Bobby Car Solar Cup: In diesem Jahr haben die Gymnasiasten noch mehr eigene Ideen, Technik und Kreativität in ihr Fahrzeug gesteckt. Sonntag ist der Tag der Entscheidung. Haller Kreisblatt, 15.09.2018.

 2018 0915BobbyCarHKSind gut vorbereitet: Das Team des Steinhagener Gymnasiums für den Bobby Car Solar Cup besteht aus (von links) Zaheeb Hayat, Roshaan Hayat, Rabigh Khan, Arthur Scheiermann, Frederik Herden (Gemeindewerke Steinhagen), Dennis Drewitz, Jonas Althoff, David Shirzadi, Ben Barrelmeier, Lehrer Wolfgang Schulte und Fahrer Tobias Frerkes. Es fehlt Linus Neugebauer. FOTO: Gemeindewerke Steinhagen

Nach monatelangem Tüfteln und Schrauben wird es für elf Schüler des Steinhagener Gymnasiums an diesem Wochenende ernst. Sie nehmen mit ihrem selbstgebauten Rennwagen am »Bobby Car Solar Cup« in Bielefeld teil. Ihr Gefährt hat jedoch nicht mehr viel mit einem handelsüblichen Bobby Car zu tun. Unter der Haube steckt jede Menge Technik und Ideenreichtum.

Die Entwicklung des bislang fünften Rennwagens aus der Steinhagener Schmiede begann in diesem Jahr quasi bei null. Denn erstmals haben die Schüler des Konstrukteursteams nicht auf ein handelsübliches Kettcar als Basis zurückgegriffen. Unterboden, Aufhängung, Solar-Anhänger, Antrieb und Co. wurden komplett selbst entwickelt und zusammengeschraubt. Lediglich der Motor und ein paar Bauteile wie die Kette oder die Batterien gehören zum Grundbausatz, die von den Veranstaltern gestellt werden.

Als Lager und Werkstatt diente den Schülern in den vergangenen Monaten eine Garage der Gemeindewerke Steinhagen. Dort waren sie immer wieder nach dem Unterricht zu Gast. Der heimische Energieversorger greift den Schülern unter die Arme und übernimmt erneut die Materialkosten. Frederik Herden von den Gemeindewerken haben sie mit ihrem Ideenreichtum auf jeden Fall schon einmal überzeugt: „Das ist schon der Wahnsinn, was die Jungs mit dem neuen Kart auf die Beine gestellt haben. Besonders der Erfindergeist hat mich wieder überrascht. Im Bobby Car steckt noch mehr Technik als in den Vorjahren.“

Besonders beeindruckend findet Herden die von den Schülern entwickelte Kondensator-Turboboost-Technologie.

Denn ähnlich wie beim normalen Auto, haben die Schüler ein Bremsenergie-Rückgewinnungssystem konstruiert, dass den Turboantrieb während der Fahrt wieder aufladen kann. Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr: Die vier Reifen sind deutlich schmaler und wurden leicht angewinkelt an den Achsen montiert. „Damit erhoffen wir uns, schneller in die Kurven fahren zu können ohne umzukippen“, erklärt David Shirzadi die Idee hinter dem Kniff. Und das ist auch wichtig. Denn immerhin schafft es das mit einem 250 Watt starken Elektromotor angetriebene Gefährt laut eigenen Angaben auf gut 30 Stundenkilometer. Ob der Plan der Schüler aufgeht, wird sich am Sonntag in Bielefeld zeigen.

Die erste Testfahrt konnten sie bereits am vergangenen Wochenende beim »Run and Roll Day« auf dem Ostwestfalendamm unternehmen. Bei dem Showrennen reichte es für Rang 5. „Die ersten Erfahrungen mit dem Kart waren schon ganz gut. Aber es gibt noch etwas Luft nach oben und bis Sonntag sind es ja noch ein paar Stunden“, zeigt sich Betreuungslehrer Wolfgang Schulte optimistisch für den eigentlichen Wettbewerb. Für die Schüler war es bis zuletzt noch ein kleiner Wettlauf gegen die Zeit. Denn schon am Freitagnachmittag musste das einzigartige Gefährt der Jury vorgestellt werden – mit passender Show versteht sich. So kam das Bobby Car gemäß dem ausgewählten Motto »SECar« mit jeder Menge Security bei der Jury in Bielefeld an. „Die Schüler haben sich dafür eine kleine Choreografie ausgedacht. Denn eine passende Show gehört zu einer gelungenen Präsentation natürlich dazu“, sagt Schulte.

Am Sonntag kommt es dann auf der Strecke darauf an, dass die Pläne der Steinhagener Schüler aufgehen. Dann messen sie sich mit 24 weiteren Schulen aus ganz OWL. Dafür vertrauen sie auf das fahrerische Können von Tobias Frerkes. Der Neunjährige konnte bereits im Vorjahr Wettbewerbserfahrung sammeln. Realistische Siegchancen rechnen sich die Steinhagener allerdings nicht aus: „Wir sind immerhin eines der wenigen Teams, die alles selbst bauen, ohne große Hilfe. Deshalb liegen unsere größten Chancen wie jedes Jahr im Design-Wettbewerb. Aber um den Sieg geht es uns auch gar nicht. Ich finde es viel wichtiger zu sehen, mit wie viel Einsatz die Schüler bei der Sache sind und welche Ideen sie selbstständig umsetzen“, lobt Lehrer Wolfgang Schulte.


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