Vorgestellt: Mit vier Teams nimmt das Gymnasium am Wettbewerb „Jugend forscht“ beziehungsweise „Schüler experimentieren“ teil. In den Projekten spielt die Optimierung von Leistung eine große Rolle. Ideengeber für deinen Beitrag war Komiker Dieter Nuhr. Haller Kreisblatt, 02.02.2019.

2019 0202JugendForschtHK01Schneller laufen mit Musik auf den Ohren? Anita Sadoroschny (18) schickte ihre Probanden mit und ohne Beats auf die Laufpiste. Ihre Untersuchungsergebnisse stellt sie beim Jugend-forscht-Wettbewerb vor. FOTO: Frank Jasper.

Mit Musik geht alles besser, vor allem im Sport. Wirklich? Die 18-jährige Anita Sadoroschny wollte es genau wissen. In ihrem Projekt, mit dem sie am 16. Februar beim Regionalentscheid von »Jugend forscht« in Herford teilnimmt, hat sie den Einfluss von Musik auf sportliche Leistungen analysiert. Zu diesem Zweck ließ sie ihre Probanden unter anderem zum Black-Sabbath-Hit »Paranoid« sechs Minuten laufen. Dabei ermittelte die Schülerin nicht nur die Meter, die die Teilnehmer während der Zeit hinter sich ließen, sondern befragte die Läufer nach ihren Empfindungen beim Sprint und ließ deren Herzfrequenz messen.

Das Ergebnis ist ernüchternd: „Musik lenkt zwar von der Anstrengung beim Laufen ab, kann aber nicht wirklich die Leistung verbessern“, hat Anita Sadoroschny herausgefunden. Zumindest hätten ihre Untersuchungen keinen signifikanten Unterschied zwischen den Läufern mit Musik auf den Ohren und denen ohne Musik erbracht. Die Jungforscherin geht außerdem davon aus, dass der individuelle Musikgeschmack bei dem Experiment eine Rolle spielen könnte. Wer den Metalsound von Black Sabbath nicht mag, lässt sich von ihm womöglich auch nicht antreiben. Diesen soziokulturellen Aspekt will die Schülerin in ihrer weiteren Forschung berücksichtigen.

Noch mitten in den Vorbereitungen für den Wettbewerb stecken der 16-jährige David Shirzadi und der 17-jährige Arthur Scheiermann. Sie bauen an einem Hybrid-Gokart, das sie in Herford der Jury vorstellen wollen.  Damit belegen wir das Zusammenwirken von Elektro- und Verbrennungsmotor“, erklärt David Shirzadi. Lehrer Andreas Frerkes, der die Wettbewerbsprojekte am Steinhagener Gymnasium betreut, lobt die Tüftler: „Das wird das erste richtige Auto an unserer Schule.“

Mit der Entwicklung von Beschleunigungssystemen von der Steinzeit bis zur Zukunft beschäftigen sich Mika Griese, Nils Meyer zu Borgsen und Niklas Korent. Das Trio untersucht Reichweite, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Kraft etwa von einer Armbrust. „Waffen waren nun mal die ersten Beschleunigungssystem in der Menschheitsgeschichte“, erläutert der 18-jährige Mika. Wie rasant die Entwicklung fortschreitet, lasse sich anhand von Teilchenbeschleunigern aufzeigen, erklären die Gymnasiasten.

Längst nicht so schnell bewegen sich die Flummis, die für den Versuchsaufbau von Justus Mitgau und Arvid Holtkamp nötig sind. Sie untersuchen, welche Eigenschaften ein Flummi haben muss, damit er besonders hoch und schnell springt. „Die Idee entstand aus einem Sketch von Komiker Dieter Nuhr, in dem ein Flummi angeblich 40 Jahre in der Luft bleibt, bis er wieder unten aufkommt“, erzählt Justus Mitgau.

Jetzt fiebern alle Forscher dem Wettbewerb entgegen. Schon mehrfach erreichten Teams vom Steinhagener Gymnasium bei »Jugend forscht« einen zweiten Platz auf Landesebene. Bei »Schüler experimentieren « für die jüngeren Jahrgänge reichte es sogar dreimal für den ersten Platz. „Es gibt eine Menge naturwissenschaftliche Wettbewerbe für Schüler. »Jugend forscht« ist und bleibt die Königsklasse“, unterstreicht Andreas Frerkes die Bedeutung der Veranstaltung.


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