Beim Wettbewerb „Jugend forscht“ ist das Steinhagener Gymnasium mit drei Projekten am Start. Eine sensible Topfblume, ein selbstfahrendes Holzauto und eine PS-starke Badewanne sollen die Jury am Samstag überzeugen. Haller Kreisblatt, 14.02.2022.

2022 0214JugendForschtHKEmilia Kling (von links), Marieke Zimmermann und Nikola Heise untersuchen anhand von Experimenten im schuleigenen Studio „Jugend forscht“ die Befindlichkeiten der Mimose. FOTO: Frank Jasper

Tippt man ein Blatt der Mimose an, klappen sich die kleinen Blättchen paarweise nach oben zusammen. Bei stärkerer Berührung beziehungsweise Erschütterung falten sich die Blätter sogar komplett zusammen und die Blattstiele neigen sich nach unten. Faszinierend finden das Emilia Kling, Marieke Zimmermann und Nikola Heise, die am Studio „Jugend forscht“ des Gymnasiums teilnehmen. „Hier fördern wir das wissenschaftliche Arbeiten“, erklärt Physiklehrer und MINT-Koordinator Andreas Frerkes. „Die Themen wählen die Schüler selbst, wir Lehrer unterstützen sie.“ Die Betreuung der Schüler teilt sich Frerkes mit Yannik Peperkorn, der im Rahmen des Förderprojektes „Ankommen nach Corona“ eine Stelle am Gymnasium hat.

Ist die Mimose womöglich sogar lernfähig?

Zurück ins Klassenzimmer, wo die Schülerinnen die sensible Topfpflanzen unter die Lupe nehmen. „Mimosen reagieren nicht nur auf Berührungen, sondern auch auf Licht, Wind und Temperaturen“, berichten die drei Neuntklässlerinnen, „sie sind sehr empfindlich“. Das sei auch der Grund, warum besonders sensible Menschen als Mimosen tituliert werden.

Für Marieke, Emilia und Nikola ist das Gewächs der ideale Kandidat für Experimente, um herauszufinden, ob Pflanzen lernfähig sind. Noch hat das Trio diese Frage nicht abschließend beantworten können, doch die Mädchen haben die Reaktionen der Mimose auf unterschiedliche Außenwirkungen dokumentiert und wissen, dass die außergewöhnliche Fähigkeit ein Schutzmechanismus ist.

Einen Wettbewerbsbeitrag mit hohem Spaßfaktor steuern Jonas Althof und Ben Barrelmeier aus der Jahrgangsstufe 12 bei. Ursprünglich wollten sie ein Amphibienfahrzeug bauen, doch daraus wurde nichts. Die Badewanne, die Jonas Althof bei E-Bay ergattert hatte, war samt Unterbau einfach zu schwer, der außen angebrachte Motor nicht vor Wasser geschützt. „Außerdem wollte man uns den Schulteich nicht für Testzwecke zur Verfügung stellen“, merkt Ben Barrelmeier achselzuckend an. Macht nichts! Die fahrende Badewanne ist trotzdem ein „solides handwerkliches Metallprojekt“, lobt Lehrer Andreas Frerkes.

„Die Steinhagener Firma Metallbau Stuthe hat uns unterstützt“, erzählt Ben Barrelmeier. Der Motor der fahrenden Badewanne ist zwölf PS stark. Auf glatter Piste ist das Gefährt bis zu 40 Stundenkilometer schnell.

Um Mobilität geht es auch in dem Projekt von Florian Diekmann und Julian Haberecht. Die beiden Neuntklässler beschäftigen sich mit dem Thema „Autonomes Fahren“. Das, was Firmen wie Tesla im Großen erforschen, untersuchen die beiden Gymnasiasten im Kleinen.

Kein Crash dank eingebauter Ultraschallsensoren

Sie haben ein Fahrzeug aus Holz hergestellt, in dem allerhand modernste Technik steckt. „Das Fahrzeug steuert sich selbst. Dank Ultraschallsensoren erkennt das Auto Hindernisse in einer bestimmten Entfernung und weicht ihnen aus“, erzählen Florian und Julian. Kernstück ihres Fahrzeugs ist der Einplatinencomputer Raspberry Pi, an den die Technikmodule angeschlossen werden.

Am Samstag, 19. Februar, präsentieren die Schüler ihre Projekte einer Fachjury im Rahmen der Wettbewerbe „Schüler experimentieren“ (für die jüngeren) und „Jugend forscht“ (für die älteren). Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung wie im Vorjahr online statt. „Darum proben wir heute auch noch mal die Präsentation über den Bildschirm“, erklärt Lehrer Andreas Frerkes. Wer beim Regionalwettbewerb am Samstag überzeugt, qualifiziert sich für den Landesentscheid in Leverkusen im März (Jugend forscht) beziehungsweise April (Schüler experimentieren).

„Jugend forscht“ ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, der Zeitschrift Stern, Wirtschaft, Wissenschaft und Schulen. Seit der Gründung 1965 haben sich mehr als 300.000 junge Menschen an dem Wettbewerb beteiligt.