Westfalen-Blatt

50 Meter langer Anbau am Gymnasium mit Unterrichts und Förderräumen -  1,07 Millionen Euro investiert 

 

Erst ließ das Holz ewig auf sich warten, jetzt müssen die Fassadenbauer Überstunden einlegen. Denn die Zeit drängt: Wenn Ende August die Ferien zu Ende sind, muss auch der Anbau am Steinhagener Gymnasium fertig sein. 

 

ImageHier begegnen sich alt und neu: Stephan Walter, der für die Gemeinde die Baumaßnahmen koordiniert, an der Nahtstelle des bestehenden Flügels und dem Anbau. Foto: Bluhm Weinhold

Die Baumaßnahme am Gymnasium hat zwar selbst nichts mit den Fördergeldern aus Berlin zu tun: Doch der durch das Konjunkturpaket 11 verursachte Bauboom landauf landab hatte zu dem Lieferengpass beim Holz für die Hassadenelemente geführt. Stephan Walter, im Schulamt der Gemeinde zuständig für die Baumaßnahme, ist inzwischen zuversichtlich, dass die Zeitverzögerung mit Muskelkraft noch aufgeholt werden kann. »Es sieht gut aus«, ist er sonst mit den Fortschritten auf der Großbaustelle der Gemeinde zufrieden.

Für 1,07 Millionen Euro wird der nordöstliche Flügel des Gymnasiums verlängert. 50 Meter misst der Anbau. Neue Räume entstehen hier für den Ganztagsbetrieb: drei Lernräume für individuelle Fördermaßnahrnen, ein Lernstudio, multifunktional zu nutzen, ein Fachlehrerraum und zwei Unterrichtsräume. 420 Quadratmeter kommen an Nutzfläche dazu. Das Land fördert die Maßnahme mit 100 000 Euro aus dem »1000 Schulen«¬Programm, das für den gebundenen Ganztag aufgelegt wurde, sowie über ein weiteres Programm mit 5 0 000 Euro für Ausstattungsmittel.

Seit April laufen die Arbeiten zumeist hinter einer Bauwand, so dass sich das Gymnasium während des Schulbetriebs die Baustelle so weit eben möglich vom Halse halten konnte und auch die Klassenräume in dem , jetzt erweiterten Flügel nutzbar blieben. Erst in den Ferien ist die Wand verschwunden, als der Anschluss an das bestehende Gebäude zu machen war. Derweil ist das Holz ist ja nun da die Pfosten Riegel Konstruktion, in die die Fenster eingehängt werden, auf gutem Wege. Optisch wird sich der Anbau nicht vom Rest der Schule unterscheiden.

ImageBei den Arbeiten an der Fassade müssen Norbert Strickmann (links) und Rene Kottenstedde von der Beelener Firma Blienert jetzt ordentlich Gas geben. 

Drinnen sind etwa Trockenbauer (Vorderbrügge aus Steinhagen) und Elektriker (Sötebier, ebenfalls Steinhagen) an der Arbeit. Unter der Decke breitet sich ein Kabelgewirr aus doch der Fachmann weiß, wofür was nötig ist. Die hellen Kabel sind für den Strom, die gelben leiten die Daten, und die grünen dienen der ferngesteuerten Kontrolle durch den Hausmeister im sogenannten Bus System. Apropos heimische Firmen. Auch zwei weitere Unternehmen aus der Gemeinde profitieren vom Schulanbau: Lenze & Maiwald ist für das Dach, Nierhoff für die Malerarbeiten zuständig.

Doch wenn der verlängerte Flügel bezugsfertig ist, so bedeutet das nicht schon das Ende der Bauarbeiten am Gymnasium. Denn für den Ganztagsbetrieb sind auch etliche Umbauarbeiten im bestehenden Gebäude nötig. »Jetzt kommen zunächst kleinere Maßnahmen in einem Lehrmittelraum, im Leserattennest und im Schachraum«, sagt Stephan Walter. Die größeren Vorhaben folgen dann 2011: etwa die Vergrößerung des Schülercafes um einen Raum, der jetzt noch Klassenzimmer der Unterstufe ist, sowie die Schaffung eines Klassenraumes und zweier Fachlehrerzimmer im Unterstufenflur. Dass das erst im nächsten Jahr klappt, liegt an der Mensa, die derartig ausgelastet ist, dass sie am Gymnasium eine Filiale im Pavillon einrichten muss (siehe dazu Extra Kasten).

Mensa Filiale im Pavillon

Die Pavillons sollten eigentlich dazu dienen, die Platzprobleme der Schule zu lösen. Doch jetzt gibt das Gymnasium drei Räume ab, um die Enge und Überlastung in der Schulzentrums Mensa zu mildern. Provisorisch, bis zur baulichen Erweiterung im kommenden Jahr, ist die Mensa mit einer Zweigstelle direkt am Gymnasium vertreten. Dazu ist ein Teil des Pavillons abgetrennt worden. Zwei Wanddurchbrüche sind nötig, um aus drei Klassenräumen den Essensbereich für 150 Schüler zu machen und aus einem Lehrerbereich und einer Garderobe die Essensausgabe. Zusätzliche Stromanschlüsse sowie ein weiterer Wasseranschluss für den Kombidämpfer sind nötig. Gekocht wird vor Ort nicht, das erlaubt das Provisorium nicht. Aber Tiefkühlgerichte werden zubereitet und verfeinert und mit in der Mensa frisch zubereiteten Salaten und Desserts angereichert. 45 000 Euro sind für Umbau und Betrieb der zweiten Mensa veranschlagt.  


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