Haller Kreisblatt

Anbau am Gymnasium soll nach den Sommerferien bezugsfertig sein

 

Mensabetrieb im Schulzentrum muss entzerrt werden

Während die Schüler des Gymnasiums ihre Osterferien genießen, haben an dem Schulgebäude die Bauarbeiten für die Erweiterung des Bauteils C an der Ostseite des Komplexes begonnen. Hier entstehen Räume, die nach den Sommerferien für den Ganztagsbetrieb genutzt werden.

 

ImageFundament wird ausgeschachtet: Der 50 mal neun Meter große Anbau wird an das Bauteil C angefügt. Die Grundrisse lassen sich auf dem Foto bereits erahnen. In den Anbau werden Räume für den Ganztagsbetrieb des Gymnasiums eingerichtet.

„Wir haben in den Osterferien die Fundament und Dacharbeiten durchgeführt. Die sind allein schon wegen des Baggers besonders lärmintensiv und sollten mit Beginn des Schulbetriebs abgeschlossen sein. Schließlich wollen wir den Unterricht so wenig wie möglich beeinträchtigen", erklärt Baupolier Martin Buschmann. Damit die Gymnasiasten im Bauteil C beim Lernen nicht gestört werden, wurde eine so genannte Staubwand eingezogen. Sie trennt den Schulflur, von dem bisher nur zu einer Seite die Klassenräume ausgehen, von dem im Bau befindlichen Anbau. „Die Wand ist 25 Meter lang und gut gedämmt", sagt Martin Buschmann. Während die Firma Massivbau Schröder aus Gütersloh die Rohbauarbeiten durchführt, ist das Steinhagener Unternehmen Elektro Sötebier im Inneren des Gymnasiums bereits mit dem Verlegen der Versorgungsleitungen beschäftigt.

ImageProvisorische Wand: Baupolier Martin Buschmann an der Nahtstelle für den Anbau. Die Staubwand (links) trennt die bestehenden Klassenräume von Lärm und Dreck der Baustelle. FOTO: F. JASPER

In dem 50 mal neun Meter großen Anbau entstehen zwei Räume in Klassengröße, ein Raum zur Lehrervorbereitung und ein Lernstudio mit drei kleinen Einheiten. Hier können die Schüler künftig ihre Hausaufgaben erledigen oder in Kleingruppen lernen. „Wir werden außerdem einen multifunktionalen Raum einrichten, der mit Beamer und Leinwand ausgestattet wird", gibt der stellvertretende Schulamtsleiter Stephan Walter Einblicke in die Ausstattung der Räume.

Eine eigene Mensa wird das Gymnasium, obwohl es seit diesem Schuljahr als Ganztagsschule geführt wird, nicht bekommen. „Wir prüfen zurzeit mehrere Möglichkeiten, wie wir den Betrieb der Mensa im Schulzentrum entzerren können, zumal die Realschule im Sommer ebenfalls den Ganztagsbetrieb aufnimmt", so Stephan Walter. Die Mensa wird von Jugendlichen aller weiterführenden Schulen genutzt. Die Kosten für den Gymnasiumsanbau belaufen sich auf 943000 Euro; hinzu kommen 130 000 Euro für die Einrichtung. Martin Buschmann ist optimistisch, dass die Baumaßnahme pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien abgeschlossen ist: „Es ist ja nur ein eingeschossiger Bau und wir liegen gut im Zeitplan."

Der Anbau an das Gymnasium fügt sich nahtlos in das Erscheinungsbild des futuristisch anmutenden Gebäudekomplexes ein. In dem von den Architekten Andreas Knirr und Burghard Pittig erstellten Entwurf war eine Erweiterung des C Flügels von Beginn an vorgesehen.

DER HINTERGRUND

Süddeutsche Zeitung würdigt Steinhagener Gymnasium

In seiner aktuellen Ausgabe widmet sich das Magazin der Süddeutschen Zeitung (SZMagazin) der Architektur von Schulgebäuden. „Obwohl unsere Kinder ganze Jahre ihrer Jugend in Klassenzimmern zubringen, wird selten Wert darauf gelegt, dass ihnen so ein Ort auch gefällt", stellt das Magazin fest. Als lobendes Beispiel für ein ansprechendes Erscheinungsbild wird auf einer Doppelseite das Steinhagener Gymnasium gewürdigt.

„Als hätte jemand ein Kongresszentrum im Park vergessen", fällt den Autoren zum ortsbildprägenden Bauwerk inmitten von Wiesen ein. Angetan zeigt sie das SZ Magazin von den Räumen für die Naturwissenschaften, die über einen kleinen See gebaut wurden: „Im Sommer kann man auf Stufen am Wasser herumlungern." Tatsächlich hat der Leser beim Durchblättern der Ausgabe den Eindruck, als würden hier renommierte Design Hotels vorgestellt. Nicht zum ersten Mal fällt das Steinhagener Gymnasium durch seine außergewöhnliche Architektur auf. Das Schulministerium und die Architektenkammer NRW haben das Gymnasium 2008 mit dem Schulbaupreis ausgezeichnet. „Das Schulgebäude vermittelt Leichtigkeit und Transparenz. Ein in den beiden Obergeschossen geschlossener Torus hält die in die offene Landschaft strebenden Gebäudeflügel gleichsam zusammen und bildet den Mittelpunkt der Schule", heißt es in der Laudatio.

Der erste Spatenstich für das Gymnasium fand am 4. Juli 2001 statt. Im Dezember 2002 zogen die Schüler, die zunächst in Containern unterrichtet wurden, in den Neubau ein.

ImageArchitektur, die auffällt: Bericht im SZ-Magazin Foto: F. Jasper