Gymnasium und Haus der Jugend kooperieren beim Deeskalationstraining

Am besten, es kommt gar nicht erst zu Streit und Konflikten. Deshalb absolvieren die siebten Klassen des Steinhagener Gymnasiums jedes Jahr ein präventives Teamtraining, das so genannte Deeskalationstraining.Westfalen-Blatt 08.07.2016

wb080716»Reise nach Jerusalem« mit neuem Ziel: Wer keinen Stuhl mehr abbekommt, scheidet nicht aus, sondern muss von seinen Mitschülern untergebracht, etwa auf den Schoß genommen werden. Ein zunehmend schwieriges Unterfangen, je weniger Stühle im Rennen sind. Foto: Bluhm-Weinhold

»Das gehört zum Curriculum >Soziales Lernen<. Damit fangen wir schon in der Jahrgangsstufe fünf an und konzentrieren uns dort zunächst auf die Teambildung. In Klasse sieben geht es dann aber, wenn auch spielerisch, ganz konkret um Konfliktbewältigung«, sagt Lehrer Thomas Kuhn.

Er hat ebenso wie seine Kollegen Claudia Vogt, Jennifer Krupke und Florian Braune eine spezielle Ausbildung absolviert. Es geht bei dem Training darum, dass die Schüler erkennen, wo ihre eigenen Grenzen und die ihrer Mitschüler liegen. »Es wird deutlich, dass je-der für seine Handlungen selbst verantwortlich ist«, so Kuhn. Das Ganze passiert in gruppendynamischen Übungen und Spielen, in denen jeder seine Erfahrungen mit sich und anderen macht. Thomas Kuhn betont aber auch, dass darüber hinaus alternative Handlungsmuster entwickelt werden.

Seit dem vergangenen Jahr kommen die Klassen zum Deeskalationstraining ins Haus der Jungend. »So können wir Synergieeffekte nutzen«, sagt Schulleiter Josef Scheele-von Alven.

Auch das Haus-der-Jugend-Team sieht die Kurse als Bereicherung an. »Einige der Schüler gehören auch sonst zu unseren Besuchern. Und so können wir auch neue gewinnen«, so Leiterin Karina Isernhinke. Gymnasium und Haus der Jugend planen für das kommende Schuljahr ein weiteres gemeinsames Projekt. Für Kinder aus den sechsten und siebten Klasse bieten Thomas Voßberg und Susanne Sonder vom Haus der Jugend gemeinsam mit Lehrerin und Theaterpädagogin Claudia Vogt eine Theater-AG an. Diese arbeitet prozessorientiert. »Die Bühne ist der öffentliche Raum«, so Voßberg.