Gymnasium zeichnet Klassenpaten und Laborhelfer für ihr soziales Engagement aus

Die älteren Schüler stehen den Jüngeren vertrauensvoll zur Seite – als Laborhelfer in naturwissenschaftlichen Fächern, als Klassenpaten im gesamten Schul­leben des Steinhagener Gymnasiums. Dafür wurden jetzt feierlich Zertifikate überreicht. Westfalen-Blatt 18.10.2017

wb181017Klassenpaten und Laborhelfer sind mit Zertifikaten ausgezeichnet worden. Lehrer Thomas Kuhn, Prof. Thomas Schlake (Uni Duisburg-Essen), Lehrer Andreas Frerkes(hinten, von links) sowie Schulleiter Josef Scheele-von Alven (hinten rechts) heben die soziale Bedeutung des Schüler-Engagements hervor. Foto: Volker Hagemann

 

Laborhelfer und Klassenpaten – dieses Engagement nützt allen: den lernenden oder ratsuchenden jüngeren Gymnasiasten, den Lehrern, die dadurch unterstützt werden, aber in großem Maße auch den aktiven Schülern selbst. Eine »Win-win-Situation für alle Seiten« nennt es Schulleiter Josef Scheele-von Alven in seiner Ansprache zur feierlichen Zertifikatsübergabe am vergangenen Montagabend. »Lernen durch Lehren ist schließlich auch ein Gewinn für die älteren Schüler«, sagt der Schulleiter.

»Komm, ich helfe dir!« Unter diesem Motto ist das Projekt der Klassenpaten zum Schuljahr 2005/2006 am Steinhagener Gymnasium ins Leben gerufen worden. Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 11 stehen den Fünft- und Sechstklässlern als Vertrauenspersonen zur Seite. »Das Projekt fördert das soziale Miteinander an unserer Schule, soll auch Mobbing und Gewalt verhindern«, erklärt Kontaktlehrer Thomas Kuhn. »Dafür werden die Schüler ein Jahr lang in Streitschlichtung, Gruppendynamik und Ähnlichem ausgebildet. Sie begleiten auch Klassenfahrten – und erleben einen Perspektivwechsel, der Spaß macht, aber auch anstrengend sein kann. Die Schüler wachsen an ihrer Verantwortung, stärken ihre Persönlichkeit«, so Kuhn. Dafür gibt es jetzt das Zertifikat »sozial genial« der Stiftung Aktive Bürgerschaft, des Schulministeriums NRW und der DZ-Bank.

Auch die Laborhelfer sind längst eine feste Institution an der Schule. 32 Schüler, die seit der achten Klasse die zweijährige Ausbildung dazu absolviert haben, erhalten jetzt ebenfalls Zertifikate, ausgestellt vom Gymnasium in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen und dem NRW-Ganztagsprojekt »Ganz In«. »Wer ab Jahrgangsstufe acht das naturwissenschaftliche Profil am ›SteinGy‹ wählt, kann sich freiwillig zum Laborhelfer ausbilden lassen«, erklärt Kontaktlehrer Andreas Frerkes. »Die Laborhelfer unterstützen jüngere Schüler bei Aufbau und Durchführung von Versuchen, etwa in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.«

Was anfangs als reines Physikprojekt begann, läuft inzwischen schulübergreifend. »Die Älteren sind Ansprechpartner, und sie erhalten eine umfassende Ausbildung, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Uni Duisburg-Essen«, erklärt Andreas Frerkes. Er knüpfte den Kontakt zu deren wissenschaftlichem Mitarbeiter Professor Thomas Schlake. Und so durchlaufen die angehenden Laborhelfer eine Ausbildung in mehreren Modulen, etwa mit einem Ersthelfer-Lehrgang, sammeln Betreuungserfahrungen und sind vor Ort an der Uni zu Gast.

»Ein Leuchtturm-Projekt, das weiterentwickelt werden soll«, sagt Schulleiter Josef Scheele-von Alven. Beide Arten der Zertifikate seien zudem ein Türöffner bei Bewerbungen, sowohl in Firmen als auch für Au-pair-Monate oder im Schüleraustausch.