Haller Kreisblatt

Leistungskurs-Eleven eröffnen siebten Zyklus und machen europäische Weihnachten zum Thema

 

hk051212Die Vorleser: Leon Köhler (verdeckt), Britta Hollmann, Nina Wittkowsky, Lisa Uhle, Adriane Jannaber, Wiebke Kade, Joanna Albrecht, Luca Manthey, Julian Fischer, Louis Fuhrmann, Lea Wächter, Marion Räker, Julius Böhm, Janina Mues, Fabian Hirschauer und Michelle Leimkühler (von links) eröffneten den siebten Literarischen Adventskalender in der neuen Mensa im Schulzentrum. FOTO: E. REKATE

 

Die Gymnasiasten aus dem Q1-Leistungskurs Deutsch der 11. Jahrgangsstufe belebten ein bewährtes Konzept an einem vollkommen neuen Veranstaltungsort. Mit den Schülern zog auch der Literarische Adventskalender mitsamt dem Bürgermeister, dem Schulleiter, dem Organisationsteam und einem fast hundertköpfigen Publikum in die neue Mensa im Schulzentrum am Laukshof. Das war der Auftakt zum Vorlesewinter.

 

Zum Eröffnungsabend der siebten Veranstaltungsreihe des Literarischen Adventskalenders hatten sich Stadtmarketing und Gemeindebibliothek, vertreten durch Petra Holländer und Regina Howorek, eine ganz besondere »Location« ausgesucht. Die Magie der geräumigen, lichtdurchfluteten Mensa, die mittags Platz für 350 Gäste bietet, ist auch für Abendveranstaltungen wie geschaffen.

 

Die 16 vortragenden Schülerinnen und Schüler hatten sich gegenüber der Essensausgabe, direkt neben dem geschmückten Tannenbaum, aufgestellt. Bürgermeister Klaus Besser leitete die stimmungsvolle Vorlesestunde ein und zeigte sich ganz gespannt auf die europäischen Weihnachtsgeschichten. „Das entspricht dem Europaprofil der Schule", hob Besser hervor und startete die allererste außerschulische Veranstaltung in dem modernen Gebäude.

 

Schulleiter Josef Scheele-von Alven proklamierte zum Auftakt Enzensbergers »Kirschgarten im Schnee«. Anschließend purzelte eine vielfältige, auf die Advents- und Weihnachtszeit bezogene Lyrik und Prosa hervor. Zitierten die jugendlichen Vorleserinnen und Vorleser eingangs Autoren, deren Schilderungen nachkriegsbedingt in schwere Zeiten zurückreichten, ließen sie bald auch satirisch-humoristische Gegenwartstöne hören. „Das haben sich die Schüler so ausgesucht", erklärte die Deutschlehrerin Katja Wiertz die originelle Kombinatorik.


Da gab es zum Beispiel einen fiktiven Bericht über das ständige und lästige Schneeschaufeln zur Weihnachtszeit. Ein echtes Problem für den Protagonisten in Stevensen Haiwilers tagebuchartig abgefasster Chronologie. Oder das »duftende« Schicksal auf dem Herd, das der von Heinz Erhardt beschriebenen Weihnachtsgans aus Dänemark blüht, die jetzt noch tiefgefroren in der Kühltruhe ruht.


Sehr realistisch waren die Weihnachtsbeobachtungen von Monika Hunnius, die 1922 in Rom weilte: "Und draußen rauscht der Tiber und funkeln die römischen Sterne", schrieb die Verwandte von Hermann Hesse.
Der zeitgenössische Humorist Loriot hingegen verfasste wunderbar groteske Zeilen zum Advent: „Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken, Schneeflöcklein leis herniedersinken." — All diese Verse, die der Deutsch-Leistungskurs gekonnt zum Besten gab, gelten schon jetzt als Klassiker und wurden von den begeisterten Zuhörern, die in der neuen Mensa Punsch und Gebäck genossen, mit voluminösen Applaus bedacht.


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