Haller Kreisblatt

Das Land NRW und die Stiftung Mercator unterstützen 30 Modellschulen 

 

Beim Aufbau eines Ganztagsangebotes hat das Gymnasium jetzt finanzielle Unterstützung seitens des Landes NRW und der Stiftung Mercator bekommen. Das Steinhagener Gymnasium ist eine von 30 Schulen, die in Nordrhein Westfalen an dem Modellprojekt »Ganz In« teilnehmen.

 

Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator, des Instituts für Schulentwicklungsforschung Dortmund, stellvertretend für die drei Ruhrgebietsuniversitäten, und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein Westfalen. Die Projektpartner stellen insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung, davon kommen 7,7 Millionen Euro von der Stiftung Mercator.

Pro Jahr erhält das Steinhagener Gymnasium von dieser Summe 5 000 Euro. Damit sollen Sachmittel angeschafft und die Zahl der Lehrerstunden erhöht werden. Ziel ist es, die individuelle Förderung zu intensivieren. Deshalb, so Schulleiter Josef Scheele von Alven im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt, „sollen die zusätzlichen Lehrerstunden für die Bereiche Hausaufgabenbetreuung, individuelle Förderung und Unterrichtsentwicklung in den Fächern Deutsch und Mathematik eingesetzt werden".

Was die Anschaffung von Sachmitteln angeht, konnte der Schulleiter noch keine genaueren Angaben machen. Er will erst einmal abwarten, wie die Erstausstattung des Ganztagsbetriebes durch die Gemeinde aussieht und dann schauen, was für die Schüler noch benötigt wird. Für Scheele von Alven ist die Teilnahme am Modellprojekt ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zu einer zeitgemäßen Schule. „Unser ehrgeiziges Ziel ist es, dass die Kinder am Ende des Tages um 16 Uhr keine Hausaufgaben mehr erledigen müssen und sich auf ihre Freizeit konzentrieren können", betonte der Pädagoge. Die Finanzspritze des Landes hilft dabei, den Nachmittagsunterricht im Ganztagsbetrieb zu intensivieren und so individuelles Lehren und Lernen zu ermöglichen. Doch das Steinhagener Gymnasium bekommt nicht nur einfach so eine finanzielle Unterstützung, es muss dafür auch etwas zurückgeben: In den Modellschulen werden erstmals mit wissenschaftlicher Begleitung Unterrichts und Organisationsmodule konzipiert, die in den Modellschulen eingeführt und später anderen Gymnasien zur Verfügung gestellt werden. In den nächsten Monaten sollen die Schulen mit Unterstützung von Schulentwicklungsberatern ihre Ganztagskonzepte optimieren und umsetzen.

Wissenschaftliche Begleitung durch die TU Dortmund

Das Projekt wird wissenschaftlich vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund begleitet. „Die Forschung ist zentral für die spätere Obertragbarkeit von »Ganz In«. Das Projekt ist in seiner Qualität, dem Umfang und der Perspektive in der bundesdeutschen Bildungslandschaft einzigartig", erklärt Professor Doktor Wilfried Bos, Direktor des IFS.

Für die Lehrer am Steinhagener Gymnasium bedeutet dies, dass der bürokratische Aufwand steigen wird. „Wir müssen regelmäßig zum Beispiel Fragebogen ausfüllen", erläutert Josef Scheele von Alven. „Und dabei reicht es nicht, nur ein paar Kreuze zu machen, wir wollen und sollen die schulische Wirklichkeit wissenschaftlich erfassen." Die Erkenntnisse, die die Dortmunder Forscher aus den Eingaben der 30 Modellschulen gewinnen, sollen dann an alle Gymnasien in Deutschland weitergegeben werden.


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