Angesichts des Krieges in der Ukraine setzt das Steinhagener Gymnasium ein eindrucksvolles Zeichen für die Hoffnung auf Frieden. Westfalen-Blatt, 11.03.2022.

2022 0311FriedenssymbolWBFast 800 Schüler, Lehrer und Eltern formieren sich auf dem Schulhof zu einem riesigen Peace-Zeichen, dem Zeichen für Frieden. FOTO: Volker Hagemann

„Im Wunsch nach Frieden sind wir vereint. Gleichzeitig gedenken wir all der Toten, Verletzten und Heimatlosen“, sagt Melanie Bühlmeyer angesichts des Krieges in der Ukraine. Während die Schulpflegschafts-Vorsitzende am Steinhagener Gymnasium damit das ausdrückt, was auch Schüler, Lehrer und Eltern am SteinGy bewegt, haben sich am Donnerstagnachmittag auf dem Schulhof fast 800 Schülerinnen und Schüler zu einem riesigen Peace-Zeichen für den Frieden formiert. Lediglich eine Gruppe Fünft- und Sechstklässler weilt derzeit mit Schulleiter Stefan Binder im niederländischen Heeg.

„Der Krieg in der Ukraine bringt Bilder, von denen wir nicht dachten, dass sie in Europa noch möglich wären“, sagt Lars Osterfeld aus dem Lehrerkollegium. Umso wichtiger, umso eindrucksvoller ist das starke Zeichen, das die Schule mit ihrer Friedensaktion setzt. Fast alle Beteiligten haben sich zudem in Weiß gekleidet, „ebenfalls als Symbol für den Frieden“, erklärt Lehrerin Nadine Meier. Selbstgebastelte Friedenstauben aus Papier, die jetzt als Mobiles in den Klassenräumen hängen, und weiße Schleifen an der Kleidung ergänzen das bereits seit Anfang dieser Woche, während am Donnerstag im Hintergrund Udo Lindenberg in „Wozu sind Kriege da?“ singt: „... Keine Mutter will ihre Kinder verlieren und keine Frau ihren Mann. Also, warum müssen Soldaten losmarschieren? ...“

Die von der Schülervertretung betreute Friedensaktion – von Jonah Herbold mit der Drohne von oben gefilmt – sei „eine richtig tolle Initiative der Schülerschaft“, sagt Nadine Meier. Am SteinGy gebe es übrigens mehrere russischstämmige Schülerinnen und Schüler, Verwandtschaft in die Ukraine bestehe ebenfalls. „Wir stehen alle zusammen“, betont Meier.

Dass diese Aktion, dieses Empfinden auch schon im Kleinen sehr wohl etwas nutze, das betont auch Schülersprecher Robin Filges: „Es geht einfach um viel Solidarität, die Hoffnung spenden soll, die ausstrahlen soll.“ Das sehen auch Lars Osterfeld und die stellvertretende Schulleiterin Katja Wiertz so: „Wir wollen zeigen, dass wir uns gegenseitig stützen, für Offenheit und Toleranz einsetzen. Andere Meinungen muss man aushalten können. Aber Krieg kann und darf niemals die Lösung sein“ – die Schüler jubeln und applaudieren. Osterfeld erinnert daran: 30 Kriege gebe es derzeit weltweit. Dennoch: „Das Miteinander macht uns aus, es macht uns stark!“, betont er. „Wir sind dem SteinGy sehr dankbar – eine wunderbare Aktion!“, findet auch Melanie Bühlmeyer.

Der Krieg in der Ukraine wird bei Schülern und Lehrern weiter ein Thema sein, unter anderem im Politikunterricht. Gleichzeitig hat die Schule eine Spendenaktion ins Leben gerufen. An welcher Stelle genau das Geld später eingesetzt wird, das wollen Schüler und Lehrer in den kommenden Tagen noch entscheiden.


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