Westfalen-Blatt

Projekttage am Steinhagener Gymnasium — Ergebnisse werden am Samstag beim Schulfest vorgestellt

Der Gral liegt im Keller im Lager, die Beine vom Schwarzen Ritter trocknen gerade, und die Füße vom lieben Gott sind auch schon fertig. Nein, keine Hexerei ist hier im Gange, sondern ein künstlerischer Schöpfungsprozess: Kulissen-und Requisitenbau für das Musical »Spamalot«. Aber das ist nicht das einzige Spannende, das derzeit am Steinhagener Gymnasium passiert.

 

Einer der Füße des lieben Gottes: Im Kunstprojekt, das die Lehrerinnen Kristina Augustin und Claudia Neuhaus betreuen, haben die Schülerinnen und Schüler aus Pappmaché die Großrequisiten für das Musical »Spamalot« hergestellt. Improvisation war gefragt — vor aber allem dadurch, dass durch personelle Ausfälle auch ein Foto- und ein weitere Gestaltungsprojekt mit im Kunstraum stattfanden.

Es sind Projekttage am »SteinGy«, und das heißt: 986 Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit Themen, die weit über den Unterricht hinausgehen. Da werden Musikinstrumente selbst gebastelt und der Schulgarten aufgemöbelt, Tennis und Beachvolleyball gespielt, eine Projektzeitung erstellt, Stepptanz geübt und die japanische Kultur erforscht. Ulrike Hellmuth bereitet mit einer Gruppe Spezialitäten »Mehr als Paprika und Paella« in der Küche des Hauses der Jugend zu, andere Schüler sind zum Reiten und erleben das »Abenteuer Pferd«. Michael Worgul ist mit einigen Schülern zum Hermannsdenkmal und nach Kalkriese aufgebrochen: Die Varusschlacht ist ihr Thema.

Auf der Streuobstwiese haben Timo (links) und Miguel und ihre Projektgruppe alles vorbereitet, um heute Bäume zu pflanzen.

Ob Probenmarathon für das Musical »Spamalot«, Fotografie oder Maskenkunst, Tierhotels oder Theater - alles ist möglich im Gymnasium in diesen Tagen, die mancher sogar im Kino verbringt. Mit 19 Schülerinnen und Schülern ist Katharina Lempelius zu Gast im Cinemaxx in Bielefeld. Dort lassen sich die Gymnasiasten die Entwicklung vom analogen zum digitalen Film erklären. »Die drei Musketiere« in einer Version aus den 90er Jahren und in der aktuellen 3D-Form dienen ihnen als Studienobjekt.

Doch die Wunder der Technik finden auch im heimischen Physikraum statt. Bei Lehrerin Vera Linn und Referendarin Stefanie Goedtke schweben Kreisel, laufen winzige Mühlen unter Hochspannung und werden Lampen mit dem Streichholz angezündet - sieht spektakulär aus, ist aber ein alter Zaubertrick: Tatsächlich schließt sich beim Anzünden nämlich ein Fotowiderstand. Aber hinter dem nüchternen Projekttitel »Bauen und verstehen« verbergen sich eben ganz spannende physikalische Spielzeuge aus dem Alltag.

Ganz bodenständig geht es derweil bei Helmut Mehl und seiner Gruppe aus 19 Schülern der Klassen sieben bis 13 zu. Dem Geschichts-, Philosophie und Sportlehrer ist die Streuobstwiese hinter der Schule ein Anliegen. Auf dieser führen bisher sieben Bäumchen seit Errichtung der Schule mehr oder weniger ein Schattendasein, nun bekommen sie Zuwachs: von der Ravensberger Renette und weiteren Apfelbäumen, einer Hauszwetschge und einer Knorpelkirsche. Die Jugendlichen wollen gerne auch noch Gellerts Butterbirne anpflanzen - denn die ist ihnen beim Verkosten in der Baumschule Upmann besonders auf der Zunge zergangen.

Tobias lässt den Kreisel schweben: keine Zauberei, sondern Magneten, die sich abstoßen. Fotos: Bluhm-Weinhold

Ausgenommen von der freien Projektwahl sind die Unterstufenschüler. Die Sextaner sind noch so frisch dabei, dass sie Kennenlerntage im Klassenverband einlegen. Und die sechsten Klassen sind gerade von der Stufenfahrt nach Spiekeroog zurück und bereiten jetzt ihre Eindrücke und Erlebnisse auf, so dass sie sie am Samstag präsentieren können. Denn darauf läuft ohnehin alles hinaus: Alle Gruppen werden sich mit Vorführungen oder Dokumentationen in das Programm des Schulfestes einbringen. Dieses beginnt um 16 Uhr und erlebt gegen 21.30 Uhr einen spektakulären Höhepunkt: das Feuerwerk. Auch dafür laufen bei Physiklehrer Timo Drewitz und seiner aus sechs Oberstufenschülern bestehenden Projektgruppe jetzt die explosiven Vorbereitungen


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