Westfalen-Blatt

Patenprojekt am Steinhagener Gymnasium


wb011112Die Lehrer Jennifer Kruppke (links) und Thomas Kuhn (rechts) begleiten die Paten des Gymnasiums beim Projekttag und steuern das zweijährige Ausbildungs- und Begleitprogramm. Foto: Johanning

 

Sie setzen sich für andere Schüler der Erprobungsstufe ein, helfen ihnen, sprechen mit ihnen und schlichten, falls erforderlich, auch Streitigkeiten: Die Klassenpaten der der Jahrgangsstufen 9 bis 11 am Steinhagener Gymnasium absolvieren ein zweijähriges Ausbildungs- und Begleitprogramm.


Seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt es unter dem Motto »Komm', ich helfe dir!« am Gymnasium Klassenpaten für die Schüler der fünften und sechsten Klassen. Eine Klasse wird in der Regel von vier Paten betreut. »Idealerweise sind das zwei Mädchen und zwei Jungen«, sagt Thomas Kuhn, der gemeinsam mit Jennifer Kruppke die Übungen und Spiele der Klassenpaten organisiert und in der Praxis begleitet.


Es ist ein zeit- und arbeitsintensives Programm, das auf die künftigen Klassenpaten wartet. Beispielsweise führen sie eigenverantwortliche Patenstunden im Rahmen des Fachs »Soziales Lernen« mit der Klasse durch oder klären kleinere Streitfälle in den Klassen oder zwischen den Parallelklassen. Um ein Vertrauensverhältnis zwischen den jüngeren Schülern und ihren Paten aufzubauen, hat sich ein regelmäßiger Termin in der Woche — meist eine große Pause — etabliert, an dem sie ihre Klasse aufsuchen, um durch verschiedene Aktionen den Kontakt zu intensivieren.

 

»Wir haben zum Beispiel einen Kennenlernnachmittag veranstaltet, den Einschulungsgottesdienst mit vorbereitet und führen durch die Mensa«, sagt Schülerin Anna. Schließlich geht die Betreuung so weit, dass die Paten sogar mit der Unterstufe auf Klassenfahrt gehen oder ihre Schützlinge zum bundesweiten Vorlesetag begleiten. Ein-bis zweimal pro Halbjahr lassen sich die Paten dafür schulen.

 

Bei Vorbereitungsseminaren werden sie auf ihre Aufgaben vorbereitet. »Es findet ein regelmäßiger Austausch statt«, sagt Thomas Kuhn »Wir besprechen die nächsten Aktionen oder tauschen Erfahrungen aus.« Neben dem Kennenlernen verschiedener gruppendynamischer Spiele steht im Zentrum der Patenausbildung der Aufbau von sozialer Wahrnehmung und sozialer Kompetenz sowie der Fähigkeit, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu deeskalieren.


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