Wie groß das politische Interesse bei Heranwachsenden vor Ort ist, konnte man vor der Bundestagswahl in der vergangenen Woche am Steinhagener Gymnasium beobachten. Die Schule hat sich in diesem Jahr dafür entschieden, am bundesweiten Projekt „Juniorwahl“ zu beteiligen, um den Schülern eine politische Stimme zu geben. „Es handelt sich hierbei ja um die einfachste Form der Partizipation. Die politische Teilhabe an einer Demokratie ist enorm wichtig, um diese langfristig zu sichern“, erklärte Sowi-Lehrer Jan Breuer, der das Juniorwahl-Projekt am SteinGy gemeinsam mit dem Q2-Zusatzkurs Sozialwissenschaften auf die Beine gestellt hat.

2021 0929JuniorwahlWBDie Schüler Elias Loleit, Josephine Bonin und Hugo Schneider (v.l.) mit Sowi-Lehrer Jan Breuer bei der Wahl. FOTO: Malte Krammenschneider

An drei verschiedenen Tagen waren somit 450 Schülerinnen und Schüler von der achten bis zur zwölften Klasse dazu aufgerufen, zwei Kreuze auf den Wahlzetteln zu machen. Ein umfunktionierter Klassenraum mit vier aufgestellten Kabinen diente dabei als Wahllokal, zu dem man nur mit den zuvor erhaltenen, individuellen Wahlbenachrichtigungen Eintritt erhielt. „Die Schüler sollen merken, dass es sich um ein besonderes Ereignis handelt. Wir wollen ein möglichst echtes Wahl-Gefühl aufkommen lassen“, sagte Jan Breuer, der das Projekt als „Teil einer demokratischen Erziehung“ sieht.

Um gut gerüstet in die Juniorwahl zu gehen, wurden die Teilnehmer übrigens inhaltlich vorbereitet. „Wir haben unser politisches System betrachtet und den Wahl-O-Mat reflektiert genutzt. Es geht ja auch darum, nicht immer alles sofort zu glauben und Argumente zu gewichten“, erklärte Jan Breuer, der am Freitag wohlwollend beobachtet, wie die Schülerinnen und Schüler der 8a ihre Stimmen in die Wahlurne warfen. Darunter auch der zwölfjährige Hugo Schneider, der auf dem Flur verriet, die Grünen gewählt zu haben. „Es ging mir darum jemanden zu wählen, der sich für die Umwelt und die Zukunft der Kinder einsetzt“, sagte Hugo Schneider. Er ist wohl nicht der einzige, dem diese Themen besonders wichtig sind.

Die Abstimmung mit 462 Wahlberechtigte und 399 abgegebenen Stimmen entspricht einer Wahlbeteiligung von 86 Prozent. Ergebnisse: 1. Grüne 25,3 %, 2. FDP mit 21,3 %, 3. SPD mit 16,8 %, 4. CDU mit 13,3 %, 5. Sonstige Parteien mit 23,3 %.


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