Akademieabend: Die Schüler des Steinhagener Gymnasiums zeigen, was sie außerhalb des Regelunterrichtes gelernt haben. Haller Kreisblatt, 06.07.2018.

2018 0706AkademieabendHK03Kess: Lina Jurke singt Playback zum Lied "Barbie Girl". Sie tritt zusammen mit anderen Mitgliedern der Tanz-AG des Gymnasiums auf und sorgt für einen stimmungsvollen Auftakt. Foto: Ekkehard Hufendiek.

Die Freiheiten sind groß, die die begabten Schüler des Steinhagener Gymnasiums genießen. Doch dafür tun sie auch viel. Was sie neben Englisch, Mathe und Deutsch noch alles draufhaben, zeigten zahlreiche Acht- und Neuntklässler beim Akademieabend am vergangenen Mittwochabend im Foyer der Schule etwa 100 Gästen, darunter viele Eltern und einige Mitschüler.

Unter dem Motto »Das geht auch in Schule« kokettierten sie nicht nur mit dem fehlenden Artikel, sondern auch mit zusätzlichen Fertigkeiten. Die haben sie nämlich in ihren Wahlpflichtkursen erworben, den schulintern als »Studios« bezeichneten Fächern.

Neben der Bühne waren zahlreiche Stände aufgebaut, die die Arbeiten der einzelnen Gruppen präsentierten: Die Schüler der Fotografie etwa hatten ein fast professionell anmutendes Studio eingerichtet. Hinter einem Ringlicht und vor einem schwarzen Hintergrund schossen sie nahezu perfekt ausgeleuchtete Porträtfotos. Daneben hatte die Jugend-forscht-Gruppe eine Mikrowelle und einen Toaster aufgebaut. Eine Erkenntnis aus einem der Experimente ist folgende: Die Weintraube fängt an zu leuchten, wenn man sie in die Mikrowelle legt. Ähnliches geschieht mit der Plasmakugel, die die Schüler von Physiklehrer Andreas Frerkes für wenige Augenblicke zur Demonstration mit Mikrowellen beschießen.

Immer donnerstags in der achten bis zur neunten Stunde betreuen die Lehrer ihre Studio-Schüler. Unterricht im eigentlichen Sinne ist das nicht: „Man ist Projektmanager“, sagt Andreas Frerkes. Es sei ein großes Miteinander, bei dem die Schüler viel selbst bestimmen. Einige Projektideen verliefen im Sand oder müssten bald nach dem Start wieder fallen gelassen werden, weil sie sich erst während des Vorhabens als nicht durchführbar erwiesen. So ließen drei Schülerinnen ihr Projekt, Musik mit Teslaspulen zu machen, wie im Film »Duell der Magier«, wieder fallen, weil bei der Inbetriebnahme eine Platine durchgeschmort war.

Neben der Foyerbühne haben die kunstbegabten Schüler ein Atelier eingerichtet. Hier stellten sie ihre Bilder und Objekte aus, die sie außerhalb des Kunstunterrichtes angefertigt haben. In ihrer schriftlichen Präsentation hieß es: „Im SteinGy-Atelier können wir endlich einmal das ausprobieren und umsetzen, wozu im normalen Kunstunterricht kein Platz oder keine Zeit ist.“

Ebenso beeindruckte die Präsentation des Formel-1-Studios. Deren Schüler nehmen jedes Jahr an einem Technologie-Wettbewerb teil, bei dem sie einen Miniatur-Rennwagen am Computer entwickeln, selbst fertigen, die Entwicklungsschritte dokumentieren und schließlich auf einer 20-Meter-Bahn mit bundesweiter Konkurrenz um die beste Zeit fahren. Die erfolgreichsten Schülerteams treten bei der deutschen Meisterschaft gegeneinander an. Lehrer Timo Drewitz stellte besonders die Teamleistung heraus. „Jeder im Team hat spezielle Aufgaben“, sagte er. Einer könne der Konstrukteur des Wagens, ein anderer der Teammanager sein. Entscheidend sei immer die Teamleistung.

Den Einführungsvortrag hielt Zaheeb Hayat. Der Schüler schob dazu das selbstgebaute Modell eines Hauses mit Garage auf die Bühne. An ihm zeigte er die Entwicklung eines Smart-Home-Programmes, für das er zusammen mit Emre Cakmak den Regionalwettbewerb »Jugend forscht« gewann und beim Landeswettbewerb den dritten Preis errang. Anschließend fanden in verschiedenen Klassenräumen Vorträge zum Thema Bionik, Schwarze Löcher oder Nordische Mythologie statt. Vortragende: die begabten Schüler.


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