Haller Kreisblatt

Gymnasium 10 Jahre Foerderverein

»Nicht kleckern, sondern klotzen« ist ein Motto, das für viele einen leicht negativen Touch hat. Beim Förderverein des Gymnasiums ist diese Maxime jedoch durch und durch positiv zu werten. Denn ohne die engagierten Mitglieder, die von Anfang an keine Angst vor großen Aufgaben, großen Geldsummen und großen Herausforderungen zeigten, wäre das Gymnasium nicht das, was es heute ist: eine Schule, die besonders im musischen Bereich einen exzellenten Ruf über die Gemeindegrenzen hinaus genießt.

 

Beeindruckender Auftritt: Das Schulorchester des Gymnasiums unterstrich mit seinem Können, wie gut die vom Förderverein gesammelten Spenden für die Musikklassen der Schule investiert sind.

Im Juni 2001, noch bevor die ersten Fünftklässler im Gymnasium die Schulbank drückten, kamen 26 engagierte Väter und Mütter zusammen, gründeten den Förderverein und wählten Prof. Dr. Paul Nolte zu ihrem Vorsitzenden. „Mit dem Musikklassen-Projekt kam schon kurz darauf der erste Knaller", erinnerte sich der Historiker beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen am Samstag. „3 500 Euro für ein Cello - das war schon mal eine Ansage."

Von der sich die Mitglieder aber nicht erschrecken ließen, auch als die Schätzungen bereits im Februar 2002 von einer Gesamtinvestition von 60 000 Euro für Streicher- und Bläserklassen ausgingen. Sie krempelten die Ärmel hoch, putzten fleißig Klinken bei der heimischen Wirtschaft, holten mit Erfolg Sponsoren ins Boot, sammelten 70 000 Euro für Geigen, Celli, Trompeten und Co.

„Das war eine sehr gute Geldanlage", bilanzierte Katharina Dammann. Wie Recht die Fördervereinsvorsitzende mit dieser Aussage hatte, bewies das Schul-orchester, das unter der Leitung von Elmar Westerbarkey die Feierstunde unter anderem mit Kompositionen von Sibelius, Liszt, Beethoven und Mozart eindrucksvoll umrahmte.

Die Finanzierung der Ins-trumente der Musikklassen sollte sich im Rückblick jedoch als eine Art Gesellenstück herausstellen. Die Meisterprüfung legte der Förderverein im vergangenen Jahr ab: „Dabei fing alles so harmlos an", schmunzelte Katharina Dammann. Schulleiter Josef Scheele-von Alven war beim Tag der offenen Tür auf den Förderverein zugekommen. Die Schule hatte gerade 5 000 Euro bei einem ZDF-Energiewettbewerb gewonnen. Es würden aber noch ein „paar Euro" mehr gebraucht.

Dass daraus am Ende eine Investition von knapp 100 000 Euro für eine rund 500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Gymnasiumsdach werden würde, hätte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand vermutet. „Wir haben schlaflose Nächte gehabt", gab denn auch Katharina Dammann unumwunden zu, doch der Förderverein nahm mit Unterstützung der Schüler und einem Kredit in Höhe von 80 000 Euro auch diese hohe Hürde.

Doch es sind nicht nur die großen Summen, die dem Förderverein und der Schule wichtig sind, wie Thomas Kopsieker betonte, der 2002 die Nachfolge von Prof. Dr. Paul Nolte antrat und sein Amt im vergangenen Jahr an Katharina Dammann abtrat. Allein in diesem Jahr sorgte der Förderverein, der heute 327 Mitglieder zählt, für neue Sporttrikots, bezuschusste Klassen- und Kursfahrten oder schaffte flexible Bühnenelemente an. Ganz besonders beliebt bei den Schülern ist die vom Förderverein betriebene Cafeteria, in der die Vize-Vorsitzende Elke Meyer zu Hoberge mit viel Elan im Einsatz ist.

„Eine tolle Schülerschaft, ein engagiertes Kollegium, eine zugewandte Gemeinde und tatkräftige Eltern - wenn man diese Kräfte bündelt, müssen wir uns um die Zukunft keine Sorgen machen", schaute Katharina Dammann zuversichtlich nach vorn.

Auch Bürgermeister Klaus Besser zeigte sich optimistisch: „Diese Schule wird schon allein aus dem Willen der Eltern heraus, die ihre Kinder vermehrt auf das Gymnasium schicken wollen, auch dann weiterbestehen, wenn es zur Gründung einer Sekundarschule in zwei Jahren kommen sollte", bekräftigte der Bürgermeister während der Feierlichkeiten.

Zehnjähriges Bestehen: Schulleiter Josef Scheele-von Alven, der ehemalige Vorsitzende Prof. Paul Nolte, Bürgermeister Klaus Besser, Vorsitzende Katharina Dammann und ihr Vorgänger Thomas Kopsieker (von links) blickten am Samstag auf eine Dekade Fördervereinsgeschichte zurück.