Westfalen-Blatt

Feierliche Zeugnisübergabe in der Aula: Gymnasium verabschiedet 84 Abiturienten

Zum zweiten Mal hat das Steinhagener Gymnasium am Freitagabend Abiturienten verabschiedet. Doch dass dieser zweite Jahrgang sich nicht fühlen müsse wie auf dem undankbaren zweiten Platz, sondern einmalig und besonders sei, das strich nicht nur Schulleiter Josef Scheele-von Alven bei der Feier in der Schulzentrumsaula heraus.

 

84 Schülerinnen und Schüler haben ihr Abitur bestanden. Nach dem Gottesdienst in der Dorfkirche und vor der feierlichen Zeugnisübergabe in der Aula stellten sie sich ein noch einmal für ein Gruppenbild zusammen. Fotos: Annemarie Bluhm-Weinhold

»Wir verabschieden heute junge Menschen, von deren Leistungen wir vielfach beeindruckt sind und die wir als Menschen zu schätzen gelernt haben«, so Scheele-von Alven. Und Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Stockhecke betonte: Vielfach habe dieser zweite Jahrgang ja auch von den Erfahrungen des ersten profitieren können, und mitunter sei er auch der erste gewesen — der erste etwa , der einen Tag der offenen Tür oder die Musikklasse besuchen konnte.

Was aus dieser ersten Streicherklasse geworden ist, auch davon legte die Feier hörbares Zeugnis ab. Viele der Schülerinnen und Schüler sind bei ihren Instrumenten von damals geblieben, spielten auch Freitagabend im Schulorchester und im Streicherquartett, die unter Leitung von Elmar Westerbarkey und Beate Corßen die Feier begleiteten. Und einige dieser ersten Musikklasse griffen auch in kleinem Kreis auf der Bühne noch einmal in die Seiten —manche von ihnen das erste Mal seit sieben Jahren wieder — und gaben die Volksweise »Long Jong ago« zum Besten. Der Jahrgang 2011 spielte ein letztes Mal auf.

Nur nicht wehmütig werden. Doch der Rückblick, den die Stufenkoordinatoren Katja Wiertz und Andreas Frerkes hielten, vor allem aber die Worte von Konrektor Martin Zurwehme, der als Fach- und Klassenlehrer, zuletzt als Tutor den Jahrgang seit der sechsten Klasse begleitet, waren durchaus dazu angetan, den Abschied zu erschweren. 1500 Stunden, so hatte der Geschichtslehrer ausgerechnet, habe man zusammen verbracht: »Eine Zeit, die für eine gewisse Verbundenheit sorgt«, gestand Zurwehme freimütig ein: »Die Schüler sind mir ans Herz gewachsen.«

Einige Mitglieder aus der früheren Streicherklasse spielten noch einmal auf: Unter ihnen Inke Retzlaff und Katharina Fuchs (von links), die auch die Rede für die Schülerschaft hielten.

Vielleicht liegt das auch daran, dass diesen Jahrgang eine ungewöhnliche Ernsthaftigkeit und Weitsicht auszeichnete. Das zeigt jedenfalls eine Anekdote, die der Lehrer erzählte. So habe eine Schülerin im Geschichtsunterricht der sechsten (!) Klasse, als man über die Steinzeit und den Steinzeitmann Ötzi sprach, mit der Frage, ob man eine Leiche, auch wenn sie 5000 Jahre alt sei, immer wieder zeigen und ihr ein Museum bauen dürfe, eine lebhafte Diskussion angestoßen. »Ich war beeindruckt über das Niveau und die Empathie.«

Bürgermeister Klaus Besser gratulierte im Namen der Gemeinde und führte in seiner Rede den 84 Abiturienten vor allem die guten Bedingungen vor Augen, unter denen sie ihre Schullaufbahn erfolgreich absolviert haben: Eltern, engagierte Lehrer, ein Schulträger, dem Bildung wichtig sei, hätten dazu einen Beitrag geleistet. »Vor allem aber war es Ihre Motivation, Ihre Leistungsbereitschaft und Ihr Wille zum Erfolg. Behalten Sie sich diese Entschlossenheit für Ihren weiteren Lebensweg.«

Nach der Zeugnisvergabe zeichnete Fördervereinsvorsitzende Katharina Dammann einige Schülerinnen und Schüler speziell aus: Raphael Dalpke und Leonie Karvath als Jahrgangsbeste, Lennart Schiffer und Annalena Redecker für ihr Engagement in der SV, Katharina Fuchs und ein weiteres Mal Raphael Dalpke für ihr soziales Engagement. Wolfgang Buse übergab die Volksbank-Awards an Inke Retzlaff, Lea Hemkemeier und Ronja Fischer. Und den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhält Sebastian Birke. Dass sie nicht vergessen werden, auch dafür sorgen die Abiturienten: Neben den Kirschbaum, den der vorherige Jahrgang gepflanzt hat, setzen sie eine Pflaume.