Haller Kreisblatt,10.11.2015

 

Wir sind Europaschule


Auszeichnung: In Zeiten der Krisen und des Zweifelns trägt das Gymnasium zur Stärkung
des europäischen Gedankens bei. Und die Schüler sind fit fürs internationale Parkett

 

hk101115Freuen sich über das Zertifikat »Europaschule«: Schüler Jeremy Cooper (von links), die Lehrerinnen Ute Kleinebenne, Jutta Bischoff und Julia Leonard sowie Inga Hollmann und Philipp Buchwald. FOTO: F. JASPER

 

Das Steinhagener Gymnasium hat jetzt vom NRW-Schulministerium erneut das Zertifikat »Europaschule« erhalten. Um diese Auszeichnung zu bekommen, musste die Schule etliche Kriterien erfüllen. Der bilinguale Bildungsgang ist eines davon.

 

Bereits ab der fünften Klasse werden interessierte Schüler in einigen Fächern wie etwa Geschichte, Erdkunde oder Biologie in englischer Sprache unterrichtet. Wer ein bilinguales Abitur machen möchte, hat außerdem die Möglichkeit, sich in einet). Fach auf Englisch prüfen zu lassen, daneben muss er Englisch als Leistungskurs wählen. Der 17jährige Jeremy Cooper hat sich aufgrund dieses Angebots für das Steinhagener Gymnasium entschieden. „Mein Vater ist Engländer", erklärt er seine Affinität zum Englischen, darum sei das Steingy erste Wahl gewesen, berichtet der Queller. Für seinen Berufsweg könne das bilinguale Abitur nur von Vorteil sein, weiß Jeremy Cooper. Wie Schulleiter Josef Scheele von Alven berichtet, absolvieren jedes Jahr etwa 20 Jugendliche ihr bilinguales Abitur in Steinhagen.

 

»Schüler werden im Ausland mutiger und souveräner«

 

„Ein weiterer Baustein unseres Europaprofils sind die Austauschprogramme mit Schulen in England, Frank-reich oder unserer Partner-schule im niederländischen Woerden", ergänzt Lehrerin Jutta Bischof. Auch längere Auslandsaufenthalte mit der Option, ein Praktikum zu absolvieren, ermöglicht die Schule. Ihren ausländischen Gästen vermittelt sie wiederum Praktika unter anderem bei Dr. Oetker, Hörmann oder dem Haller Kreisblatt.

 

Inga Hollmann aus dem elften Jahrgang war vor einem Jahr für drei Monate in Frankreich und hat dort in einer Gastfamilie gewohnt. „Da lernt man das Leben in einem anderen Land so richtig kennen", blickt die 16-Jährige zufrieden auf diese Erfahrung zurück. Im Gegenzug nehmen die Steinhagener Familien Gastschüler aus den anderen Ländern auf.

 

Der 14-jährige Philipp Buchwald nimmt gleich mehrere Angebote wahr, indem er vom Schüleraustausch nach Frankreich und vom bilingualen Unterricht profitiert. Er ist ein gutes Beispiel dafür, wenn Jutta Bischoff ihre Schüler lobt: „Sie werden mutiger und souveräner, wenn sie einen längeren Zeitraum im Ausland waren und sich in einer Fremdsprache verständigen mussten."

 

Schließlich schärft das Gymnasium mit internationalen Schulprojekten wie dem Comenius- Programm sein Europaprofil. Dabei arbeiten Schulen aus verschiedenen Ländern zu einem Thema zusammen. Zuletzt hatten sich die Jugendlichen über Umweltschutz und Ökologie ausgetauscht.

 

Das Steinhagener Gymnasium gehört zur ersten Generation der Europaschulen in NRW und wurde 2009 erstmals vom Schulministerium zertifiziert. Es zählt seitdem zu den inzwischen 186 Europaschulen des Landes. Alle fünf Jahre findet nach einer Überprüfung der Schule eine Neuzertifizierung statt.