Westfalen-Blatt,02.11.2015

 

 

Endlich ist das Sams wieder da


Nach neun Jahren erfüllt die Theater-AG des Gymnasiums erneut Wünsche

 

wb021115Erst denken, dann wünschen: Herr Taschenbier bestellt vor Wunschmaschine einen Geldregen und wappnet sich und das Sams prompt mit einem Regenschirm. Leider bleibt es bei lauter Cent-Münzen, die vom Himmel fallen. So wird es nichts mit großem Reichtum. Fotos: Loose

 

Wünsche sind wundervoll, aber auch trickreich. Gerade, wenn man sich daran gewöhnt hat, dass sie stets in Erfüllung gehen, werden sie zum Problem. Im Kinder-Musical des Gymnasiums macht Herr Taschenbier diese leidvolle Erfahrung, natürlich an einem Samstag, denn da kam das Sams zurück.


Es ist genau neun Jahre her. Da machte die damalige Theatergruppe des Steinhagener Gymnasiums zum ersten Mal die Bekanntschaft mit dem Sams. Das kleine, rundliche Wesen mit der Schweine-schnauze und den dicken Wunschpunkten im Gesicht hatte Gestalt angenommen, weil für einen speziellen Menschen die Woche genauso verlaufen war, wie die Tagesnamen es festlegen. Mit einem Besuch von Herrn Mon fängt es an, es folgt ein Dienstag voller Dienst und die Mitte der Woche am Mittwoch; Donnergrollen am Donnerstag und ein freier Freitag machen das Rezept für das Erscheinen des Sams komplett. Leider verschwindet es am darauf folgenden Samstag wieder und seither mussten alle warten: der Herr Taschenbier, die TheaterAG, der Chor und die rund 500 Gäste, die nun in die Aula des Schulzentrums kamen. Hier trafen sie Juliane Hahn, die in der Rolle des schüchternen, aber einfallsreichen Herrn Taschenbier versuchte, den typischen Wochenverlauf zu wiederholen.


Maschine soll helfen


wb021115aAmelie Mauksch spielt die Vermieterin Frau Rotkohl.

 

»Denn es ist vielleicht frech und vorlaut, aber ich hab es doch lieb«, gesteht er. Und es bringt seinem »Pappa« natürlich seine Wunschpunkte mit. Die findet Herr Taschenbier so großartig, dass er zusätzlich noch eine Wunschmaschine konstruiert hat. Tatsächlich sind die Punkte schnell aus dem Sams-Gesicht von Alea Burkat verschwunden, als es endlich bei Herrn Taschenbier auftaucht. Altklug muss das angeblich so ungezogene »Kind« immer wieder warnen und ermahnen. Doch Herr Taschenbier wünscht und wünscht und wünscht. Selbst als beide endlich die -Wunschmaschine vollenden, sind deren Wünsche auch bald weg. Das Wunderdings, in dem Daniel Prokopov steckt, ist überdies nach drei Wünschen schon erschöpft und braucht Erholung. So fehlt die ersehnte Magie immer genau dann, wenn sie dringend gebraucht wird.


Klug formulieren


Aber Herr Taschenbier wird nicht klug. Er wünscht nicht nur Überflüssiges, sondern verschwendet auch Wünsche, weil er ungenau formuliert. So entsteht allerorts Chaos: Vermieterin Frau Rotkohl (Amelie Mauksch) soll einfach nur gehen, marschiert stattdessen aber auf der Stelle. Ein Geldregen geht in Ein-Cent-Stücken nieder. Papagei Herr Kules (Emily Sander) soll sich mit seinem Besitzer Herrn Mon (Jasper Fleischmann) unterhalten, redet jedoch plötzlich unaufhörlich. Als schließlich ein Wunsch aus der Maschine mit einem Sams-Punkt-Wunsch kollidiert, hat es auch Herr Taschenbier kapiert. Wünsche wollen bedacht und vorsichtig geäußert werden. Daher überlegt er genau, bevor er sich seine größte Sehnsucht erfüllt, das Sams für immer bei sich zu haben. Die vergnügliche Schulstunde mit der Botschaft, dass Eltern auch von Kindern lernen können, erhält Riesenapplaus. Hoffentlich hat das Sams noch einen Punkt versteckt, damit der Publikumswunsch nach Fortsetzung nicht noch mal neun Jahre warten muss.

 


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