Zum Schuljahr 2019/2020 wird an Gymnasien in NRW die Regelschuldauer wieder von 8 auf 9 Jahre umgestellt, ein Verbleib bei G8 ist auf Antrag möglich. Dazu hat die Landesregierung mit dem 13. Schuländerungsgesetz vom 11.07.2018 die rechtlichen Grundlagen geschaffen.

G8G9Das Steinhagener Gymnasium hat sich bereits im Oktober vergangenen Jahres in Diskussionsforen und den schulischen Gremien ausführlich mit der zukünftigen Ausrichtung der Schule auseinandergesetzt, Schüler wie Eltern und Lehrkräfte sind sich in ihrer Einschätzung einig: G9 bietet neue Chancen für die Profile unserer Schule und unsere Schülerinnen und Schüler, diese wollen wir nutzen und schließen uns daher der Perspektive einer verlängerten Schuldauer für das Steinhagener Gymnasium an. Das gebundene Ganztagskonzept der Schule hat sich als tragfähig und sehr erfolgreich erwiesen, aus diesem Grund wollen wir den verlässlichen Ganztag an unserer Schule auch unter G9 erhalten und im Sinne des Ganztagsmottos „Zeit für mehr“ konzeptionell weiterentwickeln.

Mittlerweile wurde diese Perspektive in den schulischen Gremien von Eltern, Schülervertretern und Lehrkräften einhellig beschlossen. Gleichzeitig ist eine Teilkonferenz „G9 und Ganztag am Steinhagener Gymnasium“ eingerichtet worden, die die inhaltlichen Vorgaben einer G9-Stundentafel für unsere Schule umsetzt und das Ganztagskonzept den neuen Gegebenheiten anpasst. Die inhaltliche Ausgestaltung der Stundentafel in den Fächern muss bis zu den Sommerferien 2019 erfolgen. Zum Schuljahr 2019/2020 tritt das neue Konzept dann für die fünften und sechsten Klassen in Kraft, G8 läuft mit dem neuen 7. Jahrgang und dem Abitur 2025 aus.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie weitere Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen zu G9, aktuelle Informationen zum Arbeitsstand am Steinhagener Gymnasium und eine FAQ-Liste.

 

FAQs zu G9

Wie viel Unterricht haben die angehenden Gymnasiasten im neuen G9?

Die Sekundarstufe I umfasst mit der Umstellung auf G9 nicht mehr die Klassen 5 bis 9, sondern auch noch die Klasse 10. Sie dauert damit sechs Jahre. In diesen sechs Jahren sollen 188 Wochenstunden unterrichtet werden, acht davon müssen nicht für alle Schüler verbindlich sein. Damit soll den Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang die gleiche Anzahl an Wochenstunden zur Verfügung gestellt werden wie den anderen Schulformen der Sekundarstufe I. Gegenüber G8 mit 158-163 Wochenstunden erhöht sich damit die Unterrichtszeit um 17 bis 25 Wochenstunden, das sind bei 40 Unterrichtswochen pro Schuljahr ein Plus von bis zu 1000 Unterrichtsstunden.

Wie sieht es mit neuen Stundentafeln und Lehrplänen aus?

Die Stundentafel legt fest, wie die Wochenstunden in den einzelnen Jahrgangsstufen auf die Fächer verteilt werden. Hier wird durch das erhöhte Stundenvolumen ein neuer Rahmen gesetzt, den die G9-Gymnasien für sich ausgestalten müssen. Die neue Stundentafel für G9-Gymnasien soll zu Beginn des Jahres 2019 mit der Überarbeitung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe I verbindlich gemacht werden. Bislang stehen den Schulen lediglich Entwürfe einer neuen Stundentafel zur Verfügung. Auch die Kernlehrpläne für die Fächer der Sekundarstufe I werden momentan seitens des Schulministeriums überarbeitet und sollen im Frühjahr 2019 veröffentlicht und damit den Gymnasien für die inhaltliche Ausgestaltung an ihrer Schule zugänglich gemacht werden.

Welche Kinder werden die ersten G9-Schüler sein?

Alle Kinder, die ab Sommer 2019 auf das Gymnasium wechseln, starten ihre Schullaufbahn zu den Bedingungen des ab dann geltenden G9-Bildungsgangs. Auch die Kinder, die im Sommer 2018 an das Gymnasium wechselten, werden das Abitur in neun Jahren machen. Das heißt konkret: Neu-Gymnasiasten starteten im Sommer 2018 formal noch unter G8-Bedingungen. Zeitgleich mit ihrer Versetzung in die Klasse 6 im Sommer 2019 greifen für diese Kinder dann auch die neuen G9-Regelungen. Dies ist relativ problemlos möglich, da in der fünften Klasse noch keine weiteren Fremdsprachen oder Wahlpflichtfächer belegt werden müssen. Die Kinder werden durch diesen Wechsel von G8 nach G9 keine Nachteile haben.

Wann startet die 2. Fremdsprache im G9-Bildungsgang?

Nach einer längeren Diskussionsphase steht mittlerweile fest, dass die zweite Fremdsprache an G9-Gymnasien in Klasse 7, an G8-Gymnasien weiterhin in Klasse 6 einsetzt. Damit verschiebt sich auch an allen anderen Sek-I-Schulformen der Start der zweiten Fremdsprache auf die Klasse 7.

Welche Regelungen sind für den Wahlpflichtunterricht vorgesehen?

Der Wahlpflichtunterricht am Gymnasium soll zweijährig bleiben mit einem Umfang von 3 Wochenstunden pro Schuljahr, aber aufgrund der künftig sechsjährigen Sekundarstufe I an Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang erst ab Klasse 9 einsetzen. Die Möglichkeit, eine dritte Fremdsprache zu erlernen, würde auf diese Weise im bisherigen Abstand von zwei Jahren zum Einsetzen der zweiten Fremdsprache gehalten.

Welche inhaltlichen Neuerungen sind noch vorgesehen?

Das durch G9 erhöhte Stundenvolumen soll "der Stärkung der ökonomischen Kompetenzen, der MINT-Bildung, der Ersten Fremdsprache sowie des Faches Deutsch dienen."

Im Rahmen der Erarbeitung von Lehrplänen für die Fächer des neunjährigen Gymnasiums werden die Anforderungen an eine Bildung in der digitalen Welt auch in den einzelnen Fächern verankert. In diesem Zusammenhang sollen alle Schülerinnen und Schüler auch Grundkenntnisse im Programmieren erwerben.

Zum Fächerkanon des Gymnasiums gehört bereits das Fach „Politik/Wirtschaft“. Bei der Umstellung auf den neunjährigen Bildungsgang soll dieser Bereich im zeitlichen Umfang sowie durch geänderte curriculare Vorgaben so gestärkt werden, dass in ihm stärker als bisher auch Kenntnisse unserer Wirtschaftsordnung ebenso wie Aspekte der Verbraucherbildung vermittelt werden.

Was ist mit dem mittleren Schulabschluss?

Im G8-Bildungsgang war die Frage der Vergabe des "mittleren Abschlusses" (auch "Realschulabschluss" oder "Fachoberschulreife“) ein Problem: Denn nach dem Ende der Sekundarstufe I in der Klasse 9 hatten die Schüler noch keinen derartigen Abschluss erworben. Diesen bekamen sie erst am Ende des ersten Jahres in der Oberstufe. Im G9-Bildungsgang ändert sich dies: Schülerinnen und Schüler der G9-Gymnasien erwerben am Ende der Klasse 10 mit der Versetzung in die gymnasiale Oberstufe den mittleren Schulabschluss. In diesem Zusammenhang nehmen sie ab dem Schuljahr 2023/24 wie alle anderen Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen mit sechsjähriger Sekundarstufe I an den Zentralen Prüfungen in Klasse 10 (ZP 10) teil.

Ist es auch unter G9 weiterhin möglich, Gymnasien als Ganztagsschulen zu führen?

Ja. Unabhängig von dem achtjährigen oder neunjährigen Bildungsgang bleibt Schulträgern auch weiterhin die Möglichkeit, Gymnasien in der Sekundarstufe I als Ganztagsschulen unter den gleichen Bedingungen gemäß § 9 Absatz 1 Schulgesetz zu führen.

Können Schülerinnen und Schüler eine Klasse überspringen?

Ja, dies soll für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler wieder möglich gemacht werden. Diese können nach der Erprobungsstufe jeweils zum Ende eines Schulhalbjahres oder Schuljahres vorversetzt werden, also eine Klasse „überspringen“. Die Schule soll dies durch geeignete Konzepte fördern und unterstützen.

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