650 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums setzen ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. Haller Kreisblatt, 11.03.2022.

2022 0311FriedenssymbolHKDie Schülerinnen und Schüler des Steinhagener Gymnasiums formen in weißen Shirts das internationale Friedenssymbol. Eine Drohne filmt die Aktion. FOTO: Ekkehard Hufendiek.

Die Schüler- und Lehrerschaft des Steinhagener Gymnasiums haben gestern ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt gegen den Krieg in der Ukraine. Ihr Friedenssymbol misst 24 Meter im Durchmesser und 75 Meter im Umfang. Entstanden ist die Idee bei einem Treffen einiger Beteiligter vor wenigen Tagen.

Zwanzig Minuten Zeit benötigen alle, um ihre klassenweise eingezeichnete Position zu finden. Viele tragen ein weißes Oberteil, einige haben ein weißes Blatt Papier zu einem Fächer gefaltet und winken damit den Beobachtern im ersten Stock des Gebäudes zu. „Was ich an Solidarität gesehen habe, das hat es noch nie gegeben“, ruft ihnen Robin Filges von oben zu. Der Schülersprecher ist einer von drei Rednern, die in kurzen Verlautbarungen über Megafon den Teilnehmern Mut zusprechen. Kurz zuvor gab er letzte Anweisungen, um Nachzügler in die Formation zu dirigieren. „Verteilt euch etwas mehr, damit es sich nicht so knubbelt!“ Währenddessen ist eine Drohne aufgestiegen, um das imposante Friedenssymbol aus großer Höhe und in Zentralperspektive einzufangen. Zudem hat die Schülerschaft eine Spendenbox aufgestellt, um Geldbeträge an eine Hilfsorganisation übergeben zu können.

Der Deutschlehrer Lars Osterfeld spricht am Megafon von einem „sehr nahegerückten Krieg“, der Millionen in die Flucht schlage. Es sei zudem ein Krieg, der nicht vergessen lassen sollte, „dass er einer von mehr als 30 Kriegen auf der Welt ist“. Krieg könne niemals die Lösung von Problemen sein. Es könne keinen Grund geben, den Krieg als Mittel der Politik zu rechtfertigen. „Wir stehen hier zusammen, um zu zeigen, dass wir hilfsbereit sind und kreativ.“

Melanie Böhlmeier, Elternvertreterin, gedachte der Toten und Verletzten „auf beiden Seiten“. Eine ihrer großen Sorgen sei, „wie sich unsere Kinder angesichts des Krieges sorgen und teilweise ängstigen“. Sie bezeichnete die Versammlung zum Friedenssymbol als „einende Geste“, mit der die Füße auf den Weg des Friedens gesetzt werden.

Und weil am Steinhagener Gymnasium Vielfalt herrscht und unter anderem Schüler in den Klassen sitzen, die sowohl ukrainische als auch russische Wurzeln haben, schloss sie ihre Rede mit dem Ausruf: „Wir wollen Frieden!“, den sie sowohl auf Ukrainisch als auch auf Russisch wiederholte. Dabei betonte sie eine Besonderheit beider Sprachen: Sie klingen ganz ähnlich.


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