Westfalen-Blatt

Kurs des Gymnasiums Steinhagen entwickelt erstes Gütesiegel für effiziente Wohngebäude 

 

Wer in Steinhagen ein energiesparendes Haus baut, könnte dafür künftig ein Gütesiegel erhalten. Das wünscht sich der Differenzierungskurs »Naturwissenschaften in gesellschaftlicher Verantwortung« der Jahrgangsstufe 10 des Steinhagener Gymnasiums. 

 

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Das Öko Siegel »SteinhagENERGYmnasium« haben 24 Zehntklässler des Differenzierungskurses »Naturwissenschaften in gesellschaftlicher Verantwortung« entwickelt. Das Prädikat haben die Schüler bereits Anfang März bei den Bielefelder Immobilientagen präsentiert. Foto: Schnadwinkel 

24 Schüler haben unter Anleitung des Kurslehrers Henning Gillrath das »Steinhagener Gütesiegel für nachhaltiges Bauen und Sanieren« entwickelt. Angesichts des Klimawandels, der C02 Emissionen und der Endlichkeit fossiler Brennstoffe spielt die Nachhaltigkeit von Energie in den Überlegungen eine große Rolle. Die Schüler haben fünf Leitideen formuliert, die das Steinhagener Gütesiegel unverwechselbar machen sollen: Ein Haus erzeugt Strom selbst; das Gebäude soll aus biologisch abbaubaren und gesundheitlich unbedenklichen Materialien errichtet sein; Eigentümer sind zur Energieeffizienz und zum Energiesparen verpflichtet; das Haus soll eine nachhaltige Lebensweise ermöglichen und fördern; dabei soll das Haus einen hohen Wohnkomfort bieten und bezahlbar bleiben. Mit diesem Idealbild nachhaltigen Hausbaus nehmen die Zehntklässler am Schülerwettbewerb »Wir 2020. Zukunft denken und Verantwortung übernehmen« des Magazins »Focus« teil. Am Montag ist der Abgabetermin.

»Seit November haben wir an dem Projekt gearbeitet«, sagt Henning Gillrath und sieht für die Schüler eine gute Gelegenheit, im Unterricht projektbezogen tätig zu sein und den Schulalltag aufzulockern. »Am Anfang haben wir von jedem einzelnen Schüler Ideen gesammelt, die in das Vorhaben mündeten, das Gütesiegel >SteinhagEnergy< mit Inhalt zu füllen«, fährt Gillrath fort.

Fachlich haben sich die Jugendlichen guten Rat geholt. Zu den Unterstützern in Sachen Kompetenz gehören der Architekt Oliver Erdmann aus Werther, der auch in Steinhagen Altbauten saniert und ausgewiesener Energieberater ist, das Architekturbüro Weichynik aus Bielefeld mit dem Beitrag »Wie wird und wie muss in Zukunft gebaut werden?«, die Umweltberatung der Gemeinde Steinhagen, die in den 80er Jahren bereits einen von der Zielsetzung ähnlichen Kriterienkatalog entwickelte, und die Initiative Energie Impuls OWL, die bei baustofflichen und bauenergetischen Problemen geholfen hat.

Wer denkt, dass das Projekt keinen Praxisbezug habe, sieht sich getäuscht. Anfang März waren die Schüler mit einem Stand bei den Bielefelder ImmobilienTagen vertreten und konnten bei der Firma Hake Bau aus Diepenau Interesse wecken. Auch die politischen Parteien sollen dem Energie Prädikat positiv gegenüber stehen. Und im Juni nimmt der Kurs am Umweltmarkt teil.

»Das Siegel soll keine Seifenblase sein, sondern sich in der Praxis bewähren«, zeigt sich Henning Gillrath überzeugt vom Konzept. Und Schülerin Lina Hundeloh ergänzt: »Am Besten wäre es, wenn wir Schüler das Siegel vergeben würden und nicht Politik oder Verwaltung.«