Europatag am Gymnasium: Aktionsstände und Podiumsdiskussion zur EU-Armee. Westfalen-Blatt, 08.05.2019.

2019 0508EuropatagWB01Oranje und mehr Farbenfrohes: Die SchülerJanluca, Nils und Connor (von links) bieten selbstgemachte Cake Pops (Kuchen am Stiel) an und informieren zum Schüleraustausch mit Woerden in den Niederlanden. FOTO: Volker Hagemann.

Ihre lebhafte, aber durchweg sachliche Diskussion hätten die Zehntklässler des Steinhagener Gymnasiums am liebsten noch viel länger weitergeführt. »Genau das war unser Ziel. Aber letztlich ist die Zeit eben begrenzt«, zieht Politiklehrer Jan Breuer ein positives Fazit. Zum Europatag fragte das Gymnasium: »Sollte eine europäische Armee gegründet werden?«

Was zuvor unter anderem Helmut Kohl, Jean-Claude Juncker, Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel angeregt hatten, hatte zuletzt Emmanuel Macron wieder gefordert: eines Tages eine EU-Armee aufzustellen. Ein Thema, das man kontrovers diskutieren kann, finden Jan Breuer und auch Schulleiter Stefan Binder. »Und wir möchten die Schüler ja generell ermuntern, entgegengesetzte Standpunkte fundiert vertreten zu können«, betont Breuer, der am SteinGy Fachvorsitzender für Sozialwissenschaften ist.

Um die Argumente besser darlegen zu können, bildeten die Zehntklässler vorab Expertengruppen; daran nahmen Julian Bracht vom Steinhagener FDP-Vorstand, Shen Ibrahimsadeh aus Friedrichsdorf (Die Linke), Uwe Bröking (unabhängige Bürgerinitiative Pulse of Europe), Roman Hermann (Bundeswehr-Jugendoffizier/Referent für Sicherheitspolitik) und Eva Vogt von der Uni Bielefeld teil. Im Anschluss ging es in besagte Podiumsdiskussion. Auch wenn die zeitlich begrenzt war – »Konsens ist bei allen, dass der Frieden in Europa gewährleistet werden muss, ob mit oder ohne Armee«, berichtet Jan Breuer. Das Thema ins Blickfeld zu rücken, ist Schulleiter Stefan Binder wichtig: »Europa ist ein sehr erfolgreiches Friedensprojekt. Wir haben hier seit Jahrzehnten Frieden. Auch wenn unsere Schüler es zum Glück nicht anders kennen – selbstverständlich ist das keinesfalls. Und so blicken wir auch ein bisschen geschichtlich zurück.«

Und natürlich ist der Europatag am Steinhagener Gymnasium – eingebettet in die bis 12. Mai laufende Europawoche – Anlass, nach vorne zu schauen, den europäischen Gedanken weiter zu leben. Zu den Schulschwerpunkten gehört das Sprachenprofil, seit 2010 ist das SteinGy Europaschule. Das wird an den vielen Aktions- und Informationsständen klar, die die Schüler im Foyer aufgebaut haben: Da geht es um die Schüleraustausche mit Woerden (Niederlande), Hexham (England), Villeparisis (Frankreich) und Fivizzano (Italien, regelmäßig vom Lateinkurs besucht) und um den 2007 eingeführten bilingualen Unterricht. Und schon jetzt nimmt das Gymnasium weitere Teile Europas in den Blick: Im kommenden September reist eine kleine Delegation aus Schülern und Lehrern nach Rujiena in Lettland.


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