Steinhagener Gymnasiasten sind mit vier Projekten beim Regionalwettbewerb. Westfalen-Blatt, 09.02.2019.

2019 0209JugendForschtWBWelcher Flummi springt am höchsten? Arvid Holtkamp (links) und Justus Mitgau haben sich der Wissenschaft spielerisch genähert und festgestellt: Am besten springt der klassische Flummi, jeglicher Schnickschnack ist abträglich. FOTO: Annemarie Bluhm-Weinhold.

Es ist viel Bewegung in den Projekten des Steinhagener Gymnasiums bei »Jugend forscht«. Wie treibt Musik Sportler an? Welche Sprungkräfte haben Flummis? Wie schnell fliegen Pfeile? Fragen über Fragen, auf die Steinhagener Schüler am Samstag, 16. Februar, überzeugende Antworten liefern wollen. Und zwei Elftklässler stellen sogar ihr selbstgebautes Auto vor.

Mit insgesamt vier Projekten ist die Steinhagener Schule beim Regionalwettbewerb in Herford dabei. David Shirzadi und Artur Scheiermann aus der Q1 dürfen zwar noch nicht (unbegleitet) Auto fahren. Aber eines bauen, das können sie. Sie haben ein altes Gokart mit einem Verbrennungsmotor und einem Elektroantrieb zum Hybridfahrzeug gemacht. »Interessant, wie das zusammenarbeitet«, sagt David Shirzadi. In der Diskussion um E-Autos wollen die beiden zeigen, wie man »die Vorteile von beiden Antrieben nutzen und dabei die Nachteile ausgrenzen kann«.

Um Antrieb ganz anderer Art und vor allem Beschleunigung geht es einem anderen Trio aus der Q1: Mika Griese (18), Niklas Korent (16) und Nils Meyer zu Borgsen (17) beschäftigen sich mit Pfeil und Bogen. »Beschleunigungssysteme in der Menschheitsgeschichte« heißt ihr Projekt – und da war zuerst nun mal der Bogen. Mika Griese ist Sportschütze und hat sich inzwischen auch eine Armbrust zugelegt. Während der Pfeil des Bogens wackelt, bleibt der Pfeil auf der Schiene der Armbrust gerade – gut für die Beschleunigung. Die drei Elftklässler haben sich weitere Beschleunigungssysteme angesehen: die elektromagnetische Railgun, ebenso wie den Teilchenbeschleuniger, der durch elektrische Felder besagte elektrisch geladene Teilchen antreibt. Nicht die Waffe, sondern die Entwicklung und die mathematische Berechnung faszinieren, so die Schüler.

Mit unterschiedlichsten Formen von Energie hatten es Justus Mitgau (13) und Arvid Holtkamp (14) zu tun. »Wie Flummis hüpfen«, heißt ihr Projekt. Aus 1,50 Metern Höhe haben die beiden ihre Versuchsobjekte jeweils fallen lassen und mittels einer App ermittelt, wie hoch sie springen. Der Rekord: 1,40 Meter. Justus und Arvid haben Diagramme erstellt und ihre Versuche dokumentiert. Insgesamt lässt sich sagen: »Je kleiner, desto besser.« Das Material ist entscheidend, das typische Flummigummi hat wohl die besten Eigenschaften, um den Flummi auf Höhe zu bringen. Schnickschnack wie Leuchtkraft ist abträglich für die Springkräfte.

Eine wissenschaftliche Arbeit im Bereich Biologie legt Abiturientin Anita Sadoroschny vor. Doch das Thema fetzt: Hat Musik Auswirkung auf sportliche Leistung? Viele Läufer haben Musik auf den Ohren. Aber macht sie das schneller? »Nein«, sagt die Schülerin. Sie hat unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze gelesen und in der Uni Bielefeld, in der ihr Projekt eigentlich läuft, mit einer Gruppe von elf Studenten Testläufe gemacht. Mal mit, mal ohne Musik – doch die 160 bpm, Beats per Minute, haben sie nicht messbar schnell gemacht. Anita Sadoroschny hat auch untersucht, wie die Anstrengung wahrgenommen wurde. Sie sagt: »Im Vergleich zu anderen Studien sind meine Ergebnisse mehrdeutig. Da muss man genau schauen, welche Musik zu welcher Person passt.« Da spielen der soziokulturelle Hintergrund ebenso eine Rolle wie Emotionen und der Rhythmus der Musik. Dazu hat Anita Sadoroschny, für die Sport das fünfte Abi-Fach ist, eine Facharbeit geschrieben, und dazu hält sie in der Uni einen Vortrag.


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