Eine von 267 Schulen bundesweit im Excellence-Netzwerk: Gymnasium verleiht erstmals »MINT-Zertifikat«


Bei »Jugend forscht« zu tüfteln, im »Bobbycar Solar-Cup« mitzufahren oder sich als Laborhelfer ausbilden zu lassen, naturwissenschaftliche Projekte zu initiieren und Mathe und Physik als LK zu belegen – das lohnt sich am Steinhagener Gymnasium nun besonders. Westfalen-Blatt 29.06.2017

Denn wenn an diesem Freitag die 111 Steinhagener Abiturienten ihre Zeugnisse in Empfang nehmen, dann bekommen 17 von ihnen zusätzlich ein Zertifikat, das am Steinhagener Gymnasium erstmals an naturwissenschaftlich besonders Fleißige und Begabte vergeben wird: das MINT-EC-Zertifikat. Dieses weist nicht nur auf besondere Leistungen der Schüler hin, sondern steht auch für das hohe Niveau der Schule im naturwissenschaftlichen, technischen und mathematischen Bereich.

wb290617Anwärter auf ein MINT-Zertifikat im kommenden Jahr sind die Q1-Schülerm(v.l.) Vladislav Evdokimov, Jan Tappe und Nicolas Albrecht. Sie erforschen derzeit die Beschleunigung mittels Vakuum und haben ein System selbst gebaut. Foto: Bluhm-Weinhold


Denn das Steinhagener Gymnasium ist seit nicht einmal einem Jahr aufgenommen in den Kreis des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC. Nur 267 Schulen mit ausgeprägtem naturwissenschaftlichen Profil gehören diesem in ganz Deutschland an. Es steht unter Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz und wird von renommierten Organisationen und Verbänden wie der Hochschulrektorenkonferenz, dem BDA und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall getragen.

Neben beispielsweise Praktika in hochklassigen Unternehmen wie Porsche und internationalen Forschercamps bietet das Netzwerk den angeschlossenen Schulen die Möglichkeit, über ein Zertifikat mit bundesweit einheitlichen und anspruchsvollen Kriterien, MINT-begabten Schülern eine Zusatzqualifikation für einen Studiengang oder für einen Ausbildungsplatz zu verschaffen. Ein Türöffner für manche.

Dass sie einen naturwissenschaftlich besonders starken Jahrgang wie die diesjährige Q2 mit zwei Mathe-Leistungskursen, zwei Physik-LK und je einen Bio- und Chemie-LK schon mit den entsprechenden MINT-EC-Zertifikaten entlassen können, macht Schulleiter Josef Scheele-von Alven und Andreas Frerkes, naturwissenschaftlicher Koordinator am Steinhagener Gymnasium, durchaus stolz: »Ein Spitzen-Jahrgang«, lobt Frerkes. Aber erst einmal mussten innerhalb eines knappen Jahres für das strenge Antrags- und Genehmigungsverfahren die Strukturen an der Schule geschaffen werden. »Es war ein ziemlicher Kraftakt.«

Viele Steinhagener Schüler haben indes eine tadellose MINT-Laufbahn vorzuweisen, die ihnen in den drei Bereichen, die beim Zertifikat zu erfüllen sind, Punkte bringen: Fachliche Kompetenz, fachwissenschaftliches Arbeiten und zusätzliche MINT-Aktivitäten sind gefragt. Abgestuft ist das Zertifikat mit den Prädikaten »Mit Erfolg«, »Mit besonderem Erfolg« und »Mit Auszeichnung«. »Viele Schüler waren selbst erstaunt, was sie alles an genehmigungsfähigen Leistungen erbracht haben«, so Frerkes.

Derweil beschert das MINT-Netzwerk zwei Steinhagener Schülerinnen auch erkenntnisreiche Sommerferien. Sie haben Stipendien für ein Forschercamp in der Toskana erhalten.


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