Westfalen-Blatt

Gymnasiasten absolvieren Sozialpraktikum in Kirchengemeinde

Steinhagen (WB). Sie schlüpfen im Kindergarten in die Rolle des Erziehers oder organisieren die Weihnachtsfeier der Konfirmanden für den Heiligen Abend: Für zwei Wochen absolvieren Katharina Balten, Hannah Jeske, Frederic Feye und Marvin Flemming ihre Sozialpraktika in den Kirchengemeinde Steinhagen, Amshausen und Brockhagen.

Für Pfarrerin Kirsten Schumann aus Amshausen ist es das erste Mal, dass sie mit Katharina und Frederic gleich zwei Praktikanten an die Seite gestellt bekommt.

»Und ich muss sagen: immer wieder gerne. Denn sie nehmen mir eine Menge Arbeit ab. So brauche ich nicht alles alleine zu machen«, freut sich die Seelsorgerin. Gerade in der Vorweihnachtszeit sei der Arbeitsaufwand groß: Hier ein Altengeburtstag, dort eine Weihnachtsfeier und schließlich das aufwendige Weihnachtsspiel der Konfirmanden mit sehr vielen Probenterminen. »Das ist nicht so wie beim Betriebspraktikum«, hat Frederic schon festgestellt. »Morgens wird gestempelt und nachmittags gehst du nach Hause. Bei Pfarrerin Schumann muss man flexibel sein. Oftmals wissen wir morgens noch nicht konkret, wie der Tag für uns aussieht.«

Katharina (16) und Frederic (15) sind gleich am ersten Tag in ihre neue Rollen geschlüpft. Ganz ungewohnt waren sie für die Gymnasiasten aus der Jahrgangsstufe zehn nicht, denn sie kennen die Kirchengemeinde aus der CVJ-Mitarbeit oder von Ferienfreizeiten her. Doch jetzt begleiten sie Pfarrerin Menge Schumann zu Seniorenfeiern, haben bereits Fürbitten verfasst und vorgelesen oder kümmerten sich schon um die Liedauswahl für den Gottesdienst.

»Wir schauen jetzt praktisch hinter die Arbeit der Pfarrerin und erleben die Dinge, die die Gemeinde so nicht wahrnimmt«, schildert Katharina. »Natürlich frage ich die beiden, was sie gerne machen würden und ob sie mich zu Besuchen begleiten wollen«, sagt Pfarrerin Kirsten Schumann. Bei vertraulichen Gesprächen zwischen der Geistlichen und Gemeindegliedern bleiben die Gymnasiasten allerdings außen vor.

Um den Praktikanten einen möglichst realistischen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren, nahm Pfarrerin Schumann Katharina und Frederic sogar mit zu einer Beerdigung. Für Frederic war es das erste Mal: »Dort herrschte schon eine besondere Atmosphäre«, sagt der Schüler. »Wir fungierten als Beobachter und mussten Pfarrerin Schumann anschließend sagen, wie ihre Gestik und Mimik bei der Trauergesellschaft rübergekommen ist.«

Ob sich die Jugendlichen Erfahrungen für die spätere Berufswahl mitnehmen? »Wir glauben kaum, dass wir Theologen werden wollen«, haben sich Frederic und Katharina schon entschieden. Doch genauso wie sie könnten sich auch Marvin (15) und Hannah (16) durchaus eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Kirchengemeinde vorstellen. »Das Angebot ist riesig und Mitarbeiter fehlen immer«, hat Hannah bereits festgestellt.


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