Westfalen-Blatt

Ehepaar Kunter berichtet im Steinhagener Gymnasium über Schulprojekt in Benin


wb221112Heike und Harald Kunter haben die Fünft- und Sechsklässler des Steinhagener Gymnasiums gestern über die Fortschritte beim Schulprojekt Bethleem in Benin informiert. Die Schüler sammeln auch in diesem Jahr für die Schule in Afrika. Foto: Andreas Schnadwinkel

 

Ein Baum, ein paar Hocker und ein Tisch. Wie die Mensa in der Bethleem-Schule in Benin aussieht, das haben gestern Schüler der fünften und sechsten Klassen des Steinhagener Gymnasiums erfahren. Heike und Harald Kunter vom Bürgerkomitee haben anschaulich aus Afrika berichtet.


Der Satz »Da seht ihr mal, wie gut ihr es habt« ist bei den Kindern angekommen - unterstützt von Bild und Ton, die Harald Kunter beim Besuch in Benin aufgenommen hat. Gemeinsam mit dem Bürgerkomitee unterstützt das Gymnasium das Schulprojekt Bethleem. Auch in diesem Jahr sammeln die Mädchen und Jungen wieder fleißig Spenden, vor allem in den Weihnachtsgottesdiensten am letzten Schultag (20. Dezember) vor den Weihnachtsferien.

 

Nicht nur die neue Mensa zeigt im kontinentalen Vergleich, wie hoch das Wohlstandsniveau in Deutschland allgemein und speziell in Steinhagen ist. Ein Buch pro Schulbank, in das die afrikanischen Kinder schauen, und Dä cher, durch die es in den Schulraum regnet - das ist der Standard in Benin. »Und genau das wollen wir verbessern mit den Spenden, die ihr sammelt«, sagte Heike Kunter und machte den Klassen der Erprobungsstufe deutlich, wofür das Geld benötigt und eingesetzt wird. Das Thema Mensa ließ die Schüler nicht so schnell los. »Was kostet ein Essen umgerechnet in Euro?« wollte ein Mädchen wissen. 15 Cent, und das ist in Benin viel Geld.


Bilder, die den Alltag der afrikanischen Kinder zeigen, stießen auf das meiste Interesse. Dass in der Bethleem-Schule der Lehrer auch wegen des Besuchs aus Steinhagen in deutscher Sprache begrüßt wurde, erstaunte die Fünft- und Sechstklässler. Besonders spannend fanden sie den Schlangenfilm über die Verehrung der Python-Göttin. Heike Kunter konnte sich vor Fragen kaum retten, schließlich hatte sie in Benin eine Python um ihren Hals geschlungen: »Ich hätte die Schlange noch stundenlang um den Hals tragen können, sie hat sich herrlich kühl angefühlt.«


Derzeit basteln die kleinen Gymnasiasten Spendenboxen, mit denen sie Geld für das Schulprojekt in der Dritten Welt sammeln. »Wenn die Kinder sehen, welchem guten Zweck ihr Einsatz dient, sind sie ganz motiviert bei der Sache«, sagte Lehrerin Vera Noll und betonte, dass die konkreten Rückmeldungen aus dem Projekt sehr wichtig seien. Das gelte auch für die vier Patenkinder, die das
Gymnasium hat. Gesammelt wird bis zu den neunten Klassen des Steinhagener Gymnasiums, weil die Oberstufenschüler nicht an den Gottesdiensten teilnehmen müssen. Im Unterricht lasse sich die
Bethleem-Schule in vielen Fächern thematisieren. Ob in Religion (in Benin gibt es 150 Glaubensrichtungen) oder Politik - Vera Noll, Martina Keilbart und Henning Gillrath finden viele Aspekte.