O Solo Mio: Schülerkonzert überzeugt mit klassischen Kammerbeiträgen und groovigen Band-Projekten. Haller Kreisblatt, 11.04.2019.

2019 0411SoloMioHKDynamischer Anschlag: Marko Horvat spielte fingerfertig Mozarts letzte Sonate. FOTO: Edwin Rekate

Das weltbekannte Lied »O Sole Mio«, das im April 1898 vom neapolitanischen Musiker Eduardo Di Capua komponiert wurde, stand Pate beim Slogan fürs Schülerkonzert am Steinhagener Gymnasium. Aus der italienischen Vokabel für Sonne wurde durch Substitution eines einzigen Buchstabens »Solo« – eine Allegorie auf die Einzelleistungen der 20 teilnehmenden Instrumentalisten.

Insgesamt enterten 16 Mädchen und vier Jungen aus den Klassen 7 bis 12 die Bühne im nahezu voll besetzten Stein-Gy-Foyer. Zur Unterstützung ihrer Schüler traten auch eine Musiklehrerin und vier Musiklehrer der Kreismusikschule auf, die souverän die Wogen des Lampenfiebers dämpften, geduldig nötige Stimmprozeduren durchführten und – vor allem – die Ansagen und Infos zu den ausgewählten Stücken übernahmen.

Der Musikpädagoge Elmar Westerbarkey aus dem Lehrerkollegium des Gymnasiums führte als Moderator durchs Programm des Solo-Mio-Abends. Die Eröffnung des Konzerts gestaltete die Violinschülerin Srinethy Kanagaratnam, die im Duo mit Beate Corßen, der Lehrerin der Streicherklasse, ein »Andante« von Berthold Hummel präsentierte. Dann folgte ein Violin-Trio mit einem munteren Titel von Carl Reinecke, dessen Song »Persistance« das Auditorium hörbar ins 19. Jahrhundert versetzte.

Nach den Streichern holten die Holzbläser tief Luft. Die Solisten Mark Wegmann und Antonia Binder überzeugten mit ihrem melodiösen, temporeichen und atemberaubenden Spiel. Alternierend übernahmen danach drei Saxofone den Sound und feuerten fixe Töne aus der Oper »Carmen« von Georges Bizet ins begeistert lauschende Publikum.

Einen Leckerbissen servierte der Pianist Marko Horvat. Er interpretierte überaus fingerfertig die letzte Sonate von Wolfgang Amadeus Mozart. „Mit Flöte, Geige und Cello haben drei ehemalige Schülerinnen zu uns gefunden, die schon Abitur gemacht haben und im Januar wiedergekommen sind, um mit uns Kammermusik zu machen“, kündigte Westerbarkey an. Marit Grothaus (Flöte), Sarah Mowwe (Violine) und Carlotta Räker (Cello) spielten dann ein dreisätziges Stück von Domenico Gallo. Die drei kokettierten mit der wunderbaren Barockmusik, verloren kurz den Faden, und Marit dirigierte: „Noch mal den Dritten.“ Und alles wurde gut.

Schon verkabelte sich die Band-AG mit Nicolai Pick (E-Gitarre), Gabriel Justus (E-Bass) und Lisa Romanov (E-Gitarre). Die drei Stromgitarren erhielten rhythmische Unterstützung von Musiklehrer Carsten Hönniger am Schlagzeug. Schon fetzte das Quartett »Calito« und »Deep Blue« in die Verstärkeranlagen, und Elias und Edward tasteten eine fetzige Lightshow in den Mix. Zum Finale holten die Pädagogen ihre Instrumente raus, Kurt Studenroth das Saxophon, Roland Lörwald die Gitarre, Carsten Hönniger den Bass und Moritz Wilking übernahm die Drums. Die vier Maestros schlossen den musikalisch glanzvollen Abend und legten das tanzbare »Pick Up The Pieces« der legendären Average White Band aufs Parkett.


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