Westfalen-Blatt

Das Gymnasium wird zehn Jahre alt: gelungene Party mit buntem Schulfest und spektakulärem Feuerwerk

Welche Zehnjährige bekommt schon eine solche Geburtstagsparty: Kuchen gleich dutzendweise und viele weitere ausgefallene Leckereien, tausende Gäste, Disco – und ein spektakuläres Feuerwerk? Steinhagens jüngste Schule, das Gymnasium, gönnte sich Samstag zum ersten runden Geburtstag eine solche Riesen-Fete. Und die kam prima an.

Der Große Wagen am Himmel verblasst gegen diese Farbenpracht, Teich und Schulzentrum bilden die Kulisse: Das Spektakel aus Wasser und Feuer beeindruckt Hunderte.Foto: Bluhm-Weinhold

Die nahezu 1000 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, ihre Lehrer, Familien und Freunde sowie zahlreiche interessierte Bürger feierten das Schulfest mit. Absoluter Glanzpunkt war natürlich das große Feuerwerk, das Physiklehrer und Pyrotechniker Timo Drewitz mit der Bielefelder Firma Blickfang und seinen Schülern Jonas Gehring, Tim Rodiek, Lennart Rietz, Nils Steltmann, Jan Landwehr und Marco Felsberg über dem Teich entfachten. Erstmals im Zusammenspiel mit der Wasserorgel der Steinhagener Feuerwehr (dazu Extra-Kasten) löste es Begeisterungsstürme bei den Zuschauern aus: Die Kometen am Himmel, die Vulkane am Boden – insgesamt mehr als 1000 Einzelschuss, zusammengefasst in Batterien von Effekten – und dazu die unterschiedlich beleuchteten Fontänen der Wasserorgel bildeten eine tolle Harmonie.

Schlagzeug, Gitarre und ein Mini-Klavier hat seine Gruppe gebaut:

Simon Mletzko spielt das B

Vorsicht scharf: Mustapha Ndure hat Domoda gekocht.

»Alles hat geklappt«, stellte nicht nur Timo Drewitz am Ende fest, sondern auch Feuerwehrmann Dieter Wessel an der Wasserorgel. Besondere Herausforderung für beide: Dargestellt werden sollten mit Feuer, Wasser und Musik fünf Säulen der Schule – also die Musicals, die sportlichen Erfolge, die Naturwissenschaften, die Europa-Ausrichtung und die Musikklassen. Und das bedeutete, dass die Dramaturgie der Fontänen auf den Monty-Python-Hit »Always look on the bright side of life« ebenso wie auf John Miles' »Music« abgestimmt sein musste – und das war sie perfekt.

Nicht nur künstlerisch, sondern auch völkerkundlich haben sich Olga Bukalski (links) und Annika Kersten und ihre Mitschüler im Projekt von Erdkunde- und Englischlehrerin Lena Linder mit Masken beschäftigt.

Doch zurück zum Nachmittag: Denn vor dem explosiven Finale und der von der SV vorbereiteten Disco stand ein Schulfest, das an Vielfältigkeit kaum zu überbieten war. Die Eltern hatten unter anderem ein üppiges internationales Buffet auf die Beine gestellt, das Eltern aus elf Nationalitäten mit Spezialitäten bestückten. Da gab es dänischen Mandelkuchen ebenso wie russische Piroggen, da konnte man französischen Lachs-Kuchen und türkische Linsenfrikadellen kosten. Und wer keine Angst vor scharfen Speisen hatte, der ließ sich indische Samosas, Teigtaschen mit Kartoffeln und Erbsen gefüllt, oder Domoda, ein Fleischgericht aus Gambia mit afrikanischem Pfeffer, schmecken.

Wer Kaffee und Kuchen bevorzugte, war am SV-Buffet in der Cafeteria richtig, das die Fünftklässler bestückt hatten. Von dort aus konnte man den Rundgang durch die Präsentation der Projekt-Tage antreten. Der aufgemöbelte Schulgarten wurde ebenso vorgestellt wie die Projektzeitung. Mit »Toga, Cena, Milites« ging es zurück in die Römerzeit, und die Zukunftswerkstatt entwarf »Das SteinGy 2021«. Maskenkult, Hexenverfolgung, Kunst und Kultur in Japan, Kochen international und und und. Mehr als 30 Gruppen zeigten ihre Ergebnisse. Und nicht nur Schulleiter Josef Scheele-von Alven war beeindruckt – zumal: »Man lernt die Schüler von einer anderen Seite als im Unterricht kennen. Projekttage sind wichtig für das Schulklima.«

Dass es schon zehn Jahre her ist, dass im Container alles anfing mit dem »SteinGy«, findet der Schulleiter erstaunlich: »Es ist aber ebenfalls kaum vorstellbar, dass es einmal ein Steinhagen ohne Gymnasium gegeben hat.«

Step-Aerobic war nur eines von zahlreichen Sport-Projekten.

Über die junge Jubilarin staunte auch ein Ehrengast: Christa Wille-Möller, die als Konrektorin von 2001 bis 2006 die Schule mit aufgebaut hat. »Die Schule hat sich sehr gut weiter entwickelt.«

Die Wasserorgel der Feuerwehr

Einmal hat die Wasserorgel bereits am Gymnasium gespielt – zum Fünfjährigen. Eine beeindruckende Vorstellung damals, die nun noch übertroffen wurde. 2000 Liter Wasser – in diesem Fall aus dem Teich – braucht die Orgel pro Minute. Dass die richtigen 640 Düsen zur richtigen Zeit auf- und zugedreht werden, um die bis zu 15 Meter hohen Wasserfontänen im Takt der Musik und im Einklang mit dem Feuerwerk »tanzen« zu lassen, dazu gehört schon etwas. Denn alles ist Handarbeit. Dieter Wessel »dirigierte« die Kollegen.

Besondere Schwierigkeit außer der Abstimmung auf die Musik und die Feuerwerkseffekte: Einzuplanen sind immer drei Sekunden Verzögerung, bis das Wasser wirklich spritzt. »Man muss also immer einen Takt vor sein«, so Löschzugführer Lutz Mescher.

Neu ist: Die Wasserorgel spielt jetzt im Schein von LED-Lampen. Die Umrüstung ist gerade abgeschlossen. LED senke nicht nur den Stromverbrauch, es sei auch präziser einsetzbar, leuchte klarer und intensiver, so Mescher.


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