Am 7. Mai 2019 war es wieder so weit: Europatag am Steingy. Wenige Wochen vor der Europawahl kam diesem Tag, der nun schon eine lange Tradition am Steingy hat (Berichte 2017/2018), besondere Bedeutung zu.

P1100072qVieles läuft nicht so richtig rund in der EU und so sahen wir uns als Europaschule umso mehr aufgefordert, die Bedeutung der Europäischen Union für unser politisches, kulturelles und wirtschaftliches Leben wie auch für unseren Alltag und allem voran den Frieden in Europa zu verdeutlichen.

Neben bewährten Programmpunkten wie Informationen zu den Schüleraustauschen mit England, Frankreich und Woerden, den EU- Einführungsprojekttagen der 5.Klassen und dem nun zum zweiten Mal stattfindenden Projekt der 7. Klassen zu Thema „EU und Klimapolitik“ fand auch wieder eine große Informations- und Diskussionsveranstaltung mit externen Experten (siehe Bericht dazu weiter unten) für alle Schülerinnen und Schüler der 10ten Klassen statt.

Aber auch Neues gab es in diesem Jahr: So konnten wir unser Projektangebot zum Europatag um das Thema „EU und die Flüchtlinge“ für die 9. Klassen erweitern, in diesem Jahr bearbeitet vom WP II Europa-Profilkurs (Bericht dazu von Linja Redecker und Isabelle Wiernik). Neu ist auch der 2019 erstmalig stattfindende Schüleraustausch mit Lettland, der noch vor den Sommerferien mit 13 Schülerinnen und Schülern aus den bilingualen Klassen (8./9.Klassen) stattfinden wird und auf Infoständen vorgestellt wurde. Damit bauen wir erstmals Kontakte zu Osteuropa auf. Für die Oberstufe (Q1) gibt es außerdem ein Projektkursangebot zum Thema „75 Jahre Frieden in Europa, 75 Jahre Erinnerungskultur Zweiter Weltkrieg“, in dem es um die Rolle des Krieges für das heutige, auch über die EU hinausgehende Europa geht.

Wie haben wir als Lehrkräfte und unsere Schülerinnen und Schüler den Tag erlebt? Hier einige Rückmeldungen:

Klasse 9, Projekt „EU und die Flüchlinge“ (Bericht Linja Redecker und Isabelle Wiernik)

Projekt Migration im Europaprofil

9 StellwandWir, die Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse haben uns im Europaprofil von Ende Februar bis Anfang Mai mit dem Thema Migration befasst. Dabei hat jede/r Schüler/in ein Thema ausgewählt bezüglich historischer oder gegenwärtiger Migration. Als Themen gab es zum Beispiel: Asylanträge, Irak-Krieg, Russlanddeutsche, der Krieg in Syrien, AfD u.v.a. Jedes Thema wurde am Ende der Unterrichtsreihe in Form einer PowerPoint-Präsentation vorgestellt. Für dieses Projekt wurden uns jede Unterrichtsstunde die iPads oder HP-Geräte zur Verfügung gestellt. Dadurch konnten wir schon einige Erfahrungen bezüglich der OneDrive Nutzung und generell beim Umgang mit den Laptops / iPads für die EF sammeln.

In den Stunden haben wir größtenteils recherchiert und Notizen gemacht, um später die Präsentation erstellen zu können. Das Projekt war sehr interessant und vielfältig durch die vielen verschiedenen Themen. Außerdem hat es uns über heutige Kriegssituationen und deren Folgen wie Flucht, Fluchtwege, Asylanträge etc. sowie auch über Migration in der Vergangenheit aufgeklärt.

Zusammenfassend haben wir sehr gerne an dem Projekt gearbeitet, vor allem weil wir sehr frei arbeiten konnten und die Ergebnisse so vielfältig waren. Kurze Statements zu unseren Erarbeitungen findet ihr auf der Stellwand.

 

 

Klasse EF, politische Debatte zur Frage "Sollte eine europäische Armee gegründet werden?" (Bericht J. Breuer)

Alle Schülerinnen und Schüler der 10. Stufe (EF) haben sich den gesamten Schultag mit einer Diskussionsfrage beschäftigt, die in den nächsten Jahren die politische Debatte in der EU prägen wird: Sollte eine europäische Armee gegründet werden?

Der Tag wurde in drei Teile geteilt: In den ersten beiden Unterrichtsstunden wurden in den drei Sowi-Kursen die Grundlagen der Europäischen Union vermittelt und dann thematisch zur Leitfrage hingeführt. Die Schülerinnen und Schüler, die kein Sozialwissenschaften als Fach haben, nahmen an dem Projekttag teil, um der gesamten Stufe eine Beschäftigung mit der Leitfrage zu ermöglichen.

Für den zweiten Tagesabschnitt wurden die Schülerinnen und Schüler auf fünf Experten aufgeteilt, die für diesen Tag zum SteinGy eingeladen wurden, um den Zehntklässlern Europa als Friedensprojekt näherzubringen, indem sie in den Gruppen über die Leitfrage ins Gespräch kamen und die Schüler auf die im Anschluss stattfindende Podiumsdiskussion vorbereiteten.

Frau Vogt arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld im Bereich der Didaktik für Sozialwissenschaften und hat ihre Gruppe historisch an die Etablierungsversuche einer europäischen Armee herangeführt.

In diesem Jahr haben Jungpolitiker aus der Partei Die Linke in Person von Herrn Ibrahimsadeh und aus der Partei FDP durch Herrn Bracht ihre politischen Positionen argumentativ vertreten und in ihren Gruppen auf die Podiumsdiskussion vorbereitet.

Die überparteiliche Organisation Pulse of Europe hat den Schülern durch Herrn Bröking eine paneuropäische Perspektive eröffnet, während Herr Hermann von der Bundeswehr die deutsche Sicht deutlich machen konnte.

Im dritten Teil der Veranstaltung haben jeweils zwei Schüler aus den vorherigen Gruppen vor der gesamten zehnten Stufe eine Podiumsdiskussion zu der kontroversen Leitfrage geführt. Trotz der argumentativ geführten Kontroverse vor dem Publikum wurde der gemeinsame Konsens deutlich: Europa ist ein Friedensprojekt – ob mit oder ohne europäische Armee.

Der gesamte Tag stellt für die Zehntklässler einen Beitrag zur politischen Urteilsbildung und Mündigkeit dar, der von vielen positiv aufgenommen wurde. Im Folgenden ein paar Stellungnahmen:

Luisa: „Der Europatag hat mir persönlich sehr gut gefallen. Es war alles gut strukturiert und organisiert und jeder wusste, zu welcher Expertengruppe man zugeteilt wurde. Auch die Idee, verschiedene Experten einzuladen, finde ich sehr gut, da man so die verschiedenen Perspektiven auf die Leitfrage kennenlernen konnte. Die Diskussion am Ende war ein guter Abschluss, da man dadurch die Argumente der anderen Gruppen erfahren hat.“

Tim: „Ich fand den Europatag einigermaßen spannend. Das Thema hat mich interessiert, obwohl ich mich davor noch nicht einmal mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Ich fand vor allem die Diskussion am Ende sehr gut, da ich dort noch viel erfahren habe und die Debattanten noch viel genauer auf das Thema der Europäischen Armee eingegangen sind.  Was ich nicht so gut fand, ist, dass man nur von einem der Experten die Meinung bekommen hat. Mich hätte die Ansicht von den Anderen auch interessiert.  Trotzdem war das ein gelungener Tag, an dem ich recht viel Neues dazu gelernt habe.“


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