Das Gymnasium hat gestern am Schüler-Klima-Gipfel OWL teilgenommen. Als Experten waren Ex-Umweltminister Klaus Töpfer und Astronaut Alexander Gerst dabei.

Steinhagen. Zehn Schulen aus Ostwestfalen-Lippe, darunter das Steinhagener Gymnasium, und zusätzlich eine deutsche Schule aus Shanghai haben sich beim Klimagipfel über den Stand der Wissenschaft und Lösungsansätze zum Überwinden des Klimawandels ausgetauscht. „Ursprünglich sollte die Veranstaltung in Bad Oeynhausen stattfinden. Wegen des Lockdowns wurde sie kurzfristig ins Netz verlegt“, erklärt Lehrerin Nadine Meier.

Die Teilnehmer schalteten sich in Videokonferenzen zusammen, hatten nach Vorträgen im Plenum aber auch die Möglichkeit, in Kleingruppen mit den Fachleuten und anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Unter anderem erklärte Astornau Alexander Gerst, dass einige Umweltsünden erschreckend deutlich selbst aus dem All zu erkennen seien.

„Mich haben zwei Schülerinnen aus Shanghai und ein Klimaforscher aus Australien nachdenklich gestimmt“, berichtet Gymnasiastin Nina Bieber. „Die haben deutlich gemacht, dass andere Länder den Klimaschutz gar nicht so deutlich auf der Agenda haben. Bei Australien wundert mich das schon sehr, wenn man an die Waldbrände dort im vergangenen Jahr denkt ...“

Jasper Fleischmann zeigt sich beeindruck vom Experten Dr. Johannes Flacke, der aus dem niederländischen Enschede zugeschaltet war. „Flacke hat darüber berichtet, wie die Niederlande auf den steigenden Meeresspiegel reagieren. Dort gibt es verschiedene Methoden, um die Deiche sicherer zu machen“, erzählt der Schüler. Aufschlussreich sei auch der Beitrag von Forstingenieur Alexander von Leffern gewesen, der über die Folgen der Erderwärmung für den Wald informierte, der zunehmen unter Borkenkäferbefall leide.

Vom ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer erfuhren die Schüler von der Entstehung des „gelben Sacks“ und „grünen Punktes“, beides Errungenschaften aus dessen Amtszeit. „Töpfer hat deutlich gemacht, dass Unternehmen bereits bei der Produktentwicklung darüber nachdenken müssen, wie ihre Produkte später entsorgt beziehungsweise wiederverwertet werden könnten“, berichtet Schüler Robin Filges.

Nach dem Gipfel zog Lehrerin Nadine Meier ein positives Fazit: „Das war sehr aufschlussreich und hat uns Inspirationen für die Klimawoche geliefert, die wir im nächsten Jahr am SteinGy durchführen wollen.“ Wie berichtet, hat das Steinhagener Gymnasium anlässlich seines zwanzigjährigen Bestehens den Schwerpunkt „Klima-Jahr“ ausgerufen. Jeden Monat widmet sich die Schule einem Thema. Im November lautet das Motto „Recycle, Reduse, Reuse“.

Passend dazu steht seit dieser Woche ein riesiger Würfel aus zusammengepressten Einweg-Plastikflaschen im Eingangsbereich der Schule. „Das waren mal 16.000 Flaschen, der Klotz wiegt 370 Kilo“, sagt Tim Hörmann. Die Recycling-Firma Reiling aus Marienfeld hat ihn der Schule zur Verfügung gestellt. „Plastik ist ein Wertstoff, aber nur ein Teil wird auch recycelt“, sagt Malte Elgeti mit Blick auf den Plastik-Klotz, der die Schüler zum Nachdenken anregen soll.

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Wegen Corona fand der Schüler-Klima-Gipfel-OWL gestern online statt.


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