Heißes Sommerkonzert: 150 Schülerinnen und Schüler markieren beim Auftritt in der Aula des Schulzentrums instrumental wie vokal ein hohes Niveau. Da wird »You Can’t Stop the Beat« zum Motto des Abends. Haller Kreisblatt, 04.07.2019.

2019 0704SommerkonzertHKZugabe: Die Swing Kids und die Junior-Big-Band interpretieren Can’t Stop the Beat aus dem Erfolgsmusical Hairspray. FOTO: Edwin Rekate.

„Ne, die Nummer, wenn ihr euch die wünscht, ich weiß nicht“, Musikpädagogin Beate Sehlhoff schilderte mit kleinlauter Stimme ihre Skepsis, die sie den »Voice Vibes« vor einem halben Jahr entgegenbrachte, als der Chor sich einstimmig wünschte, »Bohemian Rhapsody « von Freddie Mercury in sein Programm aufzunehmen. „Aber ihr habt’s so gewollt, jetzt rockt die Aula. Los!“

Inspiriert vom Film und dem legendären Queen-Rocksong boten die Voice Vibes mit instrumentaler Unterstützung eine perfekt klingende Version des Megahits vom Album »A Night at the Opera«, das 1975 erschienen ist. Hammerhart auch der Beitrag der Solo-Gitarristin Lisa Romanov, die ihren elektrischen Verstärker fachmännisch zum Brüllwürfel umfunktionierte und fingerfertig die Saiten dehnte. Als Ergebnis folgte seitens des 400-köpfigen Auditoriums ein stürmischer Applaus-Tornado.

Applaus hatten sich einfach alle Akteure verdient. Schon die Streicherklasse aus dem 5. Schuljahr, die von Beate Corßen und Elmar Westerbarkey ausgebildet wird, fiel mit Themen aus einem Violinkonzert von Ludwig van Beethoven auf. Und die Bläser aus der sechsten Klasse lockten mit ihrem frischem Wind die Zuhörer an die Copacabana. »Mama Paquita «, ein brasilianischer Karnevalssong, löste die anschließenden »Handclaps« aus.

Das Mitklatschen bildete auch die Basis für die »Voice Guys«, die sich mit dem Titel »Electricity« aus dem Film »Billy Elliot – I Will Dance« dem Schicksal und Prüfungsstress des Protagonisten, mit sensorischen Stimmen näherten. Schon war die Zeit reif für das Streichorchester, das mit modernen Tänzen das 20. Jahrhundert aufwirbelte. Gezupft und gestrichen wirbelte der lautmalerische »Mückentanz« zur Begeisterung aller durch den Saal.

Das SteinGy-Schulorchester bot Auszüge aus den »Vier Jahreszeiten« von Antonio Vivaldi und aus der Peer Gynt-Suite von Edvard Grieg. Das große Orchester, das die klassische Notenfülle prima überstreicht, machte in »Stürmisches Sommerwetter« die Meteorologie als Schallereignis hörbar. Diese Dynamik erfasste auch die Junior Big Band, sie projizierte punktgenau den Pulverdampf von »Pirates of the Caribbean«.

Nach dem Begeisterungssturm ist vor dem Begeisterungssturm. Der »Song 2« von Blur fetzte mit der Oberstufen-Band »From the Ashes« ins Auditorium. Das von Schlagzeuger Carsten Hönninger gecoachte Quintett, zu dem sich Lisa, Nicolai, Justus und Frontsängerin Joline vor drei Jahren zusammenfanden, übergab einen überkochenden Saalstatus an die »Swing Kids«, die unter dem Dirigat von Stefan Binder mit temporeichen Stücken wie »Uptown Funk« die Verschmelzung von Jazz und Rock erfolgreich propagierten. Die stimmgewaltige Nina Bieber aus der Klasse 10 begeisterte mit ihrem Timbre-Total und schürte das hammerharte Hey-Hey-Hey-Feuer in den Sitzreihen.

Als Extraportion präsentierte die Fusion der Swing Kids mit der Junior Big Band »You Can’t Stop the Beat« aus dem Marc-Shaiman-Musical »Hairspray«, das seit 2002 mehr als 3.500 Vorstellungen am Broadway und in London verzeichnet. Diese Darbietung, verbunden mit fabelhaften Showeffekten, rundete das glühend gefächerte Sommerkonzert ab, das die nach oben offene Ovationsskala neu definierte und für den Musikpädagogen Stefan Binder eine ehrende Überraschung parat hielt.


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