Westfalen-Blatt

Prüfungen am Gymnasium gestartet: 52 Abiturienten schreiben Deutsch 

 

Premiere gelungen: Die ersten Abiturklausuren am Steinhagener Gymnasium sind geschrieben und es ist alles glatt gegangen. »Es war sehr entspannt«, resümierte Schulleiter Josef Scheele von Alven gestern Mittag im Gespräch mit dem WESTFALEN BLATT. 

 

ImageEin Gefühl fast wie bei einer normalen Klausur: Alexander Dornbusch ist zufrieden mit der ersten Prüfung. Foto: Bluhm Weinhold

Und wie war es für die Schüler? »Ich war eigentlich ganz locker heute Morgen«, sagte Alexander Dornbusch. Mit den Deutschklausuren für zwei Leistungs und zwei Grundkurse begann gestern die fast dreiwöchige Phase der schriftlichen Prüfungen. 52 Schülerinnen und Schüler der insgesamt 89 Abiturienten traten in dem für die Arbeiten abgeschirmten Teil in der zweiten Etage des Gymnasiums an. Handys und andere elektronische Geräte waren abzugeben, Taschen am Eingang zurückzulassen, nur Getränke, Essen und ein Stift durften mitgenommen werden, Papier wurde gestellt. Und dann ging es Punkt 9 Uhr los, als die versiegelten Umschläge mit den Prüfungsthemen geöffnet wurden.

Alle seien fair und lösbar gewesen. Jeweils vier unterschiedliche Aufgaben, die die Schule am Freitag per Internet Download vom Ministerium erhalten hatte, standen im Grund und im Leistungskurs zur Auswahl. Alexander Dornbusch hatte sich schnell entschieden: für Fontanes »Effi Briest«. Alles andere schloss er aus: das linguistische Thema ebenso wie die Interpretation eines Gedichts aus der Nachkriegszeit und die Analyse eines Auszugs aus Robert Musils »Die Verwirrungen des Zöglings Törleß«.

Die »Effi« hatte der Kurs vor etwa einem Jahr bei Lehrerin Anna Meyer Hermann durchgenommen. »Und schon damals bin ich damit ganz gut klargekommen«, sagte Alexander. Das war, seinem Empfinden nach, gestern auch nicht anders. Auf Basis eines Sekundärtextes waren Effis Ehe mit Baron von Instetten und die Ehe ihrer Eltern genauer zu betrachten und wieder auf den Fachtext zu beziehen. Nicht einmal drei Stunden brauchte der 19 Jährige, um seine Analyse zu Papier zu bringen, zwischendurch war sogar noch Zeit, einen Happen zu essen und das schon Geschriebene noch einmal zu überdenken.

»Ich bin zufrieden und habe ein deutlich besseres Gefühl als bei der Vorklausur«,sagte Alexander. Doch auch die war mit zwei minus nicht schlecht, ein bis zwei Pünktchen mehr dürften es jetzt aber ruhig sein, meint er. Doch die Ergebnisse gibt es erst am 15. Juni. Gestern war erst einmal Sport und Entspannung angesagt, heute sitzt er wieder am Schreibtischt: Mittwoch geht es weiter mit der Englisch LK Klausur.

Dann geht es auch für Johannes Metzner endlich los. Der EnglischPrüfung sieht er ganz gelassen entgegen sprachlich, das weiß er, muss er sich keine Sorgen machen. Schließlich war er vor zwei Jahren zum Schüleraustausch in Südafrika. Doch nicht das Land am Kap, sondern Indien und dem britischen Empire und historischen und gesellschaftspolitischen Bezügen gilt sein Interesse. Auch Gentechnik und erneuerbare Energien sind Themen, die er für Mittwoch vorbereitet. »Ich habe mich etwas spezialisiert«, sagt der 19 Jährige und er ist sich sicher: »Bei vier Themen am Mittwoch, wird mir sicherlich eines zusagen.«  


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