Steinhagener Gymnasium beteiligt sich am Projekt Juniorwahl. Westfalen-Blatt 22.09.2017

wb220917An der Wahlurne: Unterstützt von Wahlhelferin Thulasy Thayaral (links) geben Lea Mathiak (Mitte) und Naja Joachim ebenso wie 300 ihrer Mitschüler ihre Stimme ab. Foto: A. Bluhm-Weinhold

300 Steinhagener Gymnasiasten von der neunten bis zur zwölften Klasse haben gestern schon ihr Kreuzchen bei der Bundestagswahl gemacht – bei der Juniorwahl. Die Simulation beschere den Schülern die unmittelbare Erfahrung der Wahl, wie Politik- und Sowi-Lehrer Lars Osterfeld sagt. Mit seiner Kollegin Annika Hoffmann hat er die Juniorwahl organisiert: »Die Fachschaft hat beschlossen, das Thema Wahlen stärker zu akzentuieren.«

Die Wahlbeteiligung von mehr als 90 Prozent spricht dafür, dass die Schüler die Wahl auch ernst genommen haben. Ausgezählt sind die Stimmen zwar schon, wie das Steinhagener Gymnasium aber gewählt hat, das wird erst im Anschluss an die »echte« Bundestagswahl ab Sonntagabend bekannt gegeben. »So sind die Statuten. Denn einige der älteren Schüler dürfen am Sonntag ja schon wählen und sollen nicht beeinflusst werden«, so Osterfeld.

Gut politisch gebildet, gehen sie in jedem Fall an die Urne. Wer ist wählbar? Was ist die Erst-, was die Zweitstimme? Fragen wie diese waren zu klären. Und die Lehrer stellten fest, dass einige Wissenslücken bestanden. Die drei Wochen seit den Sommerferien wurden intensiv für die Unterrichtseinheit genutzt, in der sich die Kurse dann auch mit den Inhalten der Parteiprogramme auseinandersetzten. Das Instrument des »Wahlomats« diente ihnen dabei zur grundsätzlichen Orientierung. Welche Forderungen der Parteien den Jugendlichen wichtig sind, das war gestern vor dem Wahllokal nachzulesen.

Im Wahllokal im Foyer der Schule führten die Wahlhelfer, Schüler aus dem Zusatzkurs Sowi der Jahrgangsstufe 12 Regie. Die Bundestagswahl wird bei der Juniorwahl so echt wie möglich nachempfunden. Mit Wahlbenachrichtigungen rückten die Schüler kursweise an. Alle waren in ein Wählerverzeichnis eingetragen und bekamen die gleichen Wahlbögen ausgehändigt, die es auch am Sonntag gibt – nur auf anderem Papier. Aber die Kandidaten und die Parteien waren die gleichen.

Das Steinhagener Gymnasium ist eine von 3500 Schulen in Deutschland sowie deutschen Auslandsschulen, die sich an der Juniorwahl beteiligen. Sie ist eine Initiative des gemeinnützigen und überparteilichen Vereins Kumulus, der die Förderung von Gesellschaft und Bildung zum Ziel hat. Wahlergebnisse gibt es Sonntag auf www.juniorwahl.de.


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