Aktionen und mehr: Beim Europatag diskutierten die Schüler des Gymnasiums über europäische Themen. Bei aller EU-Begeisterung wurmt viele Jugendliche vor allem eins. Haller Kreisblatt, 08.05.2019.

2019 0508EuropatagHK01Politisch interessiert: Obwohl sie noch nicht wählen dürfen, ist die Europawahl auch bei Frida Heining (von links) Frida Marks und Hannah Büscher ein Thema. FOTO: Frank Jasper

„Europa bedeutet für die meisten Schüler vor allem, mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen“, berichtete Schulleiter Stefan Binder gestern am Rande des Europatages, den das Gymnasium einmal im Jahr durchführt. „Wir wollen darüber hinaus das Bewusstsein dafür schärfen, dass Europa dazu geführt hat, dass wir seit Jahrzehnten in Frieden und Freiheit leben können. Denn diesen Zustand nehmen die meisten Jugendlichen als Selbstverständlichkeit hin.“

Die Schüler bearbeiteten darum ganz konkrete EU-Themen, etwa wie die Europäische Union gemeinsam den Umweltschutz verbessern und wie sie die Flüchtlingsfrage gemeinsam lösen kann. Zum Aktionstag gehörte auch die Podiumsdiskussion des zehnten Jahrgangs, bei der über die Frage »Sollte eine europäische Armee gegründet werden?« gestritten wurde. Für die Debatte hatten sich die Teilnehmer zuvor in Workshops mit Fachleuten vorbereitet.

Mit den Schülern ins Gespräch kamen dabei die Sozialwissenschaftlerin Eva Vogt von der Uni Bielefeld, Uwe Bröking von der Bürgerinitiative Pulse of Europe, der Jugendoffizier Roman Hermann von der Bundeswehr sowie Shen Ibrahimsadeh von der Linken und Julian Bracht von der FDP. „Die Forderung nach einer europäischen Armee hatte der französische Präsident Macron nach seiner Wahl aufgeworfen. Es ist eine konkrete Frage, mit der auch die Schüler etwas anfangen können“, erklärte Politiklehrer Jan Breuer.

Eine andere Frage, die wenige Wochen vor der Europawahl auf der Hand liegt und in den Klassenzimmern für Gesprächsstoff sorgt, ist die Diskussion um das Wahlrecht mit 16. Viele junge Leute ärgert es, dass sie erst mit 18 mitbestimmen dürfen. „Der überwiegende Teil der Schüler fände ein Wahlrecht ab 16 gut“, berichtet Breuer. Viele gäben allerdings selbstkritisch zu, dass sie gar nicht so viel Ahnung von Politik hätten, hat der Politiklehrer beobachtet. Mehr politische Bildung sei darum notwendig.

Einer der wichtigsten Bausteine des als Europaschule klassifizierten Steinhagener Gymnasiums sind die Schüleraustauschprogramme. Wie Lehrerin Jutta Bischoff ankündigte, erweitert die Schule ihr Angebot von diesem Jahr an um eine Reise ins lettische Rujena. Im September machen sich 15 Gymnasiasten auf den Weg. „Wir streben einen regelmäßigen Schüleraustausch mit einer Mittelschule in Rujena an und öffnen uns damit Osteuropa“, erklärte Schulleiter Stefan Binder. Austauschprogramme mit Schulen in Frankreich, England und den Niederlanden gibt es bereits am Gymnasium.


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