Poetry Slam: Die Zuhörer des Dichterwettstreits, der zur Aufbesserung der Abi-Kasse veranstaltet wurde, erlebten im Foyer des Gymnasiums einen ganz speziellen Abend. Die Präsentationen der wortgewandten Slammer waren so gut, dass die Jury es schwer hatte. Haller Kreisblatt, 05.02.2019.

2019 0205PoetrySlamHKSorgen für einen unterhaltsamen Abend: Miriam Danho (von links), Tristan Miesczack, Nina Bieber, Jona Löwen, Anita Sadoroschny, Tara Uhlemeyer, Malte Elgeti, Mario Krebs und Luca Prigl waren sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltung. FOTO: Marion Bulla.

Sieben Schüler hatten sich angemeldet und stellten sich dem Wettbewerb. Dass Poetry Slam längst viele Fans hat, zeigte sich an der Zahl der Besucher. „Wir hatten grob mit 100 gerechnet, mussten dann aber immer mehr Stühle aufstellen“, stellte Mario Krebs zufrieden fest. Am Ende saßen etwa 140 Literaturfreunde auf den Plätzen, die gebannt den Vorträgen lauschten. Der Mitorganisator erklärte dem Publikum gleich zu Beginn, dass er zunächst selbst nicht so genau gewusst habe, was ein Poetry Slam eigentlich ist. „Ich musste das erst googeln“, gestand der Abiturient, der gemeinsam mit Anita Sadoroschny durch den Abend führte.

Bevor es losging, wurde eine siebenköpfige Jury bestimmt, die am Schluss eines jeden Beitrags Tafeln mit ihren jeweiligen Punkten hochhielt. „Habt Respekt vor den Poets und begrüßt jeden mit einem Zehn-Punkte-Applaus“, baten die Moderatoren und fügten an, dass es für jeden Teilnehmer eine echte Herausforderung sei, die selbst verfassten Texte vor Publikum zu offenbaren. Sechs Minuten dauerte ein Vortrag. Die Beiträge waren ziemlich unterschiedlich, aber alle sehr unterhaltsam.

Den Auftakt machte Malte Elgeti. Der Zehntklässler zeigte keine Spur von Nervosität. Selbstbewusst stand er oben auf der Balustrade und zog das Publikum mit seinem gesellschaftskritischen Text in den Bann. Er sprach vom Dschungelcamp und gleichzeitig von der Abholzung der Regenwälder. Die müssten gerodet werden, um Platz für die Palmölbäume zu machen, damit wir unser Nutellabrot genießen könnten. Dennoch habe er persönlich kein Verlangen, als Vorbild aufzustehen. „Rettet also ihr die Menschheit“, forderte der Abiturient seine Zuhörerschaft auf.

Nina Bieber hielt ihren emotionalen Beitrag komplett in englischer Sprache. „Ich fühle mich damit ein bisschen wohler“, erklärte sie und sprach von Lebenslösungen, Ängsten und Einsamkeit. Dabei kam auch ihr Talent zum Singen zum Vorschein. Die Zuhörer klatschten begeistert Beifall. Platz zwei für Nina Bieber. Dass es nicht ganz zum Sieg reichte, lag an Jona Löwen. Der kam bei der Jury noch ein klein wenig besser an.

Der 18-Jährige hatte einen beeindruckenden und sehr persönlichen Text mitgebracht. Es war sein erster Auftritt vor Publikum, doch das merkte man dem Hobby-Slammer überhaupt nicht an. 13 Tage lang habe er seine Fragen aufgeschrieben, habe gegrübelt und nachgedacht über sein Leben. „Machte es den meisten zu nett, war weich wie ein Bett – doch diese Zeit ist verschenkt“, reimte der Poet. Seine Kernaussage: „Jeder Mensch ist anders. Hasst niemanden, den ihr nicht kennt, Lernt euch selbst zu lieben, dann fällt das Hassen schwerer.“

Der mutige Beitrag wurde am Ende mit der höchsten Note zehn bewertet und landete damit auf dem ersten Platz. Dritte wurde Tara Uhlemeyer. Der erste Poetry Slam im Steinhagener Gymnasium war ein voller Erfolg. Das schreit geradezu nach einer Wiederholung.


Siegel01

Siegel02

Siegel03

Siegel04neu