Westfalen-Blatt

Zehn Jahre Gymnasium: Wie sich der musikalische Schwerpunkt entwickelt hat

Von Anfang an war viel Musik drin im Steinhagener Gymnasium: Die Schule stand noch nicht – noch nicht einmal als Pavillon-Provisorium –, da erklärte Christa Wille-Möller, soeben ernannte Konrektorin, schon die Musik zu einem Schwerpunkt der zukünftigen Arbeit.

 

Saite für Saite, sprich: Schritt für Schritt, werden die Kinder in den Musikklassen, die es in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe gibt, an ihre Instrumente herangeführt. Nach zwei Jahren sind sie schon geübt, und viele machen danach in den Ensembles der Schule weiter. Fotos: Bluhm-Weinhold

Zehn Jahre später hat das »SteinGy« seine volle klangliche Bandbreite erreicht: Da gibt es das Vororchester »MusicChords«, den Unterstufenchor »Voice Guys« und den Mittel- und Oberstufenchor »Voice Vibes«, die Bläser- und die Streicherklassen, die Junior-Bigband, die Bigband, die Kammermusik AG, das Sinfonische Streichorchester, die »Swing Kids« und das Schulorchester – wer weiß, was noch kommt. Nicht zu vergessen die Musiktechnik AG, die sorgt schließlich für den guten Ton bei den Konzerten. Und nicht zuletzt dank der Musik genießt das Steinhagener Gymnasium einen ausgezeichneten Ruf in der Schullandschaft der Region. Welche Schule kann schon einen Musik-Leistungskurs bieten: Das »SteinGy« hatte schon einen in seinem ersten Oberstufen-Jahrgang, der 2010 Abitur machte.

Großer Moment für Burak, Philipp, Ellen und die Junior-Bigband: das Jazz-Festival im Juli 2010.

Doch von vorn: Die Hallerin Christa Wille-Möller ist nicht nur Deutsch-, sondern vor allem auch Musiklehrerin. 2001 kam sie vom Bielefelder Gymnasium am Waldhof an die neue Steinhagener Schule, 2005 wechselte sie als Schulleiterin ans Königin-Mathilde-Gymnasium Herford und ging 2010 in der Referendarsausbildung als Fachleiterin Musik an das Studienseminar in Paderborn. Musik ist ihr Leben – und das brachte sie auch in die Schule, die sie aufbaute, ein. »Wir wollen jedes Jahr ein Musiktheater aufführen«, formulierte sie schon im Januar 2001, als sich die Schulleitung erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, einen Plan. Eines ist klar: Musiklehrer alleine können ein so gewaltiges Angebot wie das des »SteinGy« gar nicht stemmen. Dazu müssen zusätzliche Kräfte mit ins Boot. Und die holte sich die Schule – sowohl fachlich wie auch finanziell in Person großzügiger Sponsoren beispielsweise für die Ausstattung der Musikklassen mit Leihinstrumenten.

Das Gymnasium war noch nicht einmal ein halbes Jahr in Betrieb, da unterzeichneten Schulleiter und Konrektorin eine Kooperation mit der Kreismusikschule Gütersloh, die maßgeblich zu der heutigen klanglichen Vielfalt des »SteinGy« beitrug. Ohne Musikschulleiter Michael Corßen und seine Frau Beate gäbe es keine Musikklassen und vermutlich auch nicht so viele Chöre, Ensembles und Orchester der Schule – 180 Mitwirkende, knapp ein Fünftel der Schülerschaft, bringen sie mit Leichtigkeit auf die Bühne der Aula bei den beiden großen jährlichen Konzerten.

Und auch sonst singt und klingt es immer in der ersten Etage des runden Mittelgebäudes des Gymnasiums. Denn da sind die Musikräume. Da sind Stefan Binder, Beate Sehlhoff und Elmar Westerbarkey und all die anderen mit ihren Klassen und Gruppen tätig. Regelmäßig lassen sie in kleinen Streich- oder Bläser-Events von sich hören. Oder eben im ganz großen Orchester.

Zwei, die das »SteinGy« musikalisch gemacht haben: Christa Wille-Möller und Stefan Binder.

Der wohl größte musikalische Coup, der in der ganzen Region aufhorchen ließ, gelang Stefan Binder und seinen emsigen Mitstreitern im Sommer 2010, als das »SteinGy« sein erstes – und bisher einziges – Jazz-Open-Air-Festival feierte. Schön auch zu hören, dass die eigenen Bands durchaus mithalten konnten mit berühmten Gästen aus ganz OWL. Und auch jetzt zum Jubiläum können Chöre und Orchester wieder große Töne spucken: unter anderem mit dem Musical »Spamalot«, Monty Pythons genial-abstruser Geschichte von König Artus auf der Suche nach dem heiligen Gral. Auf die Premiere am Mittwoch, 12. Oktober, fiebert schon alles hin. Da ist es also wieder, das Musiktheater. Und tatsächlich gehört es, wie es sich die Musiklehrerin damals gewünscht hatte, seit dem in jeder Hinsicht fantastischen »Schabernackel« 2002 Jahr für Jahr zum guten Ton des »SteinGy«.


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