine außergewöhnliche Schulgemeinschaft geformt hat. Ben jedenfalls findet es auffällig: „Ihr seid alle so nett. Sich auf einer Schule wohlzufühlen, ist ein Privileg“, sagte er nicht nur mit Blick auf seine eigene bescheidene Schulzeit, sondern auch mit Bezug zu Comedy-Lehrer Schröder, der im Einspieler Schule als „Kratzbaum des Lebens“ bezeichnete, einzig dazu da, Schüler hinaus ins Leben zu katapultieren.
Dass das auch auf die freundliche, motivierende, engagierte Art geht, dafür lieferte ein Video schöner alltäglicher und außergewöhnlicher Momente den Beweis: Bilder etwa vom Elternkiosk und dem Besuch des Spacebuzz, vom Schulbaupreis 2008 und der „Spamalot“-Aufführung, vom Unterricht der Bläserklasse und der Halloween-Party wurden gezeigt.
Mitreißende Dynamik in die Gala brachten die Vorführungen der Tanz-AG und von der erfolgreichen Dance-Crew mit Ronja Brinkmann, Luisa Kling, Jana Lohmann und Lina Spille. Kniffelig wurde es, als Ben die Q1-Sprecher Mia Friedrich, Martha Wübben und Henry Rauer zu einer Sonderedition von „Wer wird Millionär?“ auf die Bühne holte. Vergangenheitsbewältigung der besonderen Art. Die Fragen hatten es in sich – trotz Antwort-Möglichkeiten. Welcher Bauteil wurde 2011 bei der Eco-Party eingeweiht? Wie viele Stunden Arbeit hat die Technik-AG in den vergangenen zwei Jahren in die Veranstaltungen investiert? Wie heißt der Dokumentarfilm vom früheren Stein-Gy-Schüler Jonas Egert?

Vergangenheit mit Telefon-Joker bewältigt
Da musste man sich schon auskennen in der Vergangenheit der Schule – oder jemanden kennen, der sich auskennt. Wie Telefon-Joker Andreas Frerkes oder Publikums-Joker Annika Hoffmann. Die drei jedenfalls schafften den Hauptgewinn, die von Ben ausgegebene Manta-Platte am Haskenhoff-Catering-Stand.
Die Gala war auch die beste Gelegenheit, einen besonderen Abi-Jahrgang der Schule endlich zu würdigen. 1.444 Schülerinnen und Schüler haben am SteinGy ihr Abitur gemacht – aber nicht alle sind auch feierlich verabschiedet worden und haben eine Party feiern dürfen.
85 Abiturientinnen und Abiturienten gehörten zu dem gebeutelten Corona-Jahrgang 2020 und haben wegen des Tönnies-Lockdowns im Kreis Gütersloh ihre Zeugnisse nach Hause geschickt bekommen. „Seitdem sitzt ein Dolch in meinem Herzen“, bekannten Andreas Frerkes, der mit Annika Hoffmann damals Stufenleitung war.
Nun schmerzt es ihn und die damaligen Absolventinnen und Absolventen vielleicht etwas weniger.


Abiturfeier 2020 endlich nachgeholt
Denn unter dem Motto „Golden 2020s ‘Das gibt’s nur einmal…’ Abgang mit Glanz&Stil“ wurden zumindest etwas Glanz und Stil nachgeholt. 42 aus dem Jahrgang waren im Lokschuppen und nahmen von Stufenleitung und Schulleiter Rosen und eine Mappe mit Erinnerungen sowie ein dickes Bussi in Empfang.
„Wir sind nachtragend, deshalb drücken wir Euch heute noch einmal“, sagte Annika Hoffmann. Auch der traditionelle Abi-Hut-Wurf durfte natürlich nicht fehlen. So kam das Steinhagener Gymnasium in diesem wegen der Umstellung auf G9 abiturlosen Jahr doch noch zu Abiturienten.
Die Tanzperformance des Kollegiums beendete die Show auf der Bühne, die danach DJ Simon Drosten, im echten Leben Lehrer am SteinGy, gehörte. Und dann war Party bis in die frühen Morgenstunden angesagt. Die Schulgemeinschaft feierte sich selbst.
