Haller Kreisblatt

Gymnasiasten bringen Musical „Spamalot" mit viel Witz und Leichtigkeit auf die Bühne

Das hat Spaß gemacht. Mit der Musical-Adaption von Monty Pythons Kultfilm »Die Ritter der Kokosnuss« landete das Steinhagener Gymnasium am Mittwochabend einen Erfolg. Regelmäßig bringen die Schüler ein Musical zur Aufführung. Mit so vielen Songs, so viel Bühnenzauber und so viel Witz haben sie ihr Publikum aber noch nie überrascht. »Spamalot«, so der ungewöhnliche Titel des Musicals, war aus vielerlei Gründen herausragend.

 

Tolle Leistung: Dank des spielfreuidigen Ensembles und einem bestens aufgelegten Schulorchesters geriet die Aufführung zu einem Augen- und Ohrenschmaus. Als die Schöne aus dem Schilf die Bühne betrat, ging ein Raunen durch das Publikum. In dem Traum aus blauem Chiffon steckte Christoph Kastrop   Fotos: F. Jasper

Au weia! Schon als Schulleiter Josef Scheele-von Alven die Begrüßung sprach, machte das Mikro Probleme und auch in der Ansage aus dem Off verschluckte es Töne. Doch das war es dann auch. Die Aufführung startete mit Schwung und Technikprobleme blieben aus. Vielmehr waren es die Bühnenaufbauten, Technik und Effekte, die zum Gelingen der Vorführung einen nicht unwesentlichen Beitrag leisteten.

Keine Frage: Hier wurde auch hinter den Kulissen in die Vollen gegriffen. Vor dem Vorhang machte sich die Hauptfigur King Arthur mit den Zuschauern vertraut. Carolin Hölscher hatte die Hauptrolle übernommen und füllte sie mit viel Witz und wirklich gutem Mimikspiel aus. Herrlich, wie sie mit ihrem unsichtbaren Klappergaul über die Bühne reitete. Immer begleitet vom Geklapper zweier Kokosnüsse, denen bekanntlich Monty Pythons Filmversion den Titel verdankt.

Hat einen Plan: King Arthur, dargestellt von Carolin Hölscher, führt die Ritter der Kokosnuss an.

Auf der Suche nach kühnen Rittersleuten, mit denen sich King Arthur auf die Suche nach dem Heiligen Gral begeben kann, begegnet er schnell jenen skurrilen Gestalten, mit denen das Publikum die folgenden zwei Stunden noch eine Menge Spaß haben sollte. Zum Beispiel als Christoph Kastrop als »Die Schöne aus dem Schilf« erscheint und King Arthur zum König der Briten macht oder als eben jener King Arthur und seine Mannen vor dem Schloss eintrudeln, das von französischen Soldaten besetzt ist. Hier überzeugte Svenja Gerdes auf voller Linie als fiese Provokateurin, die King Arthur zur Weißglut treibt.

Mit viel Liebe zum Detail hatten die Schüler unter der Regie von Lehrer Reinhard Lauströer das Stück in Szene gesetzt. Lauströer hatte es sich nicht nehmen lassen, im Verlauf der Vorstellung als Phantom der Oper selbst eine kleine skurrile Nebenrolle zu übernehmen. Wer sich jetzt fragt, was das Phantom bei King Arthur zu suchen hat, dem dürfte auch zu Beginn das finnische Ballett im englischen Königreich spanisch vorgekommen sein - aber das ist nun mal der britische Humor, den kaum jemand so auf die Spitze getrieben hat wie Monty Python.

Nanu: Das Phantom der Oper hat sich im Musical vertan.

Eine Glanzleistung lieferten auch Chor und Orchester unter der Leitung von Stefan Binder, Beate Sehlhoff und Elmar Westerbarkey ab.

Noch nie hatte ein Musical des Gymnasiums so viele Musiktitel gezählt, die am Premierenabend mit ganz viel Verve dargereicht wurden. Natürlich gehörte auch der Monty-Python-Klassiker »Always look on the bright Side of Life« dazu, mit dem die Ausführenden das Publikum nach der Pause zum zweiten Akt begrüßten. Ansonsten bot das Musical einen schmackhaften Musikcocktail aus eingängigen Popsongs und revueartigen Broadwaynummern.

Schauspiel, Musik und Effekte zauberten das sehenswerte Ergebnis, das die Gymnasiasten in Zukunft nur schwerlich toppen dürften.

Nicht nett, aber gut Svenja Gerdes als fiese Französin

Bleibt die Frage, was bedeutet überhaupt »Spamalot«? SPAM ist ursprünglich ein englischer Markenname für Dosenfleisch. Als Synonym für eine unnötig häufige Verwendung und Wiederholung wurde der Begriff durch den Spam-Sketch der Comedyserie »Monty Python's Flying Circus« geprägt: In einem Café besteht die Speisekarte ausschließlich aus Gerichten mit Spam, die »Spam« teilweise mehrfach hintereinander im Namen enthalten. Im Sketch wird das Wort »Spam« insgesamt 132 Mal erwähnt. Seither steht das Wort rund um den Globus für massenhaft versandte, unerwünschte Werbe-E-Mails. Wörtlich übersetzt bedeutet »Spamalot« also »viel Büchsenfleisch«, daneben reimt sich das Wort auf Camelot, den Namen der Ritterburg, in der King Arthur mit seiner Tafelrunde getagt haben soll.

Lustige Truppe: Mit diesen Rittersleut hatte das Steinhagener Publikum über zwei Stunden ganz viel Spaß.

¦ Weitere Aufführungen finden am Samstag, 15. Oktober, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 16. Oktober, um 16 Uhr in der Aula statt. Karten gibt es zum Preis von 8 Euro (ermäßigt 4 Euro) im Vorverkauf im Gymnasium und in der Buchhandlung Lechtermann.


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