Westfalen-Blatt

Zeltlager am Hallenbad: Jahrgangsstufe 13 kehrt zu Anfängen zurück – Diskussion um Abi-Ball 

 

Wo alles angefangen hat, soll es nun auch zu Ende gehen: auf der Wiese hinter dem Hallenbad. Dort standen 2001 die Pavillons für den ersten Jahrgang, als das Gymnasium noch im Bau war. Und dort haben die Fünftklässler von damals, die heutigen Abiturienten, gestern noch einmal ihre Zelte aufgeschlagen. 

 

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Rote und blaue Hände aus Fingerfarben: Auch Svenja Landwehr (links) und Ricarda Meienberg verewigen sich an der Glasfront des Foyers – aber nur solange, bis die gegen einen Obolus zum Putzen engagierten Zwölfer die Spuren heute Mittag wieder abwischen. Fotos: Bluhm Weinhold 

Denn die Nacht vor ihrem letzten Schultag am heutigen Freitag, die wollten die 89 Schülerinnen und Schüler des ersten Entlassjahrgangs noch einmal gemeinsam verbringen. Kommt Nostalgie auf so kurz vor dem Ende? Vielleicht ein bisschen. »Bis auf die Zeugnisübergabe und den Abi Ball Ende Juni ist es das letzte Mal, dass wir alle zusammen sind«, sagt Leonie Stockhecke. Denn Montag startet mit der ersten Klausur die fast fünfwöchige Prüfungsphase, vor der die 19 Jährige schon ein leichtes Kribbeln verspürt: »Ein bisschen Bammel hat man schon. Aber ich freue mich natürlich auch und will jetzt endlich etwas Neues machen.«

ImageHunderte von Ballons sind für einen besonderen Willkommensgruß heute Morgen aufzupusten: (von links) Fabian Redecker, Lennart Schräder, Jana Pohlmann, Katrin Jutz, Tim Borgstedt, Felix Neitemeier und Anna Vaske.

Doch heute heißt es erst noch einmal, gemeinsam Spaß haben. Dafür haben die Abiturienten gestern bereits ihre Schule »herausgeputzt«. Ihr Motto »Abi Line 2010: Die First Class hebt ab« spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn die erste »13« den Abflug macht, dann kommt sich mancher vielleicht vor wie auf dem Flughafen. Sie grillen auch heute Abend noch einmal bei einem Mitschüler. Abschied nehmen tut schon weh: »Der Zusammenhalt ist gerade in diesem Schuljahr noch einmal besser geworden. Früher waren wir mehr in in unseren Klassen, durch die Kurse in der Oberstufe und vor allem das gemein same Planen der Aktionen und Feiern für das Abi sind wir eine wirkliche Gemeinschaft geworden«, sagt Leonie.

So haben sie in den vergangenen Monaten schon ausgelassen gefeiert, bei ihren Abifeten nämlich. Diese fanden in Bielefelder Discos statt und sind anders als bei mancher anderer Schule in der Vergangenheit alle reibungslos verlaufen. Vor allem haben sie der Jahrgangsstufe das nötige finanzielle Polster verschafft für weitere Vorhaben wie die Abi Zeitung und vor allem den Abi¬-Ball. Doch dieser hat auch zu Diskussionen in der Schulöffentlichkeit und der Gemeinde geführt: Denn er findet am Samstag, 26. Juni, in der Stadthalle Gütersloh statt.

Unverständlich findet mancher, dass ausgerechnet Steinhagens erster Abitur Jahrgang außerhalb feiern will. Schulleiter Josef Scheele von Alven kann einerseits die Enttäuschung bei der Gemeinde verstehen, betont andererseits aber die autarke Entscheidung der Schüler. »Die Schüler waren immer in der Aula mit ihren Veranstaltungen, da wollten sie jetzt auch einmal woanders feiern. Und die Zeugnisübergabe, eine würdige Veranstaltung mit Gottesdienst und Sektempfang und Ex Schulministerin Gabriele Behler, findet am Abend vorher schließlich in der Aula statt«, sagt der Direktor.

»Wir haben von vornherein geplant, mit dem Abi Ball nach außerhalb zu gehen«, sagt Kristin Deeke, Mitglied im Organisationskomitee. Die Stadthalle Gütersloh sei von den Räumlichkeiten mit der Galerie, der Tanzfläche und der Anordnung der Tischgruppen super, lobt sie. »Wir hatten eigentlich keine Alternative zur Stadthalle«, sagt auch Anna Vaske. Sie persönlich wäre schon wegen der kurzen Wege gerne in Steinhagen geblieben: »Aber in der Aula hätten wir alles selbst aufbauen und später aufräumen müssen. Dafür muss man erst einmal Freiwillige finden. In Gütersloh nimmt man uns das alles ab, das Essen konnten wir auswählen, und so ist das für uns die beste Lösung.«

Er finde es schade, dass es so viele Kritiker gebe, sagt Alexander Dornbusch. Er könne zwar nachvollziehen, dass es bei manchen Steinhagenern komisch ankomme, wenn der erste Abi Jahrgang nicht in Steinhagen feiere, persönlich habe er aber kein Problem damit. Und letztlich sei es doch egal, wo gefeiert werde, sagt Caroline Milz: »Hauptsache wir sind alle noch einmal zusammen.«