Westfalen-Blatt,13.11.2015

 

Ein Cello für Elisabeth


Helga Degenhardt stellt der Kinder- und Jugendstiftung Instrument zur Verfügung


wb131115Dass ihr Cello jetzt einer begabten jungen Musikerin gute Dienste leistet, freut Helga Degenhardt. Und Elisabeth Romanov findet es schön, ein großes Instrument zu haben. Foto: Bluhm-Weinhold

 

Elisabeth Romanov freut sich über ein Cello. Und Helga Degenhardt ist glücklich, dass ihr Instrument bei einer jungen Musikerin in guten Händen ist. Und damit feiert auch das Musikprojekt der Kinder- und Jugendstiftung Steinhagen erstmals einen Erfolg.


Die Gründer der Stiftung, Renate und Dieter Halle, hatten vor einiger Zeit selbst angeregt, dass Bürger, die im Besitz eines Instruments sind und es nicht mehr benötigen, dieses als Dauerleihgabe für den Musikunterricht von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellen. Helga Degenhardt hatte den Aufruf in der Zeitung gelesen. Und tatsächlich hatte sie ein Cello, von dem, sie sich trennen wollte. »Wir haben jetzt festgestellt, dass: wir zu viele Instrumente haben«, sagte sie. Das Cello wurde durchgesehen, der Steg gerichtet, und nun kommt es in der Streicherklasse des Gymnasiums zum Einsatz.


»Wir fangen in der fünften Klasse erst mit dem Dreiviertelcello an, weil die Kinder noch gar nicht so große Hände haben. In der sechsten Klasse zeigt sich dann, wer auch das große Cello schon spielen kann«, sagte Michael Corßen, Cello-Fachlehrer der Kreismusikschule am Gymnasium. Elisabeth Romanov (12) ist eine solche Schülerin. Sie darf das gestiftete Instrument jetzt bis zum Ende der Streicherklasse spielen — und vielleicht auch noch ein bisschen länger, da es erst im übernächsten Jahr wieder im sechsten Jahrgang der nächsten Streicherklasse gebraucht würde. Sie findet das Cello klasse: »Es spielt sich gut. Schon weil es größer ist.«


»Es ist vor allem schön leise«, schwärmte die Stifterin. Sie fühlte sich jetzt bei der offiziellen Übergabe im Gymnasium an ihre eigene Schulzeit erinnert. »Ich habe selbst im Gymnasium das Cellospielen gelernt. Damals brauchte man ein Cello im Orchester. Mich hat man dafür ausgeguckt. Ich habe das Spielen gelernt, und die Schule hat mir das Instrument geliehen«, sagte sie. In der Nachkriegszeit war an ein eigenes Instrument kaum zu denken.


Aber später fing Helga Degenhardts sechsjähriger Sohn mit dem Cellospiel an. »Eine Stunde war für ihn zu viel. Wir haben uns' den Unterricht immer geteilt. So konnte ich dranbleiben«, sagte sie. Auch in Orchestern hat sie mitgespielt. Bei einem Geigenbauer in Marl hat sie das Instrument, dessen Korpus von Anfang des 20. Jahrhunderts stammt, erworben.
Weitere Instrumente sind der Kinder- und Jugendstiftung zur Verfügung gestellt worden. Zwei Blockflöten sind wieder nutzbar gemacht worden und könnten ebenso wie ein E-Piano und eine Gitarre einem Kind für den Musikunterricht geliehen werden. Ansprechpartner für Instrumenten-Stifter ist Simon Block im Rathaus (0 52 04/ 99 72 22).


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