Deutschlandweiter Thementag: Politiker, Wirtschaftler und Wissenschaftler waren gestern am Gymnasium zu Gast, um zu zeigen, was sich alles hinter den zwei Buchstaben »EU« verbirgt. Haller Kreisblatt 05.05.2018.

2018 0505EuropatagHK01Buon appetito: Maria und ihre Klassenkameraden aus der Zehnten versüßten die Pause mit italienischen Köstlichkeiten, wie sie es auch in der Partnerstadt Fivizzano gibt. Fotos: Jonas Damme

Was ist Europa? Europa ist Brexit, ist Merkel, ist Döner, fanden die Schüler der Klasse 5 c. „Europa ist nach Präsident Macron die Vision gemeinsamer Pläne“, erklärte Ute Koczy von den Grünen. „Europa ist das beste politische Projekt des letzten und dieses Jahrtausends“, statuierte Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus – gemeinsam mit sechs ganz unterschiedlichen Experten beleuchteten die Schüler des Gymnasiums gestern anlässlich des Europatags die vielen Facetten des einzigartigen Länderbündnisses.

Das Thema wurde natürlich dem Alter der Schüler angepasst. Die fünften Klassen machten sich erst einmal grundsätzlich Gedanken darüber, was ihnen zu Europa so einfällt. Über die deutsch-türkische Nationalspeise Döner Pide hinaus, kam da unter anderem eine regelrechte Speisekarte zusammen. Politisch haben die Jüngsten am Gymnasium aber noch einiges zu lernen.

Da sind die höheren Jahrgänge selbstverständlich schon weiter. Schon vor dem Europatag hatten die Acht- und Neuntklässler den Siebtklässlern von den Schüleraustauscheprojekten mit Steinhagens Partnerstädten Woerden und Fivizzano berichtet. Um aber nicht nur von Italien und den Niederlanden zu hören, waren auch entsprechende Stände aufgebaut.

Höhepunkt des Tages war aber sicherlich der Besuch einer ganzen Reihe von EU-Experten. Bundestagsabgeordneter Ralph Brinkhaus war eigens aus Berlin angereist, um drei Stunden lang mit Zehntklässlern über eines seiner Kernthemen zu sprechen: den Europäischen Binnenmarkt und die Vorteile, die er der deutschen Wirtschaft bringt. „Für die heutigen Schüler ist die EU schon selbstverständlich“, erläuterte er im Vorgespräch zur geplanten Podiumsdiskussion. „Dabei hat sie uns unendlich viel gebracht.“

Dass Europa aber auch ein großes Diskussionspotenzial birgt, zeigte sich ebenfalls schnell. Bereits in der Kennenlernrunde geriet der CDU-Abgeordnete mit der Grünen-Bezirksvorsitzenden Koczy aneinander, die im Gymnasium
angetreten war, um die viel diskutierten Europapläne des französischen Präsidenten Macron vorzustellen und zu kritisieren. „Ich will mit den Schülern über die große Vision sprechenunddarüber, wie man sie klein gemacht hat“, erklärte
sie.

Neben den beiden Politikern waren Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft zu Gast: Eva Vogt vom Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Uni Bielefeld, nahm sich den Brexit vor, Leanna Kamertöns vom Projekt »Europe Direct« der Wirtschaftsförderung pro-Wirtschaft GT bewarb die »Europäische Identität« und Andrea Meyer zu Hoberge und Michael Sforza von Tür- und Torhersteller Hörmann hatten sich stellvertretend für die Probleme, die die EU ebenfalls hat, in den schwelenden Katalonien-Konflikt eingearbeitet.

Eins wurde den Teilnehmern des Europatages schnell klar: Das weitreichende Thema bietet Stoff für unzählige Debatten. Auch deshalb freute sich Schulleiter Stefan Binder besonders auf die geplante Diskussion mit den Schülern: „Ich freue mich auch über einen kontroversen Streit, denn schließlich macht auch das Europa aus: die freie Meinungsäußerung.“

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Europaexperten zu Gast: Schulleiter Stefan Binder (links) und die Organisatoren Annika Hoffmann und Jan Breuer (rechts), begrüßten Leanna Kammertöns von Europe Direct GT (von links), Ute Koczy von den Grünen, Eva Vogt von der Universität Bielefeld, Andrea Meyer zu Hoberge und Michael Sorza von Hörmann sowie den CDU-Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus im Gymnasium.


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