Haller Kreisblatt,13.12.2013

Gymnasiasten garantieren Gänsehaut

Traditionelles Adventskonzert mit Streichern, Bläsern, Big-Band und Chor begeistert mehr als 500 Zuhörer


hk131213bZusammen musizieren macht am meisten Spaß: Das merkte man den Schülern immer wieder an, zum Beispiel als Elmar Westerbarkey das Schulorchester dirigierte. Fotos: F. Jasper

 

So viel Weihnachtslieder - und trotzdem ließ der Nikolaus am Mittwochabend auf sich warten. Er kam erst auf die Bühne, als alle Beteiligten das gemeinsame Schlusslied anstimmten. Und obwohl man aufgrund seiner Leibesfülle annehmen musste, dass der Mann im roten Mantel selbst schon so einiges weggefuttert haben muss, waren doch noch genügend Schoko-Nikoläuse übrig geblieben, die ans Publikum in der voll besetzten Aula verteilt wurden. Zuvor hatten die Gymnasiasten beim Adventskonzert gleichermaßen Spielfreude und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit musikalischen Traditionen bewiesen.

 

hk131213aMarkenzeichen blaues T-Shirt: Zum ersten Mal präsentierte sich die Bläserklasse vor großem Publikum.

 

Den Grundstock für so viel Musikalität legt das Gymnasium in den Bläser- und Streicherklassen, die nach der Begrüßung von Schulleiter Josef Scheele-von Alven, den Auftakt des Konzerts gestalteten. Es sollte der erste öffentliche Auftritt für die Bläserklasse sein. Einigen der Jungen und Mädchen dürfte bereits ein Stein vom Herzen gefallen sein, nachdem sie ihr Instrument, das bisweilen fast ihre Körpergröße hatte, heile auf die Bühne gestemmt hatten. Dort entlockten die Schüler Tuba, Trompete und Klarinette unter anderem ein fröhliches »Jingle Bells«.

 

hk131213cRock Christmas: Anna Goldbeck (links) und Marie Dammann genossen das Konzert sichtlich.

 

Wo sich die Jungen und Mädchen aus den Musikklassen im besten Fall wiederfinden, zeigte sich im Verlauf des Abends. Junior Big Band, Streichorchester und Schulorchester lieferten beachtliche Leistungen ab. Etwa die musikalische Suite »Karneval der Tiere«, die das Schulorchester unter der Leitung von Elmar Westerbarkey mit viel Esprit hörbar machte. Oder die Choräle aus Bachs Weihnachtsoratorium, die vom Streicherorchester unter der Leitung von Beate Corßen mit Bravour gemeistert wurden. Dass es in den Umbauphasen zwischen den Auftritten immer wieder zu Pausen kam, in denen der Geräuschpegel in der Aula merklich anstieg, mag ein kleiner Schwachpunkt des Abends gewesen sein. Die Stimmung, die die Musiker gerade erst aufgebaut hatten, verflüchtete sich somit schnell. Vielleicht kennt der Nikolaus jemanden mit genügend Entertainerqualitäten, der im nächsten Jahr die Zeit zwischen den Programmpunkten überbrücken kann?

 

Als Carsten Hönniger, seit einigen Monaten neuer Musiklehrer am Gymnasium, und Helfer die E-Gitarren und Keyboards auf die Bühne räumten, war klar, dass jetzt rockigere Töne angeschlagen werden. Während der One-Republic-Hit »Apologize« noch recht besinnlich daherkam, rissen die Klänge von »Mardy Bum«, im Original von den Arctic Monkeys, die Zuhörer mit. Am lauten Applaus war abzulesen, dass die Schülerbands den Nerv des Publikums getroffen hatten. Das konnte spätestens bei dem Pop-Klassiker »Last Christmas« mitswingen. Dass die Schüler auch gut bei Stimme sind, bewiesen die Vocalensembles. Die Voice Guys absolvierten ebenso einen fabelhaften Auftritt wie die Voice Vibes, beide Chöre unter der Leitung von Musiklehrerin Beate Sehlhoff. Wohlklang und Gesangtechnik verschmolzen, so dass beispielsweise beim Lied »From A Distance", den die meisten in der Version von Bette Midler kennen dürften, Gänsehautmomente garantiert waren.

 

hk131213dHaben den Bogen raus: Die Streicherklasse überzeugte mit stimmungsvollen Liedern.

 

Zusammenrücken mussten die Schüler, als Stefan Binder die Swing Kids um sich versammelte, um mit ihnen Musik aus dem Musical »Wicked« anzustimmen. Synfonischer Bläserklang, Streicherchöre und reichlich Schlagwerk rissen die Zuhörer mit. Keine Frage: Die langen Proben für dieses Finale haben sich ausgezahlt. Hier schöpfte der musikalische Zweig des Gymnasiums noch einmal aus dem Vollen. Der Nikolaus ließ sich allerdings erst blicken, als alle gemeinsam Rolf Zuckowskis »Guten Tag, ich bin der Nikolaus« sangen.