2020 30 10 westfalenblatt ausruf klimajahr

„SteinGy kann Klima“ heißt es selbstbewusst auf dem Banner, das Arina Pucker (3.v.r.) gestaltet hat und das jetzt in der Pausenhalle hängt. Schüler, Lehrer und Eltern stehen hinter dem Konzept mit vielen Schwerpunktaktionen

Viele Projekte geplant: Zum 20-jährigen Bestehen setzt die Schule auf Nachhaltigkeit

Auf die Straße gegangen für das Klima sind die Schülerinnen und Schüler des Steinhagener Gymnasiums bisher nicht. Dennoch finden sie die Protestaktionen der „Fridays for Future“-Bewegung wichtig und richtig: „Aber wir wollen mehr tun und etwas gestalten“, sagt Malte Elgeti, einer der Schülersprecher des SteinGy.

Und deshalb ruft die Schule jetzt ihr Klimaschutzjahr aus. Konzipiert ist es als Entwicklungsschwerpunkt für das Schuljahr 2020/21 mit unterschiedlichsten Projekten und Lehrinhalten für alle Jahrgänge und am Ende, im Juni 2021 mit Projekttagen und einem – nachhaltigen – Schulfest, das zugleich die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Schule ist.

 

„Wir wollen zeigen, dass wir nach 20 Jahren eine etablierte Schule sind und wie wir das ausfüllen“, sagt Schulleiter Stefan Binder. Und da ist Klimaschutz ein zentraler Punkt seit jeher im Schulleben. Immer schon ein Schwerpunkt, wie man schon an der schuleigenen Solaranlage auf dem Dach sieht, den zahlreichen Klimaschutzpreisen und noch mehr großen und kleinen Projekten in der Forschung und im Schulleben. Die „Fridays for Future“-Bewegung bringt nun aber offenbar noch mehr Dynamik.

60 Mitglieder im Projektteam

Die SV, die Schülervertretung hat die Idee zum Klimaschutzjahr bei einer Tagung entwickelt, die Schulkonferenz hat am Ende einen Beschluss gefasst, der zwar keine Verpflichtung, aber eine deutliche Aufforderung ist, Klimaschutz auch im Unterricht zu verankern und, wie Stefan Binder sagt, „das Thema altersgemäß ins Bewusstsein zu rücken“. An die 60 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, federführend Nadine Meier, Timo Drewitz und Simon Drosten, sowie einige Eltern gehören inzwischen zum Projektteam, weitere Mitstreiter sind willkommen.

Informieren, sensibel machen, aufklären, Ideen entwickeln für einen klimagerechten Alltag: Jeder Monat steht unter einem speziellen Thema. Im September war es die Aktion Stadtradeln, an der sich die Klassen und Kurse des Gymnasiums beteiligt haben, im November geht es um Müll, Müllvermeidung, Mülltrennung, Recycling. Des Weiteren sind Themen wie Konsum, Tourismus und Mobilität, Ernährung sowie Landwirtschaft vorgesehen. Dabei geht es nicht nur um Daten und Fakten, sondern auch darum, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und sich mit den eigenen Vorstellungen und vielleicht auch Vorurteilen auseinander zu setzen. Im März klinkt sich das Gymnasium, bereits Mitglied im Verein, in die Aktionen der Klimawoche Bielefeld mit ein: „Das wollen wir nutzen“, sagte Malte Elgeti.

Keine Moralkeule

„In kleinen Häppchen das große Thema Klimaschutz aufzubereiten, ist sicherlich zielführender als in einer konzertierten Aktion“, sagte Stefan Binder, der sich über das Engagement seiner Schülerinnen und Schüler freut. „Fridays for Future zeigt, dass das Thema unter jungen Leuten sehr stark ist.“ SV-Lehrerin Nadine Meier betont aber auch: „Wir kommen nicht mit der Moralkeule, sondern wollen jeden Schüler erreichen, diese Inhalte auch in sein privates Umfeld zu bringen.“

Welchen Stellenwert der Klimaschutz in diesem Schuljahr – und natürlich auch darüber hinaus – im Schulleben hat, das verdeutlicht ein Riesen-Banner, das das Aktionsteam im Foyer direkt gegenüber der Haupteingangstür aufgehängt hat. Dafür sind sie selbst kreativ geworden – Arina Pucker, ebenfalls eine Schülersprecherin und in der Gemeinde Steinhagen bereits als Gestalterin des Kreisverkehrs an der Brockhagener Straße, hat es umgesetzt. Es zeigt die Form der Schule, von oben gesehen als Erdkugel mit eingeklinktem Dreieck und Bäumen und Windrädern.


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