Westfalen-Blatt,10.11.2015

 

Lernen mit dem Sternenbanner

 

Gymnasium Steinhagen erhält Zertifikat zur Europaschule für weitere fünf Jahre

 

wb101115Im Gymnasium Steinhagen freuen sich die Schüler und Lehrer (von links) Jeremy Cooper (17), Ute Kleinebenne, Julia Leonard, Jutta Bischoff, Inga Hollmann (16) und Philipp Buchwald (14) über die Verlängerung des Zertifikats zur Europaschule. Foto: Mukherjee

 

Zum zweiten Mal hat das Gymnasium Steinhagen vom NRW-Schulministerium die begehrte Auszeichnung zur Europaschule erhalten. Nur 186 Einrichtungen im Land tragen dieses Siegel.


Das Steinhagener Gymnasium gehörte 2009 zu den ersten Einrichtungen, die als Europaschulen in NRW ausgezeichnet wurden. Alle fünf Jahre prüft das Ministerium, ob es die Voraussetzungen an den Europaschulen noch erfüllt werden. »Für die Zertifizierung sind wichtige Kriterien zu erfüllen. Deshalb freuen wir uns sehr über die erneute Auszeichnung«, sagt Lehrerin Jutta Bischoff. Zusammen mit ihrer Kollegin Ute Kleinebenne ist sie für das Konzept verantwortlich.


Dazu gehört, dass sich die Schüler für den bilingualen, also zweisprachigen Zweig, anmelden können. Hierbei lernen sie Erdkunde, Geschichte und später Biologie in englischer Sprache. In den einzelnen Jahrgängen bilden sie Gruppen, die für diese Fächer den Klassenverband verlassen. Zum Konzept gehören auch der Schüleraustausch mit England, Frankreich und der niederländischen Partnerstadt Woerden sowie Auslandspraktika.


Den bilingualen Zweig besucht auch Schüler Jeremy Cooper (17) aus der Klasse zwölf (Q2). »Ich bin halber Engländer und deshalb habe ich mir bewusst eine Schule mit diesem Angebot ausgesucht«, sagt der Bielefelder. Zu seinen Abiturfächern gehört neben Englisch auch Erdkunde, in dem er auf Englisch teilnimmt.
Die Vorteile des zweisprachigen Unterrichts zahlen sich für Jeremy Cooper schon jetzt aus. Er schreibt Bewerbungen für Berufe im kaufmännischen Bereich. Dabei hat er schon einige Telefoninterviews geführt. »Und meine Englischkenntnisse werden sehr gelobt. Man merkt, wie wichtig den Firmen die internationale Ausrichtung ist«, sagt der Schüler.


Inga Hollmann (16) aus der elften Klasse (Q1) hat dagegen Erfahrungen im Schüleraustausch gesammelt. 2014 verbrachte sie drei Monate in Saint Etienne bei Lyon.


»Ich habe mich dort schnell zurecht gefunden«, sagt sie. Wie wichtig der Austausch für das Selbstbewusstsein der Schüler ist, weiß Jutta Bischoff. »Wir haben beobachtet, dass die Schüler dadurch mutiger und mobiler werden«, sagt sie.


Pro Jahrgang nehmen etwa 20 Schüler an dem bilingualen Angebot des Gymnasiums teil. »Es beginnt in der zweiten Hälfte des fünften Schuljahres. In den ersten sechs Monaten sehen wir, wer sich für den bilingualen Zweig eignet«, sagt Ute Kleinebenne. Zusätzlich zum Unterricht in den Fächern Geschichte, Erdkunde und Biologie setzen sich die bilingualen Schüler am Donnerstagnachmittag in Lerngruppen zusammen. »Diese haben wir neu in den Unterricht integriert«, sagt Ute Kleinebenne.