Haller Kreisblatt,13.11.2014

Die Kunst des Diskutierens


Debattier-AG des Gymnasiums steht auch ohne Förderung auf festen Beinen

 

hk131114Pro oder Contra? In Diskutierlaune — von links: Piravin Premaruban, Konrad Nowak, Friederike Kornitzki, Lehrerin Annika Hoffmann, Olga Bukalski, Lukas König und Julian Bracht. FOTO: S. FAULHABER

 

„Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn", sagte einst der französische Moralist Joseph Joubert. Für die Schülerinnen und Schüler des Steinhagener Gymnasiums trifft dies voll und ganz zu. Sie lernen ab der neunten Klasse, wie man richtig debattiert, Argumente ins Feld führt und den Gegner überzeugt. Wissen, das nicht nur im schulinternen Wettbewerb hilft, sondern auch beim Abitur, dem Studium oder der Jobsuche. Ein echter Gewinn also für alle Schüler.

 

Seit drei Jahren wird an 42 Schulen in Ostwestfalen die Kunst des Debattierens unterrichtet. Zunächst gab es noch Fördergelder von der Bezirksregierung und der Familie-Osthushenrich-Stiftung. Doch diese wurden nun eingestellt. Die Debattierclubs stehen fortan auf eigenen Beinen. „Für uns kein Problem", betont Annika Hoff-mann, eine der Lehrerinnen, die sich intensiv um die Debattier-AG am Gymnasium kümmert. „Wir haben von den Fördergeldern zum Beispiel Bücher und Pulte angeschafft." Doch nun sei der Grundstock gelegt und weitere Gelder würden nicht mehr benötigt.

 

Stattdessen sei es nun wichtig, neue Schüler für die Debattier-AG zu gewinnen. Denn auch wenn das Thema in der neunten Klasse für alle verpflichtend angeboten wird, besuchen im Anschluss die Arbeitsgemeinschaft nur jene Schüler, die es als freiwilliges Angebot wahrnehmen möchten. Zurzeit sind das sieben junge Männer und Frauen. „Das könnten gerne mehr werden", so Hoffmann.

 

Die Mitglieder der Debattier-AG gehen nämlich über die schulinternen Wettbewerbe hinaus auch zu Regionalentscheiden nach Detmold, wo sie entweder an der Diskussion teilnehmen oder sich als Juror mit der Streitkultur anderer beschäftigen. Im Februar lagen die Gymnasiasten dabei übrigens immer im vorderen Drittel der Platzierten.

 

Lernen, sich durchzusetzen

 

Aber warum sollte man am Debattieren teilnehmen? „Das macht einfach Spaß", bringt es Olga Bukalski auf den Punkt. „Man muss sich zuvor auf beide Seiten gut vorbereiten und in der Debatte flexibel sein", erläutert sie die »Wettkampfsituation«. Vor Publikum lerne man schnell, sich durchzusetzen und seine Meinung zu vertreten, wirft Lukas König ein. Egal - ob Einzelhaltung von Kleintieren, Torlinientechnik oder Pkw-Maut — die diskutierten Themen sind vielfältig. Jedoch nimmt die Debattier-AG auch viel Zeit in Anspruch, denn wer gut argumentieren will, muss sich mit einem Thema auseinandersetzen. „Aber der Aufwand lohnt sich", ist sich Annika Hoffmann sicher. Ein souveränes Auftreten, keine Angst vor Vorträgen und mehr Selbstbewusstsein sind der Gewinn des Diskutierens.


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