Haller Kreisblatt,27.06.2015

 

Auf dem Weg zur internationalen Karriere

 

Die ersten 22 Absolventen haben ihr bilinguales Abitur in der Tasche

 

hk270615Do you speak English? Jonas Hellweg, Marie Jennert (Mitte) und Kim Schlüpmann können nicht nur Englisch — sie sprechen es fließend. Die drei gehören zu den 22 Absolventen, die in diesem Jahr ihr bilinguales Abitur gemacht haben. FOTO: S. FAULHABER

 

Beim Wort »Abitur« stöhnen viele in Erinnerung an ihr eigenes leise auf. Aber das Ganze dann auch noch in einem Fach komplett in englischer Sprache? Was sich für viele Menschen wie der blanke Horror anhört, ist für Kim, Marie und Jonas ganz normal. Die drei haben in diesem Jahr ihr Abitur gemacht — und zwar bilingual. Das heißt, die Prüfungen in Geschichte und/oder Biologie waren in Englisch. Genauso wie der Unterricht der vergangenen Jahre. „Aber das ging", sagt Abiturient Jonas Hellweg im Nachhinein.


Seit der zweiten Hälfte des fünften Schuljahres besuchen er und einige seiner Mitschüler den bilingualen Zweig. Zuerst bedeutete dies, am Nachmittag zusätzlichen Englischunterricht in Form einer Arbeitsgemeinschaft. Doch ab der Klasse 7 kamen dann die Fächer Geschichte und Erdkunde hinzu, ab der neunten Klasse Biologie. Der Unterricht, die Bücher, das Fachvokabular — alles in englischer Sprache. Doch was für Laien anstrengend klingt, wird für die Schüler alltäglich. Durch die Vorbereitung in den Klassen 5 und 6 ist ihr Vokabular breiter gefächert als das der Mitschüler. „Durch das Bilinguale hat sich bei mir ein tief sitzendes Verständnis für die englische Sprache gebildet", erläutert Marie Jennert.


Um es im bilingualen Zweig bis zum Abitur zu schaffen, braucht es aber trotzdem zwei Grundvoraussetzungen: Spaß an der Sprache und Engagement. Denn Vokabeln lernen geht immer gleich: egal ob bilingual oder im Englisch-Grundkurs. »Daher können die Absolventen mit bilingualem Abitur im Bewerbungsgespräch nicht nur mit ihren Sprachkenntnissen glänzen, sondern sie haben auch ein besonderes Engagement bewiesen", betont die Biologie-Lehrerin Ute Kleinebenne.


Diesen Eindruck hatte auch Jonas Hellweg. Er hat sich bei der Telekom in Bonn für ein Duales Studium beworben und wurde genommen. Auch für Kim Schlüpmann bedeutet das bilinguale Abitur einen leichteren Einstieg in ihr Studium »International Business« und Marie Jennert hofft, dass ihr die Fachliteratur in ihrem Psychologiestudium, die größtenteils in englischer Sprache ist, leichtfallen wird.


Kein Sprachnachweis mehr nötig


Dieser Abitur-Jahrgang, der sechste seit Gründung der Schule, ist der erste mit bilingualen Absolventen. Doch es wird nicht der letzte sein. Jedes Jahr melden sich rund 20 Schüler für diesen Weg an. Aber nicht jeder zieht es bis zum Abitur durch. Und manche steigen quer ein, wie Kim Schlüpmann, die erst auf der Realschule in Halle bilingualen Unterricht hatte, dann ein Jahr ins Ausland ging und schließlich in Steinhagen die Oberstufe zweisprachig absolvierte. Wer sein »certificate of participation in a bilingual stream in addition to the abitur diploma« in der Tasche hat, kann sich mit diesem auf C 1-Niveau rangierenden Abschluss ohne Sprachnachweis an Universitäten weltweit bewerben.


Die Ersten mit bilingualem Abitur
Erfolgreich waren: Svenja Babel, Maria Bachmann, Natalie Balsing, Norman David Ernst, Stephen Eric Ernst, Lisa-Marline Fenn, Benjamin Robert Friedrich, Jonas Hellweg, Marie Johanna Jennert, Miri-am Jucho, Daniel Lüsgo, Sophie Maas, Justine Maßmann, Inga Möller, Nathalie Pforr, Rahel Schlautmann, Kim Schlüpmann, Katharina Schmölzmeier, Malte Speich, Ellen Sophia Tosberg, Alina Carolin Wasielke und Tim Westermann.


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