Linus Neugebauer baut Getränkeautomaten 2.0 für Jugend forscht

Der Traum an heißen Tagen: ein kaltes Getränk. Der Steinhagener Gymnasiast Linus Neugebauer hat es jederzeit zur Hand – in nur zehn Sekunden: Denn länger dauert es nicht, eine Cola von Raumtemperatur auf sieben Grad herunterzukühlen. Jedenfalls nicht in seinem Getränkeautomaten 2.0. Der ist eine coole Kiste. Mit seiner Erfindung ist der 18- Jährige aus der Q2 am Samstag, 15. Februar, beim Regionalentscheid von Jugend forscht in Herford, diesmal als einziger Vertreter des Steinhagener Gymnasiums. „Die anderen Projekte sind noch nicht so weit“, sagt Physiklehrer Andreas Frerkes, MINT-Koordinator des Gymnasiums. Dafür ist Linus Neugebauers Forschung umso beeindruckender, wie sein Lehrer findet: „vor allem in der Eigenständigkeit der Arbeit“. Frerkes nennt es anerkennend ein „Garagen-Baumarkt-Projekt“ und sagt: „Das lächelt mich stark an.“ Doch Getränkeautomaten gibt es viele. Was kann denn der aus der Erfinderwerkstatt Neugebauer nun Besonderes? „Er braucht keine Kühlstoffe“, sagt der Schüler, der in diesem Jahr Abitur macht. Sprich: Kein Eis verwässert die Cola. Und dazu sind 200 Milliliter in rasender Geschwindigkeit heruntergekühlt. Linus Neugebauer berichtet, dass er bei Youtube einen solchen Automaten gesehen habe. „Aber in ganz einfacher Form. Ich dachte: Das kann man besser machen und habe ihn weiterentwickelt.“ Auch das Design stammt von dem Steinhagener. Im Projektkurs, der unabhängig vom Physikunterricht läuft, hat er sein Vorhaben verwirklicht. „Das meiste habe ich zu Hause gemacht“, sagt Linus Neugebauer, der zwar beim Bobbycar Solarcup und bei Formel 1 in der Schule regelmäßig dabei war, aber noch nie bei Jugend forscht. Und noch eine Premiere hat er vorzuweisen: Sein Forschungsprojekt ist das erste realisierte 3- D-Drucker-Projekt am Steinhagener Gymnasium. Dank des Fördervereins gibt es einen solchen Drucker an der Schule. Und Linus Neugebauer hat ihn eingesetzt, um Einfassungen, Lüftungsfilter und viele Teile mehr zu fertigen, an denen Anpassungen vorgenommen werden mussten für den grauen Kasten. Dessen Inneres sieht auf den ersten Blick futuristisch aus, wenn der Zwölftklässler die Rückwand aufschraubt. Als Kühlkörper fungieren die auf thermoelektrischem Prinzip beruhenden Peltier-Elemente. Weiteres wesentliches Bauteil: PC-Radiatoren. Über Kupferröhren wird von den Radiatoren Hitze aufgenommen und über die Lüfter nach außen abgegeben. Natürlich hatte der junge Forscher auch Schwierigkeiten zu meistern: „Wenn das System zehn Minuten lief, bildete sich Eis. Die Peltier-Elemente mussten sich zwischendurch wieder aufwärmen können“, schildert Linus Neugebauer. Und noch etwas hat der Automat aus Steinhagen, das andere nicht haben: „Bei alten Getränkeautomaten schmeckt der Kakao mitunter mal nach Nudelsuppe. Bei mir bleiben keine Rückstände in den Leitungen. Nach jedem Getränk wird einmal Luft durchs System gepustet.“

Westfalen-Blatt, 07.02.20


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