Westfalen-Blatt

Der Förderverein des Steinhagener Gymnasiums wird zehn Jahre alt – und hat auch finanziell viel bewegt

Zehn Jahre Steinhagener Gymnasium, das sind auch zehn Jahre Förderverein. Noch bevor am 20. August der erste Jahrgang eingeschult wurde, formierten sich am 26. Juni 2001 die Unterstützer. Mit einer internen Feierstunde wird der Geburtstag an diesem Samstag begangen. Vorab blickt das WESTFALEN-BLATT mit Vorsitzender Katharina Dammann auf zehn erfolgreiche Jahre eines kleinen Konzerns zurück.

 

Schule sei auch Teil des Familienlebens: So begründet das Vorstands-Duo Katharina Dammann (links) und Elke Meyer zu Hoberge sein ehrenamtliches Engagement. Foto: Bluhm-Weinhold

Als Konzern bezeichnet die Vorsitzende den Verein, den sie seit dem vergangenen Jahr als Nachfolgerin des langjährigen Vorsitzenden Thomas Kopsieker führt. Zahlen will sie zwar erst am Samstag nennen, doch die gute Bilanz ist ohnehin offensichtlich. Der Konzern hat viel bewegt am Gymnasium und vieles überhaupt erst möglich gemacht. Grau ist alle Theorie: Zweck des Vereins ist laut Satzung, die Erziehung und Ausbildung der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in ideeller und materieller Hinsicht zu unterstützen, den Unterricht zu fördern sowie die Anliegen der Schule in die Öffentlichkeit zu bringen. Was heißt das? Katharina Dammann hat dafür ein sehr anschauliches Bild: »Wir sorgen wie ein Ölkännchen dafür, dass Dinge an der Schule ans Laufen kommen. Und wir bringen die Schule noch stärker ins Bewusstsein der Gemeinde.«

Dass nicht nur Verwaltung, sondern auch Bürger offen für die Belange der Schule sind, das zeigt sehr eindringlich das erste große und sehr ehrgeizige Projekt des damals noch jungen Fördervereins, das gleich zum Riesen-Erfolg wurde: Mit dem damaligen Vorsitzenden Prof. Dr. Paul Nolte an der Spitze warben die Schul-Unterstützer Spendengelder für die Ausstattung der ersten Musikklasse mit Instrumenten ein. Und Steinhagener Firmen und Privatleute öffneten ihre Brieftaschen: 26500 Euro für die Streicher waren im Nu beisammen. »Diese Bereitschaft war überraschend«, sagt die stellvertretende Vorsitzende Elke Meyer zu Hoberge.

Und der Erfolg wurde wiederholt: Auch für die Ausstattung der nächsten Musikklasse, der Bläser, flossen ein Jahr später wieder die Spenden – und auch noch einmal, als noch eine zweite Bläserklasse parallel dazukam und wieder Leih-Instrumente gebraucht wurden. Gesamtspenden für die Musikklassen: 70000 Euro!

Nach diesem »Gesellenstück« mit den Instrumenten legte der Förderverein 2010 die »Meisterprüfung« ab – mit einem zweiten Großprojekt: der Photovoltaikanlage. Katharina Dammann sagt, dass ihr in der Entscheidungsphase manchmal die Knie geschlottert hätten: »Das fing alles ganz klein mit einer Anfrage des Fachbereichs über 500 Euro für eine PV-Anlage an.« Die Naturwissenschaftler hatten ja Ehrgeiz, die diversen Preisgelder, unter anderem 5000 Euro vom ZDF, nachhaltig, nämlich in Sonnenenergie, anzulegen. Das Ende vom Lied: Der Förderverein ist nun stolze Eigentümerin der 30000-Watt-Anlage auf dem Schuldach. 90000 Euro hat sie gekostet, 20000 Euro sind Eigenkapital (Preisgelder, staatliche Zuschüsse, die Spendenaktion »Bausteine«), der große Rest läuft über einen günstigen Volksbank-Kredit. Eine Investition, die sich gelohnt hat, und die über die Einspeisevergütung Geld bringt und der Schule zugute kommt.

Der Förderverein – ein kleiner Konzern. Zweiter Wirtschaftsbetrieb des Vereins ist der seit 2004 bestehende Schulkiosk, ehrenamtlich betrieben von Elke Meyer zu Hoberge und weiteren Müttern zur Erweiterung der Mittagsversorgung. Außerdem verwaltet der Förderverein, der rechtlich unabhängig von der Schule ist, Gelder aus dem Landesprogramm »Geld oder Stelle«, mit denen die Mediothek angemessen personell betreut werden kann.

Doch der Kernbereich ist und bleibt die gemeinnützige Arbeit. Und auch da fallen mitunter stattliche Beträge an – 2400 Euro etwa für ein gebrauchtes Klavier für zusätzlichen Musikunterricht im Rahmen der Ganztagsbetreuung, 4000 Euro für 1700 Euro Zuschuss, damit Klassenpaten die Inselfahrten der Quinta begleiten können oder 3000 Euro für den Sportbereich 2010 (Sporthelferausbildung, Bälle, Trikots, Fahrten zu Turnieren). Dazu kommen viele Kleinigkeiten wie Lernsoftware, Staffeleien für ein Kunstprojekt, Auszeichnungen besonderer Leistungen der Abiturienten – die mit 100 Euro dotierten »Abi-Steine« – sowie im sozialen Bereich die Unterstützung bedürftiger Schüler bei Klassenfahrten und Auslandspraktika.

Dass die Ausstattung des Gymnasiums »Eins mit Sternchen« sei, das sei nur gelungen, weil sich der Förderverein stets so eingebracht habe, meinen Katharina Dammann und Elke Meyer zu Hoberge selbstbewusst. Und darauf darf man dann auch mal anstoßen...