Gymnasiasten wollen Pausenhof aufwerten – und stellen Antrag im Rat. Westfalen-Blatt, 20.09.2019.

2019 0920PausenhofWBDie Fünft- und Sechstklässler des Steinhagener Gymnasiums, hier mit ihrem Politiklehrer Jan Breuer, haben konkrete Pläne zur Umgestaltung ihres Schulhofs – und drücken die Daumen: In der kommenden Woche entscheidet der Schulausschuss darüber. FOTO: Volker Hagemann.

Wenn etwa 200 Schüler gleichzeitig ihren Pausenhof nutzen, wird es eng. Um mehr Platz für Fußball, Tischtennis und andere Bewegungsspiele zu haben, wünschen sich Fünft- und Sechstklässler des Steinhagener Gymnasiums die Umgestaltung ihres Unterstufen-Schulhofs. Das bringen sie jetzt selbst als Antrag in den Gemeinderat und den Schulausschuss ein.

Das Problem existiert schon lange: Wenn am SteinGy der Pausengong ertönt, sind das Bolzfeld auf dem Rasen, das vielseitig genutzte Spielfeld zwischen den Basketballtoren und die drei Tischtennisplatten hinter dem Schulgebäude derart heiß begehrt, dass man als Schüler schnell sein muss – oder sich ständig gegen andere durchsetzen muss. »Allein hier auf dem Schulhof für die Unterstufe verbringen Schüler aus drei fünften und drei sechsten Klassen die Pause«, berichtet Politik- und Sportlehrer Jan Breuer. »Wir haben bereits die Regelung, dass die Älteren aus Mittel- und Oberstufe vorne vor dem Gebäude die Pause verbringen, damit die Jüngsten auf den Spielfeldern nicht das Nachsehen haben.« Weiteres Problem: »Der Rasenplatz wird gerade im Herbst und Winter oft so nass, dass die Schüler völlig verschmutzt im Unterricht sitzen«, so Breuer. Eine Umgestaltung sei dringend notwendig.

Wie passend, dass das Thema Demokratie auch im vergangenen Schuljahr ohnehin wieder Unterrichtsstoff der Fünftklässler war. »Zunächst stand die Wahl der Schülersprecher an, was ja schon eine Form der Mitbestimmung ist«, sagt Jan Breuer. »Zudem ging es um Mitbestimmung in unserer Kommunalpolitik. Das führte zu der Frage: Wenn ihr könntet – was würdet ihr ändern? So kamen wir auf die Idee, die Wünsche für die Schulhof-Umgestaltung als Bürgerantrag an die Lokalpolitik zu stellen.« Zusätzliche Motivation dafür gab ein Besuch bei Bürgermeister Klaus Besser.

Nach ersten Treffen von Klassensprechern und Schülervertretung konkretisierten die Schüler im Frühjahr ihre Pläne: Bolzplatztore, für das Rasenfeld eine Tartan-Oberfläche oder eine Drainage – und weitere Tischtennisplatten, »die sind total angesagt«, hat Breuer beobachtet. Er begleitet die Planungen der Schüler gemeinsam mit seinen Lehrerkollegen Lars Osterfeld und Nadine Meyer. Schulleiter Stefan Binder steht ebenfalls hinter dem Antrag: Er lobt das demokratische Engagement und betont die Wichtigkeit von Bewegung in den Pausen, »gerade vor dem Hintergrund längerer Unterrichtszeiten«. Binder hat den Antrag an die Politik offiziell unterschrieben.

Unterm Strich würden die Verbesserungen knapp 10.000 Euro kosten. Am Mittwoch hat der Gemeinderat den Antrag an den Schulausschuss weitergereicht. Der tagt am Mittwoch, 25. September, die Sitzung ab 17.30 Uhr ist öffentlich. »Dort werden einige der Schüler den Antrag persönlich erläutern«, sagt Jan Breuer.


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